Bundesliga

Warum Herrlich die lange Pause gelegen kommt

Augsburg: Auch Iago und Niederlechner wieder "voll belastbar"

Warum Herrlich die lange Pause gelegen kommt

Warnt vor einem "Trugschluss": Heiko Herrlich.

Warnt vor einem "Trugschluss": Heiko Herrlich. imago images

Normalerweise mag er keine langen Wochen. Er spiele am liebsten im Samstag-Samstag-Rhythmus und sei kein Freund der Montagstermine, erzählt Herrlich. Diesmal aber kommt ihm die verlängerte Zeit zur Regeneration bis zum Spiel bei Bayer Leverkusen am Montag (20.30 Uhr) gelegen. "In diesem speziellen Fall sehe ich viele Vorteile", sagt der FCA-Coach.

Weil Augsburg zuletzt beim 0:2 gegen RB Leipzig einige angeschlagene Akteure auf dem Platz hatte und mehrere Profis nach Länderspielreisen müde waren. "Man hat gesehen, dass in der einen oder anderen Situation die Frische gefehlt hat", bestätigt Herrlich den Eindruck, der sich auch in der bislang niedrigsten Laufleistung der Saison niedergeschlagen hatte. Augsburg legte gegen Leipzig 114,8 Kilometer zurück, in den drei Spielen zuvor waren es immer über 120 Kilometer.

Herrlich kann aus dem Vollen schöpfen

Die zusätzliche Zeit zur Erholung tut deshalb gut. Am Montag gab Herrlich der Mannschaft frei, seit Dienstag seien wieder "alle voll belastbar". Auch Linksverteidiger Iago, der gegen Leipzig krankheitsbedingt fehlte, sowie Florian Niederlechner, der am Samstag zunächst angeschlagen auf der Bank blieb und mit Schmerztablette eine gute halbe Stunde spielte. Am Freitag ist noch mal trainingsfrei - wie zuletzt immer drei Tage vor einem Spiel. "Das machen mittlerweile viele Mannschaften, weil du so etwas mehr Frische hast. Wir fahren damit seit Saisonbeginn ganz gut", erklärt Herrlich den veränderten Rhythmus.

Während Bayer Leverkusen am Donnerstag in der Europa League gegen Nizza antritt, kann sich der FCA in Ruhe auf das Bundesligaduell vorbereiten. Doch Herrlich warnt trotz des vermeintlichen Vorteils: "Wenn du ins Spiel gehst und sagst, die sind müde, wir sind im Vorteil, dann wird das nichts. Das ist ein Trugschluss." Als mahnendes Beispiel nennt der 48-Jährige das Augsburger Spiel in Gladbach am 7. Spieltag der Vorsaison. Drei Tage nach einem Europapokalspiel zerlegte die Borussia den FCA nach allen Regeln der Kunst, nach 13 Minuten stand es 0:3, am Ende 1:5.

Alle Tests am Dienstag negativ

Eine weitere gute Nachricht kann Herrlich noch vermelden. Das FCA-Team wurde am Dienstag turnusmäßig auf Corona getestet, alle Ergebnisse fielen negativ aus. "In der jetzigen Zeit ist diese Nachricht jedes Mal eine große Freude", betont Herrlich, dem das wachsende Risiko in der aktuellen Gesamtlage bewusst ist: "Jeder macht alles dafür und versucht, sich maximal zu schützen. Aber es gibt Begegnungen, die man nicht vermeiden kann. Das ist die große Schwierigkeit in unserer Situation."

Bislang blieb der FCA von einem Corona-Fall unter den Profis verschont. Trotz aller Vorkehrungen weiß Herrlich: "Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, darüber muss man sich im Klaren sein." Die nächste Testung steht wie üblich einen Tag vor dem Spiel, also am Sonntag an.

David Bernreuther