2. Bundesliga

David Wagner spricht über Entlassung beim FC Schalke 04

Bern-Trainer erwartet am Dienstag ManUnited

Wagner über Schalke: "Der Absturz dieses Klubs war nicht aufzuhalten"

Champions League statt 2. Liga: David Wagner arbeitet nach seinem Aus auf Schalke nun in Bern.

Champions League statt 2. Liga: David Wagner arbeitet nach seinem Aus auf Schalke nun in Bern. imago images (2)

Auch wenn er sich dieses Schicksal nicht unbedingt selbst ausgesucht hat, heißen die Gegner von David Wagner nun Manchester United und Cristiano Ronaldo. Und eben nicht Karlsruhe und Philipp Hofmann. Fast genau ein Jahr nach seiner Entlassung beim FC Schalke ist der 49-Jährige Trainer von Young Boys Bern und erwartet am Dienstagabend (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker) ManUnited in der Champions-League-Gruppenphase. 

Die lange Auszeit nach dem Aus in Gelsenkirchen hat Wagner bewusst gewählt. "Ich brauchte Abstand", erzählt er im Interview mit dem "Guardian". "Um ganz ehrlich zu sein, war das nicht mein Fußball. Ich mag Emotionen, ich mag Atmosphäre. Und während der Corona-Zeit war es alles andere als eine Freude, in einem Fußballstadion zu sein."

Wenn man das Gefühl hat, dass man, egal was man tut, nichts ändern kann, ist das ein schreckliches Gefühl.

Wagner

Besonders nicht, wenn man, wie Wagner und Schalke, 18 Bundesliga-Spiele am Stück nicht gewinnt. "Wenn ich über die Zeit auf Schalke spreche, kann man sie in zwei verschiedene Phasen einteilen." Phase eins war die erste Hinrunde mit einem zwischenzeitlichen dritten Platz. Von da an ging alles bergab. "Ja, ich war ein Teil davon." Aber: "Abseits des Spielfelds ist so viel passiert." Der Wirbel um Clemens Tönnies zum Beispiel. "Dann kam Corona, und wir hatten kein Geld zum Ausgeben. Die Fans waren nicht glücklich."

Für Wagner waren es "viele Dinge, die ich nicht beeinflussen konnte. Und wenn man das Gefühl hat, dass man, egal was man tut, nichts ändern kann, ist das ein schreckliches Gefühl. Es kommt nicht darauf an, wer an der Seitenlinie steht. Du kannst holen, wen du willst: Der Absturz dieses Klubs ist nicht aufzuhalten." Das war er dann auch trotz weiterer Trainerwechsel nicht mehr.

Wagner: "Ich wollte zu einem stabilen Klub"

Wagner hingegen nahm Abstand und kehrte im Sommer in Bern zurück auf die Trainerbank. "Ich wollte zu einem stabilen Klub mit guten Leuten. Leute, denen man vertrauen kann. Und wenn es die Möglichkeit gibt, in Europa zu spielen oder Titel zu gewinnen, dann war ich auch offen dafür, in eine kleinere Liga zu gehen." Die Schweiz, sagt Wagner, "entwickelt sich fußballerisch, das hat man bei der Europameisterschaft gesehen. Der Unterschied zwischen den besten und den schlechtesten Mannschaften ist groß. Aber es ist eine sehr interessante Liga mit vielen Talenten." Und am Dienstag wartet mit ManUnited das erste große Highlight.

mkr

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