Bundesliga

Wann endet Gladbachs schwarze Serie?

Borussen wollen in Augsburg die Wende

Wann endet Gladbachs schwarze Serie?

"Es geht noch besser": Neuzugang Raffael (mit Max Kruse).

"Es geht noch besser": Neuzugang Raffael (mit Max Kruse). imago

Max Kruse vergleicht Borussias Saison mit einer "Berg- und Talfahrt". Zu Hause top und auswärts flop - daran hat sich auch nach dem sechsten Spieltag nichts geändert. Das 4:1 über Braunschweig löste den jüngsten Höhenrausch aus, denn durch den Kantersieg über den Aufsteiger baute Gladbach seine Heimbilanz auf drei Siege mit imposanten 11:2 Toren aus. Nicht durchgängig glänzte die Mannschaft so wie bei den Erfolgen über Hannover und Bremen, aber die Offensivpower reichte für das nächste Torfestival im Borussia-Park. "In der vergangenen Saison haben wir häufig effektiv gespielt, jetzt kommt die Attraktivität hinzu", freute sich Max Eberl, der am Samstag seinen 40. Geburtstag feierte. Und wieder einmal zeigte sich, dass die beiden Sommer-Einkäufe Raffael und Kruse den Borussen-Auftritten die besondere Note verleihen. Eberl ist zufrieden: "Die beiden haben sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt und bringen die Qualität ein, die uns ein wenig gefehlt hat."

Gegen Braunschweig war es Raffael, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Wie der Brasilianer Regie führte, die Bälle verteilte und selbst den Abschluss suchte, widerlegte die Zweifler, die Raffaels Verpflichtung als Wagnis betrachtet hatten. Dessen verkorkstes Halbjahr bei Dynamo Kiew und die Startschwierigkeiten in der Rückrunde bei Schalke haben offenbar keine Spuren beim Edeltechniker hinterlassen. Die vergangene Saison mit unzureichender Spielpraxis schüttelt Lucien Favres Lieblingsschüler zunehmend aus den Knochen. "Ich habe jetzt einige Spiele in Folge absolviert und komme in den Rhythmus", sagt Raffael. Mit seinem Start sei er "zufrieden, aber nicht zu einhundert Prozent". Raffael betont: "Es geht noch besser. Ich kann zum Beispiel noch besser verteidigen und damit der Mannschaft helfen."

Lange ist der neue Ideengeber noch nicht in Gladbach, und trotzdem ist auch er das ständige Auf und Ab bereits leid. In Augsburg folgt der nächste Anlauf, die schwarze Serie zu beenden. Zwei Liga-Siege in Folge feierten die Borussen zuletzt vor 19 Monaten, im Februar 2012, als hintereinander Schalke (3:0) und auswärts der 1. FC Kaiserslautern (2:1) besiegt wurden. "Wir wollen jetzt auch mal unsere Auswärtsspiele gewinnen", sagt Raffael mit Blick auf die nächste Aufgabe in Augsburg. Max Eberl fordert: "Wenn wir in der Liga eine gute Rolle spielen möchten, müssen wir auswärts etwas holen."

Der Wermutstropfen vor der Reise zum FCA: Lucien Favre muss seine eingespielte und gut harmonierende Startelf umbauen. Vertraute der Schweizer an den ersten fünf Spieltagen immer der gleichen Anfangsformation, wurde der verletzungsbedingte Ausfall von Filip Daems durch Oscar Wendt - sogar Torschütze zum 1:0 gegen Braunschweig - gut aufgefangen. Wendt ("Ich glaube, meine Leistung war okay") wird wieder von Beginn an auflaufen, wie Favre am Mittwoch bestätigte. Daems (muskuläre Probleme im Hüftbereich) müsse weiter aussetzen. Neu auf der Streichliste steht seit Freitag Granit Xhaka (Gelbsperre), der mit Christoph Kramer eine funktionierende Doppelsechs bildete. Für Xhaka wird Havard Nordtveit kommen.