Int. Fußball

Christophe Galtier wird Trainer bei Paris St. Germain

Franzose übernimmt für Pochettino

Vom Angstgegner zum Angestellten: Galtier übernimmt Paris St. Germain

Neuer Trainer von Paris St. Germain: Christophe Galtier.

Neuer Trainer von Paris St. Germain: Christophe Galtier. IMAGO/PanoramiC

Am 16. Juni stieg PSG in die Verhandlungen mit Galtiers Klub OGC Nizza ein, jetzt ist der Trainerwechsel innerhalb der Ligue 1 offiziell: PSG überweist Medienberichten zufolge knapp zehn Millionen Euro an die Cote d'Azur, um den Coach aus seinem laufenden Vertrag herauszukaufen. In Paris unterschreibt er einen Zweijahresvertrag.

Galtier tritt damit die Nachfolge des glücklosen Mauricio Pochettino an, der nach eineinhalb Jahren in der französischen Metropole wieder gehen muss - auch weil es ihm wie seinen prominenten Vorgängern nicht gelang, die Champions League zu gewinnen. Am großen Ziel der katarischen Führung wird sich nun auch Galtier messen lassen müssen. Der coachte bislang erst sechs Spiele in der Königsklasse - und gewann kein einziges davon.

Galtier stellte zweimal in Folge die beste Abwehr der Liga

In Frankreich hingegen galt Taktiker Galtier bereits seit Längerem als bester Trainer der Ligue 1. Nach acht Jahren bei der AS St. Etienne übernahm er im Dezember 2017 Lille OSC, formte aus einem Abstiegskandidaten in kürzester Zeit einen Champions-League-Teilnehmer und machte die Nordfranzosen schließlich 2021 völlig überraschend zum französischen Meister - knapp vor PSG.

Auch bei seiner letzten Station in Nizza, wohin Galtier nach dem Titel gewechselt war, machte der Coach seinem Ruf als PSG-Schreck alle Ehre. Mit "Le Gym" kegelte er den übermächtigen Hauptstadtklub aus dem Pokal, holte in der Liga vier Punkte aus zwei Spielen. Besonders bemerkenswert: In den vergangenen vier Ligaspielen gegen Neymar, Mbappé & Co. kassierte Defensiv-Guru Galtier mit seinen Teams kein einziges Gegentor, sowohl mit Lille als auch mit Nizza stellte er außerdem die statistisch beste Abwehr der Liga.

"Es ist ein Traum, einen Kader mit so vielen Weltklassespieler zu trainieren", verkündete Galtier bei seiner Antrittspressekonferenz im Parc des Princes, deutete aber bereits an, seinem Ruf als "Durchgreifer" auch beim Star-Ensemble gerecht zu werden: "Wenn es um die Stärke der Mannschaft geht, wird es keine Kompromisse geben. Kein Spieler ist größer als das Team. Wenn ein Spieler nicht unter diesen Rahmenbedingungen arbeiten will, wird er nicht spielen." Neymar, um den zuletzt Abwanderungsgerüchte aufgekommen waren, wolle er "bei uns behalten".

Der Traum von Zidane realisiert sich nicht

Der Traum der katarischen PSG-Führung, Zinedine Zidane für das Traineramt zu gewinnen, hat sich mit Galtiers Verpflichtung zerschlagen. Durchgesetzt hat sich stattdessen die sportliche Leitung um den neu installierten Berater Luis Campos. Der hatte Galtier einst bereits als Sportdirektor nach Lille geholt. "Er wird für die Transfers verantwortlich sein - aber wir hatten viele Transferfenster zusammen und kein Spieler kam ohne meine Zustimmung", kündigte Galtier an.

Das Duo Campos - Galtier hatte PSG in Lille durch kluge Transfers und eine strukturiert Spielweise ordentlich geärgert. Zumindest diese beiden nationalen Steine im Schuh ist man in Paris jetzt los.

mib

Die internationalen Top-Transfers des Sommers