Bundesliga

Volland und Co. stärken Gisdol den Rücken

Hoffenheim: Maulwurf im Umfeld der Mannschaft vermutet

Volland und Co. stärken Gisdol den Rücken

Zählt zu den Befürwortern von Trainer Markus Gisdol: Hoffenheims Angreifer Kevin Volland.

Zählt zu den Befürwortern von Trainer Markus Gisdol: Hoffenheims Angreifer Kevin Volland. imago

Volland distanzierte sich im Namen der Mannschaft von Medienberichten, wonach ein Großteil der Mannschaft von ihrem Trainer abgerückt sei. "Die Mannschaft steht vollkommen hinter dem Trainer. Es ist eine Lüge, was zu lesen war. Dass der Großteil nicht hinter dem Trainer steht, das ist absolut falsch. Wir wollen mit ihm da wieder rauskommen, und ich bin felsenfest überzeugt, dass wir das auch schaffen werden."

Hopp traf sich mit Spielern

Also steckten die Spieler die Köpfe zusammen und berieten, wie diesem falschen Eindruck am wirkungsvollsten zu begegnen sei. Und kamen schließlich auf die Idee, die Plattform der Pressekonferenz zu nutzen. Eine ebenso bemerkenswerte Eigeninitiative der Kraichgauer Profis, die damit Gisdol gerade in diesen Krisentagen demonstrativ den Rücken stärken. Nach nur sechs Punkten aus den ersten neun Partien hinkt Hoffenheim nicht nur den eigenen Erwartungen stark hinterher, am Wochenende war die TSG in der Tabelle gar auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Was die Lage natürlich enorm zuspitzte.

Zusätzlich verschärfte der vermeintliche Graben zwischen Trainer und Mannschaft die Lage. Eine offensichtlich gezielt gestreute Fehlinformation aus dem engeren Umfeld des Bundesligisten. Die sogar dazu führte, dass sich Gesellschafter Dietmar Hopp ohne Wissen der sportlichen Leitung am Dienstag mit einigen Führungsspielern traf, um aus erster Hand das wahre Stimmungsbild zu erfahren.

Gisdol: "Sie haben mich informiert, dass es so ein Gespräch gab"

Spürt die volle Rückendeckung der Mannschaft: TSG-Coach Markus Gisdol.

Spürt die volle Rückendeckung der Mannschaft: TSG-Coach Markus Gisdol. imago

"Die Spieler haben mich informiert, dass es so ein Gespräch gab", erklärte Gisdol am Mittwoch, "ich habe es nicht gewusst, aber die Spieler haben es mir gesagt." Die Schilderungen aus dem Mannschaftskreis haben Hopp offenbar überzeugt, dass kein akuter Handlungsbedarf besteht. Zuvor war bereits über Gisdols Entlassung noch vor der Partie gegen den HSV spekuliert worden. Zumindest am Freitag haben Gisdol und seine Truppe nun Gelegenheit, mit einer überzeugenden Leistung und einem Heimsieg die Wende zum Guten einzuleiten.

"Wir wissen, dass wir punkten müssen", versichert Volland, "wir stehen als Mannschaft in der Pflicht." Mit einem Sieg gegen Hamburg allein ist Gisdol freilich noch lange nicht aus dem Schneider. Neben der Punktausbeute muss die TSG schleunigst auch die Leistungen steigern und zurückfinden zu einem attraktiven Offensivfußball auf Basis einer stabilen Defensive. Ein erneuter Rückschlag am Freitag könnte allerdings Hopps ausgedünnten Geduldsfaden endgültig reißen lassen. Unterdessen fahnden sie in Zuzenhausen nach dem vermuteten Maulwurf, dem eine Eskalation der Lage offenkundig nicht ungelegen käme.

Michael Pfeifer