2. Bundesliga

Der Plan mit dem Werder-Neuzugang Amos Pieper

Der Plan mit dem Werder-Neuzugang

Warum der Pieper-Transfer losgelöst von Friedl, Toprak und Veljkovic ist

Amos Piepers Wechsel nach Bremen brachte Applaus.

Amos Piepers Wechsel nach Bremen brachte Applaus. Werder Bremen

Ein U-21-Europameister, der in den zwei zurückliegenden Spielzeiten Stammspieler in der Bundesliga gewesen ist und insgesamt auf annähernd 100 Einsätze im deutschen Profifußball kommt: Der Transfer des 24-jährigen Amos Pieper von Arminia Bielefeld hat dem SV Werder Bremen am Mittwoch viel Zuspruch eingebracht, bisweilen sogar Applaus.

Auch Cheftrainer Ole Werner zeigte sich am Donnerstag noch sehr angetan von dem Neuzugang für seine Mannschaft. "Eine ganze Menge an Erfahrung" könne der Innenverteidiger vorweisen, obwohl "er noch nicht ganz so alt ist." Der in der Jugend von Borussia Dortmund ausgebildete 1,92-Meter-Mann habe bereits "in der 1. und 2. Liga nachgewiesen, dass er seinen Mann stehen kann". Dazu charakterisierte Werner die "gute Physis" von Pieper, der "gut und aggressiv verteidigen kann, einen guten Spielaufbau hat und insofern auch zu dem passt, was wir hier an Fußball spielen wollen".

Spielersteckbrief Toprak
Toprak

Toprak Ömer

Spielersteckbrief Friedl
Friedl

Friedl Marco

Spielersteckbrief Veljkovic
Veljkovic

Veljkovic Milos

Spielersteckbrief Pieper
Pieper

Pieper Amos

Zukunft von Abwehr-Trio ist fraglich

Mit dem Transfer hat Werder schon mal auf einer Position vorgesorgt, über der aktuell wohl die meisten Fragezeichen im Kader schweben. Marco Friedl, dessen Vertrag 2023 ausläuft, gilt als Verkaufskandidat, sofern er diesen nicht verlängern würde. Darüber hinaus laufen auch die Verträge der zwei weiteren Stammverteidiger der Bremer Dreierkette aus: von Kapitän Ömer Toprak und Milos Veljkovic.

Werners Vorstellung: "Fünf Innenverteidiger"

Allerdings sei die Verpflichtung Piepers laut Werner "vollkommen losgelöst von diesen Namen zu sehen". Dadurch, dass dem Trainer das in der vergangenen Saison erfolgreich praktizierte 3-5-2-System auch in der Bundesliga als eine Grundlage dienen soll, "brauchst du dann in meiner Vorstellung mindestens fünf Innenverteidiger, die das spielen können", so Werner über eine Abwehr-Dreierkette. Durch den Abgang von Leih-Spieler Lars-Lukas Mai (zurück zum FC Bayern) besetzt Pieper somit zunächst mal eine frei gewordene Planstelle in der Mannschaft.

Diese Konstellation würde also "nicht ausschließen", sagte Werner, dass Friedl, Toprak und Veljkovic auch in der nächsten Saison ein Teil des Kaders sein könnten. Selbst wenn das Trio bleiben sollte, wäre demnach ja noch ein weiterer Innenverteidiger vonnöten, wobei auch Linksverteidiger Anthony Jung auf dieser Position spielen kann und mit dem 16-jährigen Fabio Chiarodia ein hochveranlagtes Talent bereitstünde.

Toprak-Verhandlungen stehen bevor

Noch in dieser Woche seien Gespräche zwischen Werder und der Toprak-Seite veranlasst, um sich über eine gemeinsame Zukunft auszutauschen. Eine Entscheidung gilt es aus Vereinssicht, vor allem aufgrund der Verletzungsanfälligkeit des Kapitäns genau abzuwägen. "Klar ist, dass Ömer eine gewisse Historie hat, was Verletzungen angeht", erläuterte Werner, "aber es ist auch so, dass er trotz alledem - wenn er zur Verfügung stand - eine ganz wichtige Rolle gespielt hat in der vergangenen Saison". Für eine Verlängerung geht es laut dem Cheftrainer nun darum, "das Ganze für die neue Saison zu bewerten".

Tim Lüddecke

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