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Warum Khedira Füllkrug nicht mit zur WM nehmen würde

TV-Experte sieht beim DFB-Team nur einen "richtigen Schwachpunkt"

Warum Khedira Füllkrug nicht mit zur WM nehmen würde

Niclas Füllkrug darf auf ein WM-Ticket hoffen, Sami Khedira (re.) würde ihn eher nicht nominieren.

Niclas Füllkrug darf auf ein WM-Ticket hoffen, Sami Khedira (re.) würde ihn eher nicht nominieren. imago images (2)

Bei der Frage nach den Favoriten auf den WM-Titel 2022 geht es Sami Khedira (35) so wie vielen anderen Experten: Eine ganz klare Nummer 1 ist nicht auszumachen.

"Es gibt in diesem Jahr nicht das eine Team wie Frankreich 2018, wo der Trend schon auf Frankreich hingedeutet hat", sagt der Weltmeister von 2014, der das Turnier in Katar für die ARD begleiten wird, im SID-Interview. "Brasilien ist unheimlich stark, und natürlich gehören die üblichen europäischen Mannschaften wieder dazu. Frankreich hat vielleicht die besten Spieler, aber die deutsche Mannschaft ist vor allem als Team nicht arg viel schlechter."

"Uns fehlt der Killer vor dem Tor - das wird uns vielleicht den Titel kosten"

Grundsätzlich sieht er die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick gut aufgestellt und traut ihr "mindestens das Halbfinale" zu. "Wir haben den besten Torhüter der Welt. Und auch im Mittelfeld mache ich mir keine Sorgen. Dazu haben wir gute Stürmer, doch die Chancenverwertung ist ein großes Thema", so Khedira. "Wir haben Top-Spieler, aber der klassische Neuner, der Klose-Typ, der Killer vor dem Tor, der fehlt uns."

Seine Prognose: "Das wird uns am Ende vielleicht den Titel kosten und dazu führen, dass wir nicht ganz dahin kommen, wohin wir wollen. Mit Sané, Werner, Gnabry und Havertz haben wir geile Zocker, die auch Tore schießen können, aber die Killer wie Harry Kane oder Miro Klose damals haben wir nicht. Das ist der einzige richtige Schwachpunkt, den wir vielleicht haben."

"Auf internationalem Niveau hat sich Füllkrug noch nicht bewiesen"

Wäre da eine Nominierung von Niclas Füllkrug nicht umso wertvoller? Der Angreifer von Aufsteiger Werder Bremen führt weiterhin die Bundesliga-Torjägerliste an und darf sich Hoffnungen auf einen Platz im 26-Mann-Kader machen. "Wir sehen, dass Niclas Fähigkeiten besitzt, die unser Spiel bereichern können", sagte Flick gerade erst dem "Stern". "Generell: Ein großer, athletischer Strafraumstürmer würde unser Angriffsspiel variabler machen."

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Khedira ist skeptischer. "Ich bin ein Freund davon, dass man lange auf einem bestimmten Niveau performt haben muss, um zu einer WM zu fahren", betont der 77-malige Nationalspieler. "Was Werder leistet, ist sensationell, was Füllkrug leistet, ist richtig gut: Sie kommen aber aus der 2. Liga. Füllkrug spielt jetzt seit drei Monaten Bundesliga, auf internationalem Niveau hat er sich aber noch nicht bewiesen. Er ist für die Bundesliga ein richtig guter Stürmer, aber: Kann er sich auch gegen Top-Mannschaften durchsetzen? Vielleicht kann er es. Er muss es aber erstmal beweisen. Für mich wäre es ein Experiment, deswegen tendiere ich zu nein."

jpe

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