Bundesliga

"Voll mit Adrenalin und böse": Martin Hinteregger begrüßt Auswechslung

Augsburger beklagen ausgebliebene Rote Karte

"Voll mit Adrenalin und ein bisschen böse": Hinteregger begrüßt Auswechslung

Diskutable Szene: Martin Hinteregger (unten) foult Marco Richter.

Diskutable Szene: Martin Hinteregger (unten) foult Marco Richter. picture alliance

In der 38. Minute war es Hinteregger gewesen, der mit einem wuchtigen Kopfball das 1:0 gemacht und damit das Augsburger Abwehrbollwerk geknackt hatte. Nach der Halbzeit stand der Österreicher dann aber nicht mehr auf dem Platz. Warum? Letztlich war es eine Vorsichtsmaßnahme von SGE-Trainer Adi Hütter, wie Hinteregger nach Abpfiff gegenüber "Sky" bestätigte.

"Ich war ein bisschen mit Adrenalin voll", gab Hinteregger zu verstehen und gab zu, dass er gegen seinen Ex-Verein "ein bisschen böse" war. Mit böse meinte er sein rüdes Foul in der 31. Minute gegen Marco Richter, als er ohne Chance auf den Ball seinen Gegenspieler mit gestrecktem Bein von der Seite grätschend auf Kniehöhe am Knöchel traf.

Augsburger Unmut wegen Gelber Karte

Schiedsrichter Robert Schröder beließ es bei Gelb und zog damit vor allem den Unmut der Augsburger auf sich. "Das ist nach den Regeln eine hundertprozentige Rote Karte, da kann es keine zwei Meinungen geben", ärgerte sich FCA-Manager Stefan Reuter: "Der vierte Schiedsrichter hatte perfekte Sicht, besser kannst du nicht stehen. Wir haben es von der Bank auch klar gesehen. Gelb war für mich schon im Spiel nicht nachvollziehbar."

Augsburgs Trainer Heiko Herrlich wertete die Szene ebenso. "Ärgerlich ist, dass der Spieler, der das Tor macht, meiner Meinung nach gar nicht mehr hätte auf dem Platz stehen dürfen. Ich will keine Rote Karte für den Gegner fordern. Aber so, wie ich das Regelwerk verstehe, hätte er nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Das ist umso ärgerlicher und gibt dem Spiel eine Richtung."

Reuter kritisiert Nichteingreifen des VAR

Reuter ergänzte zudem, dass ihm der Schiedsrichter zur Halbzeit beim Gang in die Kabine gesagt habe, dass er sich das Foul noch einmal in Ruhe anschauen wollte, woraufhin Reuter entgegnete: "Ich habe geantwortet: Es wäre schön gewesen, wenn er das in der Situation gemacht hätte." Reuter kritisierte damit das Nicht-Eingreifen des VAR.

Rot wäre die angemessene Strafe für dieses Foul gewesen. Es war ein gnädiges Urteil, das Hinteregger erhalten hatte - und der war sich dessen bewusst, schließlich zog er selbst in Zweifel, ob er den Abpfiff "mit einer Gelben Karte geschafft hätte. Das wäre gefährlich gewesen, deswegen hat der Trainer mich ein bisschen gebremst - und die richtige Entscheidung getroffen."

Wäre gut, wenn wir die auf Distanz halten.

Sebastian Rode über das anstehende Spiel in Leverkusen

Aus Frankfurter Sicht hat Hütter also alles richtig gemacht, immerhin standen am Ende drei Punkte für die Eintracht, die vier Spieltage vor Schluss weiterhin von der Champions League träumen darf - und das vielleicht mehr denn je. Doch Vorsicht ist geboten.

So erwartet die Hessen am Samstag in Leverkusen das Verfolgerduell. Bayer steht neun Punkte hinter der SGE und darf sich daher keine Niederlage erlauben, soll Platz vier nicht aus den Augen verloren werden - und dann wäre ja auch noch der BVB auf Platz fünf. Für Sebastian Rode ist klar: "Mit Leverkusen haben wir eine sehr schwere Aufgabe. Wäre gut, wenn wir die auf Distanz halten. Danach haben wir alles selbst in der Hand."

drm

Bilder zur Partie Eintracht Frankfurt - FC Augsburg