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Vorstand Peter Janeck hat genug: Brandenburger SC Süd will sein Oberliga-Team abmelden

Oberliga NOFV-Nord

Vorstand Peter Janeck hat genug: Brandenburger SC Süd will sein Oberliga-Team abmelden

Können zukünftig nur noch die Jugend anfeuern: Die Fans des Brandenburger SC Süd 05

Können zukünftig nur noch die Jugend anfeuern: Die Fans des Brandenburger SC Süd 05 imago images

Es sind Zeilen, die nachdenklich stimmen: Peter Janeck, Vorstandsvorsitzender beim Brandenburger SC Süd 05, holt auf der Internetseite seines Vereins zum Rundumschlag gegen den modernen Amateurfußball mit all seinen Begleiterscheinungen aus.

"Ich werde nichts schönreden und mache kein Geheimnis daraus, dass der regionale Fußball, den man den Zuschauern und Spielern in den letzten Jahren geboten hat, den Verein in den letzten Jahren finanziell gefordert und personell überfordert hat", lautet Janecks schonungslose Zustandsbeschreibung. Daher steht für den Brandenburger Vorstand fest: "Ich sehe unter den finanziellen Voraussetzungen, die der Verein derzeit hat, keinen Sinn darin, krampfhaft einem weiteren Bestehen der aktiven Mannschaft hinterher zu laufen und horrende Gehälter für Spieler zu zahlen. Diese sind in den letzten Jahren so in die Höhe gestiegen, dass ich persönlich nicht mehr gewillt bin, diese Gelder zu zahlen. Selbst in den untersten Spielklassen scheint es nur noch mit Geld zu gehen, die emotionale Bindung an die Vereine scheint in vielen Fällen keine Rolle mehr zu spielen."

Erschwerend komme hinzu, dass der BSC Süd 05 mit Sponsoringanfragen bei größeren ortsansässigen Firmen oft auf Granit gebissen habe, wie Janeck erklärt: "Wenn ich nun als Vorstandsvorsitzender eines ansässigen Vereins an diese Firmen herantrete und Gespräche führe, sprechen sich all diese Firmen gegen ein größeres Engagement in einem Verein aus. Nur ausgewählte Großveranstaltungen werden in dieser Stadt finanzkräftig unterstützt. An die Türen dieser Firmen und Vertreter brauche ich nicht klopfen. Es ist müßig und anstrengend immer an geschlossenen Türen zu stehen. Eigennützigkeit steht dort vor sozialem Einsatz in der Stadt. Diese Dinge machen es mir schwer, an engagierte potenzielle Sponsoren heranzutreten, denn dadurch wird mir bewusst, jeder von ihnen ist sich selbst der Nächste."

Was Janeck bei den größeren Firmen kritisiert, gelte aber ausdrücklich nicht für die kleineren Betriebe: "Es gibt in unserer Stadt Brandenburg so viele kleine Firmen und Unterstützer, die seit vielen Jahren alles geben, was möglich ist, um unseren gemeinnützigen Sportverein, als auch freiberufliche Trainerinnen und Trainer, die diese Tätigkeit als ehrenamtliche Helfer unseres Vereins betreiben, mit zu tragen und zu unterstützen. Dafür gebührt all denen, die sich in diesen Zeiten für unseren Verein eingesetzt haben unser allergrößter Dank."

"Wir werden ein Ausbildungsverein sein"

Doch das Engagement der kleineren Firmen wiegt all die frustrierenden Erfahrungen nicht auf. Das führt dazu, dass sich der Sportclub künftig allem Anschein nach auf den Nachwuchs konzentriert. "Zurück zum authentischen Fußball und volle Konzentration auf die Jugend! Wir müssen nun die verbliebenen Mittel bewusst wieder auf die Jugendarbeit konzentrieren. Jedes Kind muss künftig wieder in jeder Altersstufe die Möglichkeit haben, beim BSC Süd 05 Fußball spielen zu können", so Janeck, der weiter ausführt: "Wir werden damit ein Ausbildungsverein für zukünftige gute Spieler sein, die dann nur noch in anderen Städten, Regionen, Vereinen und Ligen spielen werden."

Janeck selbst wird sich von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender zurückziehen: "Das geringe Engagement von vielen Firmen in Brandenburg hat vor allem dazu geführt, meine zukünftige Führungsverantwortung im Verein nicht mehr weiterzuführen, denn dies entspricht nicht dem Anspruch an mich selbst und dem Verständnis für Anerkennung." Janecks Leitmotiv: "Es muss etwas geändert werden, damit es weiter gehen kann!"

+++ Update (26.05.2020, 09:05 Uhr): Wie der Verein mitteilt, wird die definitive Entscheidung über den Rückzug der Oberligamannschaft auf einer Mitgliederversammlung im Juni fallen. +++

stw