3. Liga

Zwickaus Wachsmuth: "Etatkürzung wie ein Damoklesschwert"

Zwickaus siebte Drittligasaison in Serie bringt erhebliche Schwierigkeiten mit sich

Wachsmuth: "Etatkürzung hängt wie ein Damoklesschwert über uns"

Ihnen steht eine schwere Aufgabe bevor: Joe Enochs und Toni Wachsmuth

Ihnen steht eine schwere Aufgabe bevor: Joe Enochs und Toni Wachsmuth imago images/osnapix

Heute jährt sich der erstmalige Drittligaaufstieg des FSV Zwickau zum sechsten Mal: Nach 18 Jahren im Amateurfußball schoss Toni Wachsmuth die Schwäne mit seinem Treffer zum entscheidenden 1:0 im Relegations-Rückspiel gegen Elversberg zurück in den Profifußball. Seither hielt Zwickau, trotz bescheidenem Etat, stets die Klasse.

Auch diese Saison der Schwäne war da nicht anders, es gab keine großen Ausschläge, weder nach oben noch nach unten, sodass man schlussendlich als zehnter souverän die Klasse hielt. Aufreger gab es kaum, was die Verantwortlichen um Relegationsheld Wachsmuth, seit seinem Karriereende vor drei Jahren FSV-Sportchef, und Trainer Joe Enochs, der seinerseits seit vier Jahren im Amt ist, in Ruhe arbeiten lässt.

Wie viel Aufregung die siebte Drittligasaison in Serie bietet, ist fraglich. Coronabedingt blicken die Sachsen auf ein Defizit von 800.000 Euro, das wohl nahezu eins zu eins auf den Profietat durchschlägt. Sollte es bei dieser Summe bleiben, fiele über ein Viertel des Etats weg, das Wachsmuth und Co. in der vergangenen Saison zur Verfügung stand (3,03 Mio. Euro). "Die beabsichtigte Etatkürzung hängt wie ein Damoklesschwert über uns", weiß der Sportchef um die Schwere der Aufgabe, einen konkurrenzfähigen Drittliga-Kader zusammenzustellen. Positiv stimmt allerdings, dass Abwehrchef Davy Frick seinen Vertrag bereits verlängert hat. Zudem wurde auf der Mitgliederversammlung des FSV verkündet, dass auch Kapitän Johannes Brinkies und Routinier Ronny König ihre Arbeitspapiere "per Handschlag" verlängert haben und dem Drittligisten somit erhalten bleiben.

Vor uns liegt eine riesige Aufgabe, die nicht mit denen aus den vorangegangenen vier Jahren zu vergleichen ist.

Joe Enochs

Innenverteidiger Steffen Nkansah, der 2020 von Eintracht Braunschweig nach Zwickau kam und sich unter Enochs zu einem absoluten Leistungsträger (59 Spiele/vier Tore) der Schwäne entwickelte, muss den Verein dagegen aufgrund der Sparmaßnahmen verlassen. Nun gilt es, preiswerten Ersatz zu finden und eine schlagkräftige Truppe zu formen. "Es wird schwieriger als in der Vergangenheit. Vor uns liegt eine riesige Aufgabe, die nicht mit denen aus den vorangegangenen vier Jahren zu vergleichen ist", betonte auch Enochs. "Was mich zuversichtlich stimmt, ist der Umstand, schon 13 Spieler unter Vertrag zu haben, darunter viele Leistungsträger", so der 50-Jährige weiter. Der US-Amerikaner ist der Trainer mit der längsten Amtszeit in der abgelaufenen Spielzeit und kennt die Liga aus dem Effeff. Trotzdem erhielt auch er im Gegensatz zu den Vorjahren statt einem Zwei- nur einen Einjahresvertrag.

Michael Thiele

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