2. Bundesliga

HSV-Coach Walter: "Der Hype wird Ferro etwas zu viel"

HSV-Coach erklärt, wie sein gefeierter Torwart tickt

Walter: "Der Hype wird Ferro etwas zu viel"

HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes ist in blendender Verfassung.

HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes ist in blendender Verfassung. IMAGO/Hübner

Tim Walter ist Fragen zu dem Deutsch-Portugiesen längst gewöhnt. Weil seine Idee vom Fußball und einem mitspielenden Schlussmann Heuer Fernandes ganz entscheidend in den Fokus gerückt hat, aber auch, weil dieser bislang mehrfach Spiele für den HSV gewonnen hat. Mindestens in Braunschweig (2:0), gegen Karlsruhe (1:0) und in Kiel (3:2) war der 29-Jährige der entscheidende Faktor für Hamburger Siege. "Irgendwann", hat Torjäger Robert Glatzel nach dem jüngsten Erfolg bei Holstein orakelt, "fliegt uns das um die Ohren, wir müssen uns wieder bei Ferro bedanken." In der "Bild" hatte zuletzt auch Ex-Nationalkeeper René Adler dem früheren Darmstädter für seine Spielweise und seine Reaktionsfähigkeit gehuldigt.

"Ferro lebt und liebt dieses Spiel"

Heuer Fernandes selbst wehrt die Lobeshymnen abgeklärt wie die gegnerischen Großchancen ab. "Ich bin dafür da, um die Bälle zu halten", lautet sein Credo. Und sein Coach unterstreicht, dass das keine gespielte Bescheidenheit ist. "Wer Ferro kennt, der weiß, dass ihm der Hype um seine Person etwas zu viel wird." Dann setzt Walter selbst zur Huldigung an, allerdings auf den Charakter seiner Nummer 1: "Er nimmt sich selbst nicht wichtiger als die Sache, ist ein bescheidener, junger Mensch, der sich als Teil des Ganzen sieht und alles für den Erfolg und die Mannschaft einbringt. Ferro lebt und liebt dieses Spiel."

Und prägt es im bisherigen Saisonverlauf außergewöhnlich. Schon in der abgelaufenen Spielzeit war er ein Gewinner, obwohl er in bedeutungsvollen Spielen, beim Pokal-Halbfinale gegen Freiburg (1:3) und im Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC (0:2) gepatzt hatte. Aktuell hat er sein Spiel nochmal auf ein höheres Level gehoben, sein kicker-Notenschnitt liegt bei 2,07. Das ist nicht nur im Unterhaus der Bestwert, auch in der 1. Liga hat kein Profi einen besseren Schnitt.

Sebastian Wolff

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