2. Bundesliga

HSV: Walter will noch mehr von Dompé sehen

HSV-Trainer lobt und fordert den Matchwinner von Paderborn

Walter will noch mehr von Dompé sehen

Erwartet noch mehr von Jean-Luc Dompé: HSV-Coach Tim Walter (li.).

Erwartet noch mehr von Jean-Luc Dompé: HSV-Coach Tim Walter (li.). picture alliance / Eibner-Pressefoto

Tim Walter hatte in der vergangenen Woche massiv daran gearbeitet, die Hamburger Energie-Krise zu beenden und ganz offensichtlich die richtigen Maßnahmen ergriffen. Den fehlenden Fokus hatte der 46-Jährige nach dem 2:3 gegen Magdeburg beklagt und nicht so sehr die fehlenden Spieler.

Energie im Spiel der Schlüssel zum Erfolg

Nach dem Erfolg im Spitzenspiel gegen Paderborn am Sonntag bilanziert Walter nun zufrieden: "Wir hatten wieder ganz viel Energie im Spiel, das ist unser Schlüssel." Und sie hatten Jean-Luc Dompé, der den ersten Treffer durch Robert Glatzel mustergültig per Flanke vorbereitete, den zweiten zur ersten Führung mit einem herrlichen Dribbling nach innen und sehenswertem Abschluss selbst erzielte und das Siegtor durch Laszlo Benes klug vorlegte.

Walter aber will beim Neuling von Zulte Waregem, ähnlich wie beim gesamten Team in der zurückliegenden Woche, noch mehr herauskitzeln. "Wir wissen um seine Qualitäten, auch im Abschluss. Die hatte er bislang bei uns noch nicht gezeigt, jetzt zum ersten Mal. Aber er muss auch in die andere Richtung arbeiten."

Er muss auch in die andere Richtung arbeiten.

Tim Walter über Jean-Luc Dompé

Was nach dem Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip klingt, wird vom Coach deutlich unterfüttert. "Es steht immer die Mannschaft im Vordergrund und nie der Einzelne. Die Wege und die Arbeit nach hinten gehören bei uns ganz entscheidend dazu, und da kann er noch zulegen. Jean-Luc versucht das auch und arbeitet daran, aber in dem Bereich hat er noch Potenzial."

Glatzel lobt: "Haben uns durchgebissen und extrem gewehrt"

In Paderborn verhalf Dompé dem HSV mit offensiven Glanzlichtern zurück in die Spur. Widerstandsfähigkeit war neben seinen Geniestreichen ein ganz wesentlicher Faktor. "Wir hatten zuletzt schlechtere Spiele und schlechte Ergebnisse, auch in Paderborn dann den frühen Rückschlag durch das Gegentor nach drei Minuten", sagt Jonas Meffert, "da muss man erstmal rauskommen." Torjäger Glatzel sieht in dem Erfolg einen "echten Charaktertest. Wir mussten in diesem Spiel immer wieder einiges einstecken, haben uns aber durchgebissen und extrem gewehrt."

Ob der HSV auch tatsächlich zurück in der Spur ist, werden die kommenden Wochen zeigen. In Paderborn traf er auf einen Kontrahenten, der mutig einen großen Anteil am mitreißenden Spektakel hatte, und Mittelfeldmann Meffert weiß: "Uns liegen natürlich Gegner, die mitspielen wollen."

Nun gilt es, gegen schwächere Teams abzuliefern

In den verbleibenden Partien bis zur Winterpause geht es gegen Regensburg, Fürth und Sandhausen, Mannschaften, für die es ums Überleben im Unterhaus geht und die weniger Räume bieten werden. Es sind unter anderem genau diese Spiele, für die der HSV Dompé mit seinen Qualitäten auf engstem Raum verpflichtet hat. Es könnte hilfreich sein, wenn Walter mit seinen Worten auch bei ihm den richtigen Ton trifft.

Sebastian Wolff

Fußballspruch des Jahres: Die Gewinner seit 2006