2. Bundesliga

Walter: Frust und Freude über Onana-Deal

Hamburgs Trainer hat gegen Dresden fast die volle Auswahl

Walter: Frust und Freude über Onana-Deal

Hat er wirklich gut lachen? Tim Walter.

Hat er wirklich gut lachen? Tim Walter. imago images/Nordphoto

Die Vorfreude ist groß und die 17.100 verfügbaren Karten sind fast vergriffen, der Respekt vor dem ersten Heimgegner dieser Saison ist jedoch ebenso gegeben. Nach dem Start gegen das große Schalke folgt die Aufgabe gegen Aufsteiger Dresden, und in Hamburg wissen die Verantwortlichen und der neue Trainer, dass die erste große Hürde in Hamburg damit schon in genau dieser Konstellation liegt.

Wenn Tim Walter im Vorfeld des Duells von einem Gegner "mit breiter Brust nach einem 3:0-Sieg und viel Explosivität in der Offensive" spricht, dann schwingt nicht nur das Bemühen mit, Spieler und Anhänger zu sensibilisieren - es drückt auch aus, was die Beobachtungen der Auftaktgegner ergeben haben.

Das erste Mal wieder "vor richtig vielen Zuschauern"

Dass bei Schalke der Name größer ist als das gegenwärtige Leistungs-Niveau, bringt allein der Abstieg samt anschließendem Umbruch mit sich. Dass drei Punkte daheim gegen einen Neuling nach dem 3:1 in einer Partie, die gefühlt in der falschen Liga stattgefunden hat, allgemein erwartet werden, ist ebenso klar. Im Übrigen auch von Walter. "Wir spielen das erste Mal wieder vor richtig vielen Zuschauern, natürlich wollen wir denen etwas anbieten und gewinnen." Doch er warnt eben auch: "Wir haben die erste Woche gut gestaltet, aber wir müssen noch ein paar Dinge verbessern."

Deutlich verbessert gegenüber dem Auftaktwochenende hat sich die Personalsituation. Mit Josha Vagnoman, Anssi Suhonen und Jeremy Dudziak sind drei Profis nach ihren Blessuren ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, Sonny Kittel hat nach seinem Blitz-Comeback in Gelsenkirchen beschwerdefrei die komplette Woche absolviert und wie schon am vorigen Freitag einen starken Eindruck hinterlassen.

Nicht mehr als 15 Minuten, hatte Walter verraten, waren für den Techniker nach verpasster Vorbereitung im Tank. "Jetzt", sagt der 45-Jährige und setzt das Pokerface auf, "reicht es für mehr." Eine Rückkehr in die Startelf kündigt der Coach nicht öffentlich an, sie ist aber wahrscheinlich, während es bei Vagnoman, Suhonen und Dudziak zunächst nur um einen Platz im Kader geht.

Onana ist bereits in Frankreich

Dieser ist für Amadou Onana nicht mehr vorgesehen, das 19-jährige Mittelfeldjuwel trainiert schon nicht mehr mit der Mannschaft und weilt bereits in Frankreich. Der Wechsel zum OSC Lille steht unmittelbar bevor und wird zunächst sieben Millionen Euro in die leere HSV-Kasse spülen, dazu sind Bonuszahlungen vereinbart. Walter sagt ganz offen, dass dieser Wechsel ihn einerseits schmerzt, er andererseits aber auch den Weg des HSV der Zukunft symbolisieren soll.

"Natürlich ist das ein scherwiegender Abgang, weil Amadou extrem viel Potenzial hat. Er ist schneller groß geworden als der HSV. Andererseits spricht dieser Transfer auch für die Arbeit der Verantwortlichen, denn genau das ist ja das Ziel: Talente entdecken, und dann für viel Geld verkaufen."

Tatsächlich ist der Onana-Deal finanziell ein gutes Geschäft: Im vergangenen Sommer wurde der Belgier ablösefrei aus Hoffenheims U 19 verpflichtet, im Idealfall liegt die Einnahme später im hohen einstelligen Millionenbereich. "Und so etwas", weiß Walter, "war in Hamburg in der Vergangenheit ja nicht so häufig der Fall."

Sebastian Wolff

2. Liga, Super Liga? Erfahrung aus 309 Jahren Bundesliga