Bundesliga

Hertha BSC: Pal Dardai sauer über den "Blitz-Tag"

Deutliche Worte von Trainer und Kapitän

"Wahrscheinlich nicht ernstgenommen": Dardai sauer über den "Blitz-Tag"

Nicht einverstanden mit der Leistung seines Teams: Hertha-Coach Pal Dardai.

Nicht einverstanden mit der Leistung seines Teams: Hertha-Coach Pal Dardai. imago images/Matthias Koch

Als hätte er ihn heraufbeschworen. Noch am Freitag hatte Pal Dardai die Frage "Wann kommt der Blitz?" aufgeworfen. Der große negative Knall nach einer positiv verlaufenen Vorbereitung, den der Ungar befürchtet hatte, er schlug bereits zwei Tage später ein. 1:3 unterlag Hertha BSC am Sonntagabend dem 1. FC Köln, verlor dabei nach ansprechendem Beginn und früher Führung komplett den Faden.

Wir haben voll unsere Linie verloren.

Pal Dardai

"Heute war der Blitz-Tag", gab auch Dardai nach Abpfiff im "DAZN"-Interview unumwunden zu. "Wir haben das provoziert. Wir sind gut ins Spiel gekommen und hatten genug Möglichkeiten, das 2:0 zu machen. Das haben wir verpasst und nach einer halben Stunde angefangen zu schwimmen bis zum Schluss. Wir haben voll unsere Linie verloren."

Faire Reaktionen auf Modestes Tor

Den Sieg für den 1. FC Köln bezeichnete er daher auf der Pressekonferenz als "verdient" - und auch mit Blick auf das von Berliner Protesten begleitete Tor zum 1:1 durch Anthony Modeste gab sich Dardai als fairer Verlierer. "Das ist ein Tor, das ist Männersport", kommentierte er die Szene, in der sein Sohn Marton nach leichtem Schieben des Kölner Torschützen zu Boden gegangen war. "Ich habe vorher schon fünfmal reingerufen: 'Bitte aufpassen, zurücklaufen im Block', aber das haben sie wahrscheinlich nicht ernstgenommen und das war der größte Fehler. Modeste hat getroffen und danach sind wir nur noch geschwommen."

Auch Kevin-Prince Boateng, der nach über 14 Jahren wieder in der Bundesliga für seinen Heimatklub aufgelaufen war, bewertete fair: "Für mich ist das kein Foul, da bin ich ehrlich. Es sieht hart aus, aber er macht das stark mit Erfahrung." Viel problematischer sei gewesen, was im Anschluss im Spiel seines Teams passiert war. "Wir brechen dann ein und haben Angst, zu spielen, was auch okay ist. Aber dann kommen wir nicht wieder zurück ins Spiel."

Stark stellt klar: "Vieles muss sich ändern"

Ein Manko, das Kapitän Niklas Stark zu einer klaren Forderung an die Herangehensweise seines Teams veranlasste: "Wenn wir keinen Zugriff bekommen und merken, dass wir es in den zehn Minuten gerade nicht schaffen, dann müssen wir halt kompakt stehen und in den nächsten zehn Minuten angreifen. Das müssen wir verbessern. Wir haben jetzt zwei Champions-League-Mannschaften vor uns und vieles muss sich ändern." Damit nach dem Blitz-Tag nicht ein ganzes Unwetter aufzieht.

mib

Bilder zur Partie 1. FC Köln - Hertha BSC