2. Bundesliga

Warum Hartels Krämpfe Mut machen

St. Pauli wehrt sich mehr als zuvor, doch eine Problemzone bleibt

Warum Hartels Krämpfe Mut machen

Dauerläufer im Mittelfeld St. Paulis: Marcel Hartel

Dauerläufer im Mittelfeld St. Paulis: Marcel Hartel IMAGO/KBS-Picture

Hartel gilt als Laufwunder im Kader des Kiez-Klubs, am Samstagabend aber war es dann selbst für ihn zu viel. "Es war der allererste Krampf meiner Fußballerkarriere", gestand er und erklärt: "Das fühlt sich komisch an." Wie das Ergebnis: St. Pauli machte in Sachen Bereitschaft und Widerstandsfähigkeit deutliche Schritte nach vorn und zementierte in der Tabelle doch die Position in der gefährdeten Zone.

Kölner Keller entschied einmal mehr zu Ungunsten St. Paulis

Auch, weil der Kölner Keller einmal mehr zu Ungunsten der Hamburger entschied. Beim 2:2 in Hannover und dem 0:2 in Regensburg gab es jeweils unberechtigte Strafstöße gegen St. Pauli, weil einmal der VAR nicht und das andere Mal zu Unrecht interveniert hatte. Gegen den FCH blieb er wieder stumm, als Schiedsrichter Sven Waschitzki-Günther das brutale Einsteigen von Heidenheims Andreas Geipl gegen Manolis Saliakas lediglich mit Gelb bestrafte. Eine Dezimierung der Gäste nach 23 Minuten wäre nicht unerheblich gewesen. Dass sie fällig war, deutete selbst FCH-Coach Frank Schmidt an mit der Aussage: "Sowas wollen wir nicht haben." Schultz beklagt zu Recht: "Das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere bisherige Saison. Ich nehme die Schiedsrichter ja generell gern in Schutz, aber ich kriege, weil ich nach diesem Foul das Spielfeld betreten habe, die gleiche Strafe wie der Spieler."

Schultz bemängelt fehlende Durchschlagskraft

Grund zwei für aus Schultz' Sicht "zu wenig Ertrag" war einmal mehr fehlende Durchschlagskraft. So entschlossen St. Pauli defensiv zupackte, so halbherzig ging es mit den wenigen Chancen um. Johannes Eggestein fehlte bei einer Umschaltgelegenheit trotz großem Vorsprung Entschlossenheit und Tempo, dem auffälligen, aber glücklosen Etienne Amenyido frei vor dem Tor die Ruhe - in der Mischung ergibt dies letztlich auch einen Mangel an Qualität. Hartel indes hält dagegen: "Ich mache mir keine Sorgen, weil die Art und Weise, wie wir uns immer wieder Chancen herausspielen, zeigt, dass wir einen Plan haben." Die Art und Weise, wie sie immer wieder liegengelassen werden indes, zeigt auch, dass die Saison unruhig bleiben könnte nach den jüngsten Diskussionen um Anspruch und Wirklichkeit.

Klar ist: Bei Kellerkind Braunschweig werden Ansätze nicht reichen. "Wir müssen auch auswärts diese Stabilität hinbekommen", fordert Angreifer Eggestein. Und noch mehr: "Wir müssen auch eine Balance finden. Durch den Fokus auf die Defensive gegen Heidenheim haben wir vorn ein bisschen was liegen gelassen."

Sebastian Wolff

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