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Von Schlaf und guten Gaming-Boostern

Serie: Gesundheit und Fitness

Von Schlaf und guten Gaming-Boostern

Erstes Thema der neuen Reihe von kicker eSport und Fabian Broich ist der Schlaf.

Erstes Thema der neuen Reihe von kicker eSport und Fabian Broich ist der Schlaf. kicker eSport

Flackernde Bildschirme bis tief in die Nacht, Augenringe und wenig frische Luft - Klischees über Gamer gibt es wie Sand am Meer. Dabei gehört das vorurteilsbehaftete Bild im eSport der Vergangenheit an. Professionelle Spieler werden bisweilen im Stile von Athleten behandelt, verfolgen Ernährungspläne, nutzen Workouts zum Ausgleich und arbeiten mit Performance-Coaches zusammen, um die eigene Leistung zu optimieren.

Schläfst du besser, hast du die besten Voraussetzungen besser und schneller zu werden als andere.

eSport-Performance-Coach Fabian Broich

Eben solcher ist Fabian Broich. In der ersten Ausgabe von Gesundheit und Fitness, die alle zwei Wochen auf kicker eSport erscheint, sprechen wir mit ihm über das Thema Schlaf. Dass dieser wichtig ist, steht für den Trainer außer Frage: "Er ist ein Drittel unseres Lebens. Schläfst du besser, bist du regenerierter und hast die besten Voraussetzungen, besser und vor allem schneller zu werden als andere."

Damit nimmt das Thema auch im eSport eine immer größere Rolle ein: "Durch viele Stunden vor dem PC, vieles Spielen und große Beanspruchung der kognitiven Fähigkeiten ist es wichtig, im Ausgleich viel und genügend zu schlafen." Zusätzlich zu der Regeneration der Spieler sollen so auch Trainingseffekte gestärkt und "das Erlernte gefestigt werden".

Mit geregelten Abläufen zum besten Spiel

Dazu hat Broich eine ganz konkrete Routine, in diesem Kontext auch Schlafhygiene genannt: "Um 22 Uhr weg von Screens und Devices, eine Viertelstunde draußen spazieren gehen und den Tag Revue passieren lassen. Vor dem Schlafen 15 Minuten das Fenster öffnen, alles abdunkeln und möglichst wenige Geräusche zulassen."

Zentral ist dabei die Zeit zwischen dem letzten Blick auf einen Bildschirm und der geplanten Schlafenszeit. Denn Schlafmangel, so Broich, sei ein hausgemachtes Problem: "Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen damit. Grund dafür ist das Licht, das die Produktion des Schlafhormons Melatonin drosselt."

Natürlich gibt es überwiegend Spieler, die bis zwei oder drei Uhr spielen, die werden sich aber in der Zukunft dezimieren.

eSport-Performance-Coach Fabian Broich

Bei allen Spielern ist dies laut des Trainers noch nicht angekommen: "Natürlich gibt es überwiegend Spieler, die bis zwei oder drei Uhr spielen, die werden sich aber in der Zukunft dezimieren." Grund für diesen Trend sei ein gewachsenes Verständnis der Organisationen und Teams. "Wer keinen geregelten Tagesablauf hat, wird nicht langfristig seine besten Leistungen bringen und somit nicht für Teams interessant sein."

Booster zu Unrecht verteufelt?

Was hingegen trotz negativer Vorurteile interessant sein könnte, sind Gaming-Booster. Auch Broich weiß um die Problematik der oftmals mit vielen aufputschenden Substanzen gefüllten Getränke: "Wenn ich einen 'Booster' nehme, der mich mit 200mg bis 250mg Koffein hochpeitscht, mein Herz das merkt, ich zittere und schwitze, dann ist das ein ganz klares Zeichen dafür, dass das nicht gut für mich ist."

Doch dieses Vorurteil trifft längst nicht mehr auf die gesamte Produktpalette zu: "Es gibt mittlerweile auch Getränke auf dem Markt, die einen kleinen Koffeingehalt haben, aber den Spieler durch Vitamine und Aminosäuren in die Fokuszone bringen."

Einen übermäßigen Konsum sollte man trotzdem vermeiden und stattdessen lieber auf natürliche Maßnahmen wie eine gesunde Schlafhygiene setzen. Diese hat nämlich für Broich Vorteile, die über die Performance hinausgehen: "Wir leben in einer sehr schnell wechselnden Gesellschaft und wer entspannt und fokussiert mit dieser Welt umgehen kann, wird sie meistern - auf dem Server oder im realen Leben."

Matti Jansen

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