Bundesliga

Silas Wamangitukas Tor in Bremen: Das sagen die Regeln

Warum er Gelb sah und das Tor trotzdem zählte

Wamangituka und die Folgen: Das sagen die Regeln

Gleichzeitig beglückwünscht und verwarnt: Silas Wamangituka nach seinem zweiten Treffer in Bremen.

Gleichzeitig beglückwünscht und verwarnt: Silas Wamangituka nach seinem zweiten Treffer in Bremen. Getty Images

Es war die kurioseste Szene seit langem in der Bundesliga. Beim Spiel in Bremen lief der Stuttgarter Silas Wamangituka in der Nachspielzeit nach einem missglückten Rückpass von Ömer Toprak ganz allein Richtung Tor und ließ sich aufreizend viel Zeit, ehe er den Ball zum vorentscheidenden 2:0 über die Linie schob.

Danach ging der Werderaner Davie Selke auf Wamangituka zu und beschimpfte ihn, wobei der VfB-Angreifer der Auseinandersetzung gleich aus dem Weg gehen wollte. Schiedsrichter Frank Willenborg erkannte den Treffer an und gab beiden Spielern die Gelbe Karte. Lief dabei regeltechnisch alles korrekt ab?

Ja, weil der Stuttgarter den Karton wegen seines von Willenborg als provozierend interpretierten Verhaltens gegenüber Selke sah und nicht, weil er sich bei seiner überaus langsamen Torerzielung der gegnerischen Mannschaft gegenüber demütigend verhaltend hatte. Dafür hätte es mehr bedurft, etwa dass er sich hingekniet und den Ball mit dem Kopf über die Linie geschoben hätte.

Zeit genug wäre dafür gewesen. Aber dann hätte er eine Regelwidrigkeit begangen, bevor der Ball die Linie überschritten hatte, und Willenborg hätte den Treffer nicht anerkennen dürfen. Hätte er dies trotzdem getan, hätte dies einen Regelverstoß durch den Unparteiischen bedeutet, und Bremen hätte bei einem Einspruch gegen die Spielwertung sehr gute Chancen gehabt, dass diese annulliert wird.

Unter dem Strich war Gelb für Wamangituka für sein Verhalten nach der Torerzielung sicher deutlich zu hart. Die optimale Lösung wäre gewesen: Tor für Stuttgart und eine Verwarnung nur für Selke.

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Thomas Roth

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