Bundesliga

Wagner: Er gibt seinen Fehler zu

Berlin: Ärger über Referee-Ansetzungen

Wagner: Er gibt seinen Fehler zu

Hertha BSC: Theofanis Gekas und Felipe Santana

Neue Spielsituation: Dass Felipe Santana zum Torwart zurückköpfte, hob Gekas' Abseits auf. imago

Taten die Beteiligten mit Nachdruck. "Einen glasklaren Treffer" hatte Herthas Manager Michael Preetz in Minute 80 erkannt, "es war eindeutig, da gibt es keine zwei Meinungen." Gab es doch. "Für mich", befand BVB-Coach Jürgen Klopp, "ist das klares Abseits. Felipe köpft den Ball nicht so zurück, wenn Gekas nicht in seinem Sichtfeld aufgetaucht wäre. Insofern stört er ihn da." Seine Schützlinge hatten sich auf dem Platz aber mit dem Tor abgefunden. "Aus dem Spiel heraus hat es sich uns allen nicht erschlossen, warum es kein Tor war", erklärte Patrick Owomoyela, "wir alle dachten, es war das 0:1."

Hätte es auch sein müssen. Doch Schiedsrichter Lutz Wagner interpretierte den durchaus diffizilen Fall falsch. Durch Santanas zielgerichtete Kopfball-Rückgabe Richtung Weidenfeller sei "eine neue Spielsituation entstanden", bekundete DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel am Sonntag, "in diesem Fall kann man nicht mehr auf Abseits entscheiden." Auch Lutz Wagner gab am Sonntag im Gespräch mit dem kicker seinen Fehler zu: "Nach dem Studium der Fernsehbilder muss ich sagen, dass Gekas nach der aktuell gültigen Regelauslegung wohl eher nicht aktiv eingegriffen hat." Wagner erklärte, es habe sich um "eine schwierige Situation" gehandelt: "Mein Assistent (Bastian Dankert - d. Red.) hat die Fahne gehoben, weil Gekas schon in der ersten Szene abseits stand und er der Meinung war, dass der Berliner strafbar abseits wurde, als er durch seine aktive Bewegung zum Gegenspieler Santana hin diesen zum Eingriff verleitete. Sonst hätte der Dortmunder den Ball zu seinem Torhüter durchlaufen lassen können." Es gebe "definitiv keinen Haupstadt-Bonus, eher ein Hauptstadt-Problem", schnaubt derweil Preetz: "Wir wissen, dass Fehlentscheidungen dazugehören. Aber im Moment summiert es sich. Gegen Nürnberg wurde eine identische Situation gegen uns entschieden. Das sind Punkte, die uns fehlen."

Ärger über Referee-Ansetzungen

Auch die Schiedsrichteransetzungen missfallen den Berlinern. Der damalige Hertha-Manager Dieter Hoeneß wollte Wagner schon im Oktober 2006 "in den wohlverdienten Ruhestand" schicken - nach einem schwachen Auftritt bei Herthas 0:2 in Cottbus (kicker-Note 5). Und Knut Kircher, zuletzt gegen Nürnberg (1:2) mit weichenstellenden Fehlern (Note 5,5), hatte schon im Februar 2009 beim 1:2 in Wolfsburg (Note 6) Hertha krass benachteiligt. Vorm Nürnberg-Spiel intervenierte Preetz vergeblich beim DFB gegen Kirchers Nominierung, am Sonntag sagte Funkel ("Das passive Abseits sollte abgeschafft werden") auf kicker-Nachfrage: "Man sollte bei den Ansetzungen ein etwas glücklicheres Händchen haben und Leute mit dieser Vorgeschichte nicht unbedingt Hertha-Spiele pfeifen lassen."

Abseits der Abseits-Debatte verkennen die Berliner indes nicht die Hauptursache für ihre Heimmisere. "Wir schießen zu wenig Tore", gesteht Funkel. Auch Lustenberger sagt: "Wir müssen die Fehler bei uns selbst suchen. Die letzte Konzentration im Abschluss fehlte, da waren ein paar technische Fehler dabei."