Bundesliga

Vor der Rückkehr nach Köln: Freiburgs Söyüncü und die "emotionale Balance"

Freiburgs Innenverteidiger und die Erinnerung an 2016

Vor der Rückkehr nach Köln: Söyüncü und die "emotionale Balance"

Keine positive Erinnerung: Caglar Söyüncü im September 2016 gegen Anthony Modeste.

Keine positive Erinnerung: Caglar Söyüncü im September 2016 gegen Anthony Modeste. imago

Im Mittelpunkt stand bei der 0:3-Niederlage im September 2016 Innenverteidiger Caglar Söyüncü, der wenige Wochen zuvor neu nach Freiburg gekommen war. "Brutales Lehrgeld" habe er zahlen müssen, sagte Streich damals. Zwei der drei Tore, die alle in der ersten Hälfte fielen, gingen zum großen Teil auf seine Kappe. Nach der Pause musste er deshalb in der Kabine bleiben. Darüber will der SC-Coach vor dem Spiel an diesem Sonntag aber nicht nochmal mit Söyüncü sprechen. Denn zum einen ist der damalige Doppelpacker Anthony Modeste nicht mehr in Köln, zum anderen hat sich der 21-jährige Türke stabilisiert.

"Er soll so konzentriert sein, wie er es zu 90 Prozent hier war", erklärt Streich, "ich bin zufrieden, wie er sich entwickelt hat - nur punktuell war ich nicht zufrieden." Dass er zwischenzeitlich nur einen Platz auf der Bank hatte, begründet der SC-Coach damit, dass Söyüncü viel auf Reisen war durch die Länderspiele mit der türkischen Nationalmannschaft. "Da hat er viel erlebt, und er war manchmal nicht genug in der emotionalen Balance." Jetzt scheint er sie wiedergefunden zu haben und nach dem Spiel gegen den HSV dürfte er in Köln wieder zur Startelf gehören.

Dass er eine gewisse Zeit braucht, um sich zu entwickeln, war Söyüncü von Beginn an zugestanden worden, aber er musste wegen mehrerer Ausfällen schneller zur Stammkraft werden. Zeit sollte auch Robin Koch bekommen, der vom Zweitligisten Kaiserslautern erst zum Ende der Sommer-Transferphase zum SC kam. Doch auch er feierte relativ schnell sein Bundesligadebüt und hat sich mit einer erstaunlich abgeklärten Spielweise gleich festgesetzt. "Das konnte man im Training nicht absehen, dass er es so gut hinkriegt auf dem Platz", freut sich Streich, "er ist ein ausgeglichener Mensch, kontrolliert und hat trotzdem genug Emotionen." In Köln ist Koch deshalb quasi gesetzt, egal ob der SC mit Dreier- oder Viererkette spielt.

Daniela Frahm