Bundesliga

Wanners erste Profisaison: Debüt und zwei Enttäuschungen

FC Bayern und der Spieler müssen den richtigen Weg finden

Wanners erste Profisaison: Debüt und zwei Enttäuschungen

Paul Wanner mit der Meisterschale.

Paul Wanner mit der Meisterschale. IMAGO/Revierfoto

Wanner befand sich auch im Januar gerade bei der deutschen U 17, als ihn eilige Kunde aus München erreichte. Der wegen zahlreicher Corona-Fälle dramatisch dezimierte Profikader benötige seine Dienste zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach. Der ging zwar mit 1:2 verloren, Wanner aber hinterließ bei seinem gut 15-minütigen Debüt einen sehr ordentlichen Eindruck und stand kurz nach seinem 16. Geburtstag erstmals im Scheinwerferlicht der Bundesliga-Bühne. Nun erfuhr die breite Öffentlichkeit, was Insider des Bayern-Nachwuchses längst wussten: Hier wächst ein außergewöhnliches Talent heran.

Wanner trainierte fortan fest bei den Profis und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag beim Rekordmeister, obwohl ihn viele Großklubs jagten. Dort hätte er teilweise sofort regelmäßige Profieinsätze versprochen bekommen, beim FC Bayern muss er sich gedulden. Drei weitere Bundesligaspiele als Joker folgten für Wanner noch, allerdings entgegen der Vereinsansage bei der Verlängerung keines mehr nach der feststehenden Meisterschaft. Eine Enttäuschung für Wanner, der bei U-17-EM mit dem Aus die zweite folgte. Im ersten Gruppenspiel erzielte er gegen Italien einen spektakulären Treffer, der im Netz viral ging. Im dritten und letzten wurde er wegen eine drohenden Gelbsperre nicht eingesetzt, im Viertelfinale wurde er ausgewechselt und verfolgte das Elfmeterschießen von draußen.

In der neuen Saison stellt sich die Frage, wie es für Wanner weitergeht. In seinem Alter benötigt er regelmäßige Spielzeit, doch das wird im Profikader auch künftig nur schwer möglich sein. Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Jamal Musiala und Ryan Gravenberch (Der Transfer des Ajax-Talents muss noch offiziell verkündet werden) wird die Konkurrenz im Mittelfeld heißen. Dass Wanner seinen Weg gehen wird, dürfte bei diesem Potenzial unbestritten sein. Verein und Spieler müssen gemeinsam den richtigen finden.

Frank Linkesch

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