Bundesliga

Voronin büßt doppelt

Hertha: Pantelic steht bereit

Voronin büßt doppelt

Zweifelhaftes Jubiläum: Herthas Voronin sieht von Schiedsrichter Kempter Rot. Der 1000. Platzverweis in der Bundesliga.

Zweifelhaftes Jubiläum: Herthas Voronin sieht von Schiedsrichter Kempter Rot. Der 1000. Platzverweis in der Bundesliga. imago

Hängende Köpfe statt eines tanzenden Managers, zweifelhaftes Jubiläum statt Hauptstadt-Märchen, Alltagsgrau statt Festtagsstimmung: Hertha BSC droht binnen kürzester Zeit alles einzureißen, was über Monate hinweg aufgebaut wurde. Symbolfigur der Krise ist ausgerechnet Starstürmer Andrey Voronin, der am Samstag in Hannover die 1000. Rote Karte in der Bundesliga-Geschichte sah.

Spielbericht

Eine Minute vor dem Abpfiff leistete sich der glücklose Stürmer fast an der Mittellinie ein Frustfoul am Hannoveraner Leon Andreasen. Den fälligen Platzverweis quittierte der Ukrainer, indem er Andreasen den Ball in den Rücken schoss, wütend vom Platz stapfte und im Spielertunnel um sich trat. "Das war blöd", sagte Mitspieler Pal Dardai. "So darf sich der Frust nicht entladen", schimpfte Manager Dieter Hoeneß.

Voronin - Sperre und Geldstrafe

Voronin, der als erster Hertha-Profi in dieser Saison Rot sah, wurde am Mittwoch vom DFB-Sportgericht wegen einer Tätlichkeit gegen den Gegner nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung und wegen eines unsportlichen Verhaltens, begangen durch zwei rechtlich selbstständige Handlungen, mit einer Sperre von drei Meisterschaftsspielen und einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro belegt. Der reumütige Rotsünder hat Hertha BSC im Meisterschaftskampf einen Bärendienst erwiesen. "Es war die erste und hoffentlich letzte Rote Karte meiner Karriere. Ich war so enttäuscht, es ging nicht gegen einen Gegenspieler. Ich weiß nicht, was in der Situation mit mir los war", beschrieb Voronin seinen Ausraster.


Trainer Favre verzichtete auf eine öffentliche Schelte. "So etwas geht nicht. Ich werde das mit ihm besprechen", kündigte der Schweizer Coach an. Er hakte nach der dritten Pleite in Folge das Thema Meisterschaft ab. "Wir haben alle vom Titel geträumt, es war eine große Euphorie da, das ist normal. Jetzt müssen wir uns auf den UEFA-Cup-Platz konzentrieren. Das war und ist unser Ziel", beurteilte Favre die Lage beim ehemaligen Tabellenführer. Statt Bayern oder Wolfsburg nannte er nun Schalke und Dortmund als Konkurrenten.

Pantelic meldet sich zurück

Hertha steht ohne Voronin, den Gelb-gesperrten Patrick Ebert sowie ohne den Verletzten Arne Friedrich am Sonntag gegen Werder Bremen ein schweres Stück Arbeit bevor. Helfen soll da Marko Pantelic, der nach seiner Entzündung im Adduktoren-Bereich am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Er könnte Voronin ersetzen. "Ich bin okay, wenn der Trainer mich spielen lässt, dann spiele ich", erklärte der Torjäger, der zuletzt hinter Voronin und Raffael nur noch die Nummer drei im Berliner Angriff war.