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Wallbox: Jetzt gibt es Geld vom Staat

900 Euro Zuschuss pro Ladepunkt - Ab 24. November bei der KfW zu beantragen

Wallbox: Jetzt gibt es Geld vom Staat

Heimladestation: Auch Automobilhersteller wie Seat bieten Wallboxen an.

Heimladestation: Auch Automobilhersteller wie Seat bieten Wallboxen an. Seat

Deutschlands Autofahrer auf Elektro-Kurs zu bringen, lässt sich der Bund einiges kosten. Die Anschaffung eines reinen E-Autos wird bekanntlich mit einer großzügigen Innovationsprämie gefördert, die - inklusive Herstelleranteil - bis zu 9480 Euro betragen kann. Bei Plug-in-Hybriden, die sich zwischen den Welten von Strom und Sprit bewegen, kommt der Zuschuss auf maximal 6750 Euro.

Das soll aber noch nicht alles gewesen sein. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat angekündigt, dass jetzt auch Wallboxen eine staatliche Förderung erhalten. Stattliche 900 Euro spendiert der Bund für Kauf und Errichtung einer Ladestation inklusive des elektrischen Anschlusses sowie der damit verbundenen notwendigen Nebenarbeiten an Stellplätzen von bestehenden Wohngebäuden.

Voraussetzungen fürs Fördergeld

Das klingt gut und generös. Doch die Unterstützung ist an einige Bedingungen geknüpft:

• Die Heimladestation muss fabrikneu sein

• Sie muss rein privater Nutzung unterliegen, darf also weder öffentlich zugänglich sein noch gewerblich genutzt

• Die Normalladeleistung muss 11 Kilowatt betragen

• Der Strom, der aus der Wallbox fließt, hat zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu kommen

• Die Ladestation muss intelligent steuerbar sein

11 kW machen die Sache teuer

Vor allem der Umstand, dass eine Normalladeleistung von 11 kW verlangt wird, stellt durchaus eine Hürde dar. Kostengünstige einfache Wallboxen, die einphasig und mit bis zu 7,2 kW laden, mit maximal 20 Ampere abgesichert werden und rein technisch mit 230 Volt betrieben werden können, erhalten somit nämlich keine Förderung. Dabei genügen sie den Anforderungen vieler E-Auto-Besitzer schon völlig. Die subventionierten 11-kW-Ladestationen hingegen erfordern eine dreifache Absicherung mit 16 Ampere und benötigen Starkstrom, also Dreiphasen-Wechselstrom mit 400 Volt. Das macht die Sache aufwendig und folglich teurer, denn in aller Regel muss der Fachmann erst eine neue Leitung vom Hausverteilerkasten zum Einbauort der Wallbox (Garage, Carport) legen.

Leistungsstarke 22-kW-Heimladestationen gilt es auf 11 kW "herabzuregeln", damit sie den Förderrichtlinien entsprechen.

Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau

Anträge auf den Investitionszuschuss in Höhe von 900 Euro pro Ladepunkt können ab dem 24. November bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt werden. Bis dann will die KfW auch kommuniziert haben, welche Ladestationen genau als förderwürdig erachtet werden. Übrigens: Kommt das Projekt "Wallbox" günstiger als 900 Euro, gibt es keine Unterstützung.

Den Antrag stellen können neben Privatpersonen auch Wohnungseigentümergemeinschaften sowie Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften.

Geld auch von anderer Stelle

Unter Umständen lohnt es sich zudem, bei der Kommune oder beim örtlichen Energieversorger nachzufragen, ob für die Anschaffung eines Elektroautos oder einer Wallbox regionale Förderprogramme bestehen beziehungsweise geplant sind.

Ulla Ellmer