Relegation

Walter vor dem Duell mit Magath: "Es geht nicht um uns"

HSV-Trainer will auch gegen Hertha auf seine mutige Ausrichtung setzen

Walter vor dem Duell mit Magath: "Es geht nicht um uns"

HSV-Coach Tim Walter will sich "noch mehr belohnen".

HSV-Coach Tim Walter will sich "noch mehr belohnen". IMAGO/MIS

Für eine Besonderheit hat Tim Walter schon jetzt gesorgt. Er ist der erste HSV-Trainer seit 2016, der eine komplette Spielzeit auf der Hamburger Bank geleitet und mit dem Erreichen des Saisonzieles beendet hat. Seinerzeit hatte Bruno Labbadia die Vorgabe "Konsolidierung" mit Platz 10 in der Bundesliga erfüllt. Walter sollte den HSV neu entwickeln und hat mit der Qualifikation für die Relegationsspiele schon jetzt einen überzeugenden Arbeitsnachweis geliefert. Am Ziel freilich ist er noch lange nicht.

Walter: "Wir sind und bleiben bei uns"

"Meine Jungs", sagt der 46-Jährige voller Stolz, "sind grandios, was sie in dieser Saison abliefern, ist richtig, richtig gut." Und Walter ist überzeugt, dass das gemeinsam Erarbeitete auch für das Traumziel Bundesliga reicht: "Jetzt wollen wir uns noch mehr belohnen." Auf die übliche Art und Weise. Den mutigen Spielaufbau von hintenheraus gegen einen individuell stärker besetzten Gegner aus der Bundesliga zu verändern, ist nicht in seinen Planspielen. "Wir haben im Pokal Köln geschlagen und nichts anderes gemacht. Wir hätten im Halbfinale mit etwas mehr Glück in der ersten Halbzeit auch Freiburg vor ganz große Probleme gestellt. Wir sind und bleiben bei uns."

Besagte Pokalduelle mit den Erstligisten lassen sich tatsächlich als Mutmacher heranziehen, sie enttarnten aber auch die Gefahren. Beim Erfolg in Köln hatte sich der HSV anfangs viele Fehler im Aufbau geleistet, Freiburg hat diese im Gegensatz zu den Rheinländern gnadenlos betraft.

Zufriedenheit über das Erreichen der Relegation passt nicht zu diesem Trainer

Walter bleibt dennoch restlos überzeugt von seinem Weg und weiß vor allem die Mannschaft hinter sich. Mehrfach haben Führungsspieler intern wie extern herausgestrichen, dass sie immer wüssten, was auf dem Feld zu tun sei, dass sie einem klaren Plan folgen, mit dem sie sich wohl fühlen. Diese Symbiose zwischen Team und Trainer ist in den letzten fünf Saisonspielen auch in der Tabelle sichtbar geworden. Nun soll sie Hertha zu spüren bekommen. In einem Duell, in dem Walters Gegenüber ausnahmsweise noch mehr im Mittelpunkt steht als der HSV-Trainer: Felix Magath. Über das HSV-Idol sagt Walter: "Er ist ein großartiger Mensch und Trainer. Aber es geht in diesem Spiel nicht um uns Trainer. Es geht nur darum, dass wir bei uns bleiben." Das bedeutet für ihn: Auf Walters Weg. Der soll über Berlin ins Oberhaus führen. Zufriedenheit allein über das Erreichen der Relegation würde nicht passen zu diesem Chefcoach.

Sebastian Wolff

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