2. Bundesliga

Warum Darmstadt-Coach Lieberknecht kein Wahrsager sein will

Darmstadt geht mit Optimismus ins Saisonfinale

Warum Lieberknecht kein Wahrsager sein will

Darmstadts Chefcoach Torsten Lieberknecht sieht den Druck bei Hamburg und Bremen.

Darmstadts Chefcoach Torsten Lieberknecht sieht den Druck bei Hamburg und Bremen. IMAGO/Uwe Kraft

"Es kann etwas Außergewöhnliches passieren, weil wir dazu in der Lage sind", sagte der Lilien-Coach am Freitag. Seine Mannschaft habe zwar den kleinen Vorteil mit dem 1:2 in Düsseldorf und dem Abrutschen von Rang zwei auf Rang vier aus der Hand gegeben und alle seien nach der Niederlage etwas angeknockt gewesen.

Doch man habe sich selbst aus diesem Tief herausgezogen, bereite sich mit Spaß, aber zugleich ruhig und fokussiert auf das letzte Liga-Spiel der Saison vor. Der Druck liege nun bei Hamburg und Bremen. Diese wüssten, dass sie etwas Großes erreichen, aber auch viel verlieren könnten. "Wir sind als Klette immer noch mit dabei."

Patric Pfeiffer ist angeschlagen

Es sei eingetreten, was er gesagt habe, nämlich, dass am letzten Spieltag die Entscheidung falle. In einem anderen Punkt hofft er allerdings nicht auf seine seherischen Fähigkeiten: "Ich habe auch von dem doofen vierten Platz gesprochen, bevor ich hier angefangen habe", sagte er. "Ich hoffe nicht, dass ich als Wahrsager besser aufgehoben wäre."

Gegen variable und spielstarke Paderborner fehlen den Lilien weiter Fabian Schnellhardt (Muskelbündelriss) und Aaron Seydel (Wadenprobleme) sowie zusätzlich Klaus Gjasula nach seiner Gelb-Roten Karte in Düsseldorf. Bei Schnellhardt und Seydel schloss Lieberknecht allerdings nicht aus, dass sie im Falle einer Relegation wieder zur Verfügung stehen könnten. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Patric Pfeiffer, der sich im Training bei einer Grätsche verletzt hat und am Freitag noch untersucht wurde.

Verschiedene Optionen für Gjasula-Ersatz

Eine Entscheidung, wie Gjasula im defensiven Mittelfeld ersetzt wird, ist laut Lieberknecht noch nicht gefallen. Man habe diese Situation ja bereits öfters abfangen müssen, sagte der Coach mit Blick auf die diversen Sperren und krankheitsbedingten Ausfälle des Albaners in der laufenden Saison. Tobias Kempe und Marvin Mehlem wären eine Option für ein offensives Tandem im zentralen Mittelfeld.

Gjasula vom Typ her am ähnlichsten ist Nemanja Celic, der nach einer Nierenquetschung wieder zur Verfügung steht. Der etatmäßige Innenverteidiger Jannik Müller wäre die defensivere Variante für die Position vor der Abwehr. Aber auch Youngster Clemens Riedel (18) hat auf dieser Position bereits sein Können gezeigt. "Wer auf den Platz geht, hat wie jeder in dieser fantastischen Mannschaft das 1000-prozentige Vertrauen", sagte Lieberknecht.

"Dann sehen wir uns in der ersten Liga"

Auf Einblendung von Zwischenständen von den anderen Plätzen wolle man am Sonntag gegen Paderborn verzichten - es sei denn, es gebe "dramaturgisch einen Moment, wo man etwas tun muss".

Verabschiedungen von Spielern vor der Partie werde es auch nicht geben. "Jeder Spieler im Kader wird mitgenommen, wenn wir aufsteigen. Sie können davon ausgehen, dass es weitergeht", sagte Lieberknecht. Explizit nannte er Leon Müller (kein Saisoneinsatz) und Adrian Stanilewicz (drei Einsätze). "Die werden alle mit in die erste Liga genommen. Das Versprechen habe ich ihnen gegeben."

Auch wenn sich Lieberknecht während der gesamten Pressekonferenz am Freitag betont locker gab - die letzte Frage hätte er dann am liebsten zunächst zurückgegeben. "In welcher Liga spielt Darmstadt 98 in der nächsten Saison?", wollte ein Journalist wissen. "Das können sie sich aussuchen. Wo sie denken, wo wir hingehören." Doch der Fragesteller ließ nicht locker, bis Lieberknecht schließlich antwortete: "Dann sehen wir uns in der ersten Liga. Weil es ja ihr Wunsch ist. Und unserer auch."

Stephan Köhnlein

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