2. Bundesliga

Walters Tränen um Seeler: "Der Größte aller Zeiten!"

Bewegende Worte des HSV-Trainers auf einer besonderen Pressekonferenz

Walters Tränen um Seeler: "Der Größte aller Zeiten!"

Konnte seine Gefühle nicht unterdrücken: HSV-Trainer Tim Walter (rechts)

Konnte seine Gefühle nicht unterdrücken: HSV-Trainer Tim Walter (rechts) Getty Images

Hamburgs Trainer hatte schon am Vormittag, gemeinsam mit seinem Kapitän Sebastian Schonlau, Horst Hrubesch und Bernd Wehmeyer, Blumen am Bronzefuß der verstorbenen Legende abgelegt, während der Pressekonferenz dann übermannten den 46-Jährigen seine Gefühle. "Ich habe ihn leider nicht kennenlernen dürfen, aber ich habe den Film gesehen und fand die schönste Szene, wie normal und schön er mit seiner Ilka umgegangen ist." Als er aus einem Dialog der beiden zitieren wollte, stockte ihm die Stimme, der Badener kämpfte mit den Tränen, presste dann heraus: "Was er für ein Mensch und für ein Idol war. Wir haben gestern den größten HSVer aller Zeiten verloren."

Walter: "Wir werden niemals seinem Erbe gerecht werden können.

Der größte Wunsch des Größten war es, seinen HSV noch einmal in der Bundesliga spielen zu sehen. Eine Verpflichtung für die Nachfahren? "Er war der Größte", wiederholt Walter, "wir werden niemals seinem Erbe gerecht werden können. Wir spüren jetzt, was hier in Hamburg los ist, wie er auf der ganzen Welt gesehen wird." Für ihn und seine Spieler bedeutet das, nach einem mit Sicherheit hoch emotionalen Vorspiel am Sonntag mit dem Anpfiff irgendwie den Schalter umlegen zu müssen, um die nächsten drei Punkte auf dem Weg zum Ziel und Seeler-Wunsch Bundesliga-Rückkehr einzusammeln. "Es wird nicht einfach sein, umzuschalten", ahnt der Coach, "aber wir wollen Spiele gewinnen und wir spüren, dass uns die ganze Stadt dabei unterstützt."

Tim Walter

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Die großen Gefühle sollen möglichst nicht hemmen, sondern zusätzlich emotionalisieren an einem Sonntag, der tränenreich werden könnte. "Wir stehen dafür, dass wir Emotionen in Energie umwandeln können", sagt Walter. "Füreinander da zu sein, zusammenzuhalten, das sind Tugenden, für die Uwe stand. Wir versuchen, diese wieder aufleben zu lassen und damit auch ihn ein Stück weit aufleben zu lassen."

Walter vermittelt große Gefühle und Emotionen. Zuvor beim Training hat der Coach ähnliche Worte auch schon an seine Spieler gerichtet. "Ich habe versucht, den Jungs genau das aufzuzeigen." Gegen Hansa soll es sichtbar werden. Deutlicher als beim 2:0-Sieg zum Auftakt in Braunschweig. "Wir müssen uns nicht für Siege entschuldigen", erklärt der Trainer, "aber wir wissen, dass wir es besser können. Und der Charakter der Jungs ist es, dass sie es immer besser machen wollen." Am kommenden Sonntag ganz besonders.

Sebastian Wolff

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