Regionalliga

TuS Haltern geht einzigartigen Weg

Neuer Weg der Kaderplanung

Vorbild Athletic Bilbao: TuS Haltern geht einzigartigen Weg

TuS Haltern

Vorbild: Bilbao: In Zukunft sollen bei TuS Haltern nur noch einheimische Spieler jubeln. imago images

Bei dem spanischen Erstligisten spielen ausschließlich Spieler, die im Baskenland geboren sind. In dieser Art und Weise will es nun auch der Regionalligist aus Haltern handhaben. Schon in der kommenden Spielzeit 2020/21 sollen 50 Prozent des Kaders der ersten Mannschaft aus Spielern bestehen, die in der Seestadt geboren oder aufgewachsen sind oder in der Jugend dort gespielt haben. Auch Kicker, die in Haltern wohnen, passen in die Kriterien. Eine Saison später geht der Klub sogar noch einen Schritt weiter und wird sich auf 75 Prozent lokale Spieler verlassen.

Dass dieser neu eingeschlagene Weg auch sportlichen Misserfolg, wie den Abstieg aus der Regionalliga, bedeuten könnte, ist den Köpfen des TuS Haltern bewusst. Jedoch wollen sie diesen für das Gemeinwohl in Kauf nehmen, wie Raphael Brinkert, Marketingleiter der Seestädter, klar stellte. "Wir sind der festen Überzeugung, dass es in den nächsten Jahren nicht nur um höher, weiter und schneller, sondern auch um sozialer, gerechter und nachhaltiger geht", so Brinkert.

Höwedes baut sein Engagement aus

Um diesen Weg einzuschlagen, konnte der Seestadt-Klub einen Partner gewinnen, der genau in dieses neue Raster passen würde. Der in Haltern geborene und beim TuS Haltern großgewordene Benedikt Höwedes, Weltmeister von 2014, gehört ab sofort dem Strategie-Stab an und baut damit sein Engagement bei seinem Heimatverein aus.

Diese Selbstbeschränkung sehen wir als konsequente Weiterentwicklung und Rückbesinnung auf die DNA unseres Vereins.

Raphael Brinkert

Geschichten wie die von Höwedes waren es auch, die die Verantwortlichen in ihrem Vorhaben ermutigen. Neben dem Weltmeister schafften ebenfalls der Ex-Hannoveraner Sergio Pinto oder auch die Metzelder-Brüder Christoph und Malte den Sprung aus der Stauseekampfbahn in den Profifussball. "Diese Selbstbeschränkung sehen wir als konsequente Weiterentwicklung und Rückbesinnung auf die DNA unseres Vereins als 'Deutschlands erfolgreichste Talentschmiede im Amateurfussball'", sagte Brinkert, der den neuen Weg nicht als Ausschluss externer Kicker verstanden haben will und deshalb erklärte: "Unsere Seestadt-Strategie soll nicht ausgrenzen, sondern antreiben, und uns helfen zukünftig vermehrt auf diejenigen zu setzen, die beim TuS Haltern am See und in unserer Stadt groß geworden sind."

Deshalb gilt das neue Konzept auch für die Jugend, in der in den letzten Jahren ebenfalls vermehrt Spieler von außerhalb hinzugeholt wurden. Dies kann immer noch vorkommen, wichtig sei jedoch, dass sie einen Teil ihrer Jugend im Verein verbracht haben, ehe sie zu den Senioren kommen.

Wohin der Weg des TuS Haltern in Zukunft führen wird, wird man erst in einiger Zeit sehen. Mit ihrem selbstauferlegten Weg haben sie sich jedoch einen Rahmen für die sportliche und infrastrukturelle Zukunft auferlegt, der für eine Überraschung gut sein könnte.

Leon Koch