2. Bundesliga

2. Bundesliga: HSV-Trainer Walter - "Ich liebe sie alle"

HSV-Trainer mit emotionalem Ausbruch und einem Geständnis

Walter: "Ich liebe sie alle"

Stolz auf seine Mannschaft: HSV-Trainer Tim Walter.

Stolz auf seine Mannschaft: HSV-Trainer Tim Walter. IMAGO/Eibner

Als das letzte Ligaspiel eines bewegten HSV-Jahres zu Ende war, wurde es emotional. Vor der Nordtribüne sprach Kapitän Sebastian Schonlau per Mikrofon Dankesworte an die Fans, in den Katakomben feuerte Trainer Tim Walter seine Wasserflasche durch die Gänge. Seine Erklärung für den Gefühlsausbruch: "Die Vorrunde war sehr intensiv, auch im Hinblick darauf, was um die Mannschaft herum abgelaufen ist. Es ist schon sehr viel hier, und das musste raus."

2. Bundesliga, 17. Spieltag

Intensiver als nötig war auch die Partie am Samstag. Seine Elf war turmhoch überlegen, warf aber zwei Führungen durch Robert Glatzel (27.) und Ludovit Reis (56.) jeweils wieder regelrecht weg, weil sie nicht kompromisslos verteidigte. Und dies gegen einen Kontrahenten, der eigentlich wenig Anstalten machte, wirklich aktiv werden zu wollen. "Wir haben den Gegner immer wieder reingelassen ins Spiel, machen zwei Mal die Tür auf", analysiert Schonlau und weiß: "Das ist eigentlich zu viel."

Weil es eine Leistung schmälerte, die grundsätzlich eine Wiedergutmachung für den schwachen Auftritt in Fürth war. Auch der Trainer räumt ein: "Dass wir den Gegner zurückkommen lassen, sind unsere Themen." Dass dies regelmäßig so ist, macht es zu seinen Themen. Was indes ebenso wie fehlende Souveränität beispielhaft für den HSV unter Walter ist, ist die Fähigkeit regelmäßig zurückzukommen und beharrlich zu sein. Das ist einerseits der hohen individuellen Qualität geschuldet, andererseits aber auch einer veränderten Mentalität.

Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Auch wenn sie mich manchmal verrückt macht, liebe ich sie alle.

Tim Walter

Eine Tugend, die fraglos ebenso Walter zuzuschreiben ist. Denn: Für das Unterhaus hochkarätig besetzt waren zuvor schon andere Hamburger Kader, sind aber immer wieder an sich selbst gescheitert. Deshalb reklamiert der 47-Jährige zu Recht: "Wir bleiben immer dran, weil wir überzeugt sind von dem was wir tun. Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Auch wenn sie mich manchmal verrückt macht, liebe ich sie alle."

Am Sonntagmorgen gen USA

Am frühen Sonntagmorgen bricht der HSV zum USA-Trip auf, Ransford Königsdörffer, der nicht für Ghanas WM-Kader nominiert ist, wird dabei sein. Wo die Reise im neuen Jahr hingeht, bleibt offen. "Wir haben einen Zweier-Punkteschnitt", sagt Keeper Daniel Heuer Fernandes, "deshalb würde ich unserer Hinrunde auch die Note 2 geben. Wir stehen jetzt da, wo wir ach am Ende stehen wollen. Aber es gibt definitiv auch noch Dinge, die wir besser machen können. Wir haben sicher ein paar Niederlagen zu viel."

Fünf sind es an der Zahl. Das unterstreicht, das trotz eines direkten Aufstiegsplatzes noch Dinge ausbaufähig sind. Sebastian Wolff

Sebastian Wolff

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