2. Bundesliga

HSV: Trainer Walter bleibt sich treu

Dem HSV gelingt ein Sprung, der Trainer betrachtet allein die Entwicklung

Walter bleibt sich treu

Seine Prognosen sind gerade im Begriff, einzutreten: Tim Walter.

Seine Prognosen sind gerade im Begriff, einzutreten: Tim Walter. imago images/osnapix

Auf zwei Dinge war in dieser Spielzeit des Hamburger SV einigermaßen Verlass: darauf, dass Wildheit und Unreife jeweils dann dem Sprung in die Spitzengruppe der Zweitligatabelle im Wege standen, wenn er möglich gewesen ist. Und darauf, dass Tim Walter im Anschluss daran auf den Prozess der Entwicklung verwiesen hat.

Der Trainer ist sich am Sonntag treu geblieben, während seine Spieler ausgebrochen sind aus dem vertrauten Kreislauf. Nach dem 3:0 gegen Hansa Rostock ist der einstige Bundesliga-Dino erstmals seit dem 1. Spieltag wieder unter den Top 3, der Coach aber verkneift sich an dieser Stelle den Verweis darauf, dass er stets betont habe, die Entwicklung gehe in die richtige Richtung. Er unterstreicht stattdessen seine Einschätzung und blickt bereits voraus - auf Schalke. "Wir freuen uns, wenn wir solche Spiele haben. Wir gehen voller Energie in diese Woche und wollen auch da siegreich sein."

Ein Heimsieg zum Jahresabschluss am kommenden Samstag, es wäre der vierte in Folge, wäre ein Ausrufezeichen nach einer Kurve, die deutlich nach oben zeigt und in dieser Form noch vor wenigen Wochen nur von Berufsoptimisten erwartet worden war. Zu oft glichen sich die Vorträge des HSV, die zwar stets geprägt waren von viel Spektakel, aber auch zu wenig Effizienz. Zu sehr erinnerte auch das 0:1 in Hannover vor einer Woche an diese Spiele und warf die Frage auf, was denn nun der Ausrutscher war: die erste Niederlage nach zuvor zwölf ungeschlagenen Partien? Oder doch die kurze Phase der Effektivität?

Die beste Defensive der Liga

Walter lehnt ein Zwischenfazit auch nach dem Hinrundenende ab, denn: "Eine Tabelle ist auch nach der Halbserie noch nicht fertig." Er bewertet lieber den Gesamtzusammenhang und konstatiert: "Gegen Rostock ist sichtbar geworden, dass wir uns in verschiedenen Punkten einfach weiterentwickelt haben. Wir haben mehr Konsequenz vor dem gegnerischen Tor, wir verteidigen inzwischen aber auch sehr aggressiv."

Er bleibt in seiner Analyse nicht an der Oberfläche, sondern präzisiert: "Hansa war sehr hart in den Zweikämpfen, wenn wir da zurückziehen, ziehen wir den Kürzeren. Das haben wir aber nicht getan." Belegt werden Walters Worte durch die Statistik. Mit nur 17 Gegentreffern stellt sein Team die beste Defensive der Liga. Und widerlegt gleichzeitig die These, sein auf extreme Variabilität ausgerichtetes System sei zu störanfällig.

Dass der Defensivverbund hält, obwohl aktuell sieben Profis aus diesem Bereich fehlen, ist ein weiteres Zeugnis für einen Fortschritt. Gegen Schalke wird es keine wesentlichen Veränderungen geben an einem Kader, zu dem mit Felix Paschke und Bent Andresen am Sonntag zwei 18-jährige Eigengewächse gehörten - allenfalls Jonas David könnte nach Muskelfaserriss wieder eine Alternative sein. Sorge bereitet Walter dies nicht. "Weil unsere Entwicklung richtig gut ist." Auf dieses Mantra des Trainers bleibt Verlass.

Sebastian Wolff

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