WM

WM 2022: Warum das Halbfinale für Scaloni zur Nebensache wird

Zwei Tragödien beschäftigen den Coach: "Wir beten für sie"

Warum der Halbfinaleinzug für Scaloni zur Nebensache wurde

Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni steht mit seinem Team im WM-Halbfinale.

Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni steht mit seinem Team im WM-Halbfinale.

Aus Katar berichtet Jörg Wolfrum

Und plötzlich bekam die Aussage von Kapitän Lionel Messi nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen die Niederlande, Diego Maradona unterstütze die Albiceleste "vom Himmel herab", einen ganz anderen Kontext: Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni sprach am Ende seiner Pressekonferenz nach dem Erfolg im Lusail Stadium eine Tragödie an, die sich Stunden von dem Viertelfinale in seinem Heimatort Pujato in der Provinz Santa Fe in Argentinien ereignet hatte.

Spielbericht

Den Coach hatte rund um den Halbfinaleinzug die Nachricht erreicht, dass Stunden zuvor in dem Ort Pujato bei einem Verkehrsunfall ein junger Mann ums Leben gekommen ist, ein weiterer schwer verletzt wurde. "Wir beten für sie und ihre Familien" betonte der Coach bewegt. Tage zuvor erst hatte er über argentinische Medien von einer Schule des Ortes ein Video zugespielt bekommen, in dem die Schüler dem Coach und seiner Mannschaft viel Glück beim Turnier in Katar gewünscht hatten.

Es gibt Wichtigeres als Fußball, betont Scaloni stets. In der Nacht auf Samstag musste der 44-Jährige dies erneut tun, aus traurigem Anlass.

US-Journalist erleidet Herzinfarkt und stirbt

Und im Lusail ereignete sich ebenfalls eine Tragödie. Auf der Tribüne brach kurz vor dem Elfmeterschießen der US-Journalist Grant Wahl zusammen und wurde später für tot erklärt. Der US-Fußballverband erklärte auf Twitter: "Der US-Fußballfamilie ist das Herz gebrochen, als wir vom Verlust erfuhren."

Tage zuvor war der Journalist laut eigenen Angaben in medizinischer Behandlung gewesen, hatte selbst noch gepostet: "Drei Wochen mit wenig Schlaf, viel Stress und viel Arbeit können das antun." Wahl hatte zuvor auch rund um Missstände bezüglich der Gastarbeiter in Katar recherchiert und mit Blick auf die katarischen WM-Organisatoren in Katar gepostet: "Es ist ihnen egal."

wol