Bundesliga

Vogts, Kahn, Ballack und Co. erhalten Hall-of-Fame-Award

Zehn Neuzugänge aufgenommen

Vogts, Kahn, Ballack und Co. erhalten Hall-of-Fame-Award

Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie konnten die Hall-of-Fame-Awards erst jetzt vergeben werden.

Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie konnten die Hall-of-Fame-Awards erst jetzt vergeben werden. Stephan Schütze, Carsten Kobow

Wiedersehen macht Freude - das trifft nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie mehr denn je zu. Da geht es früheren Nationalspielern nicht anders als Ottilie Normalbürgerin. Und so wird gequatscht, geflachst, gefachsimpelt, als im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund Oliver Kahn, Berti Vogts, Wolfgang Overath und einige weitere Fußballhelden des Landes aufeinandertreffen, um ihre Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Fußballs zu feiern.

Der TV-Sender RTL, der die Aufnahmezeremonie am kommenden Mittwoch ab 23.20 Uhr im Anschluss an das Länderspiel Deutschland gegen Dänemark ausstrahlt, hat zu diesem Zweck einiges an Produktionsequipment und Technik aufgefahren. Laura Wontorra moderiert, Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Museumsdirektor Manuel Neukirchner stehen ihr zur Seite. Doch immer wieder müssen die Mitglieder der Produktionsfirma den Neuzugängen, die hinter den Kulissen warten, signalisieren, doch bitte etwas leiser zu sein. Doch es gibt eben viel zu besprechen - vor wie hinter den TV-Kameras.

Moderiert die Zeremonie: Laura Wontorra (li.).

Moderiert die Zeremonie: Laura Wontorra (li.). Stephan Schütze, Carsten Kobow

Zu der männlichen Gründungself aus dem Jahr 2018 - plus Trainer Sepp Herberger - gesellen sich künftig Oliver Kahn, Hans-Jürgen Dörner, Wolfgang Overath, Jürgen Klinsmann, Helmut Schön, Berti Vogts, Michael Ballack, Andreas Möller, Klaus Fischer und Rudi Völler. Bis auf Dörner, der privat verhindert ist, den digital aus Kalifornien zugeschalteten Klinsmann und den 1996 verstorbenen Schön, an den im Museum durch dessen berühmte Schiebermütze erinnert wird, sind sie alle persönlich nach Dortmund gekommen, um sich die Ehrung persönlich abzuholen. So hochdekoriert sie alle sind, so viele Trophäen sie auch im Schrank haben - oder wie Oliver Kahn im Keller -: Man nimmt ihnen allesamt ab, stolz darüber zu sein, Teil der Hall of Fame zu sein, über deren Mitglieder eine 30-köpfige Jury aus Medienvertretern entscheidet.

Als kleiner Junge habe ich miterlebt, wie Deutschland 1954 Weltmeister wurde. Jetzt mit einigen dieser Helden von Bern in der Hall of Fame in einer Reihe zu stehen, erfüllt mich mit Stolz.

Berti Vogts

"Als ich als kleiner Junge auf einem Nebenplatz des Karlsruher Wildparks angefangen habe zu kicken, war es mein größter Wunsch, nur ein einziges Mal im benachbarten Stadion aufzulaufen", erinnert sich Kahn. "Ich hätte nie gedacht, einmal auf diese besondere Weise im Deutschen Fußballmuseum verewigt zu werden." Auch Berti Vogts geht es nicht viel anders. "Als kleiner Junge habe ich miterlebt, wie Deutschland 1954 Weltmeister wurde. Jetzt mit einigen dieser Helden von Bern in der Hall of Fame in einer Reihe zu stehen, erfüllt mich mit Stolz", sagt der Weltmeister von 1974 und Europameister-Trainer von 1996.

"Wer hätte das gedacht?" - Kahn scherzt über Aufnahme in Hall of Fame

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Ganz am Ende der Dreharbeiten, als fast alles im Kasten ist, kommen sie noch einmal zusammen, die Neuzugänge aus vielen Jahrzehnten deutscher Fußball-Geschichte, um sich für ein Gruppenfoto aufzustellen. Das übliche "Cheese" der Fotografen entfällt diesmal. Ihre Gesichter strahlen in diesem Moment auch so mit den gläsernen Erinnerungstafeln um die Wette, die jeder von ihnen anlässlich der Ehrung die Hand gedrückt bekommen hat. Wiedersehen macht eben Freude.

Lesen Sie am Montag im kicker das große Doppel-Interview mit Berti Vogts und Rudi Völler zur Hall of Fame und zu den deutschen Chancen bei der bevorstehenden Europameisterschaft.

Bislang in die Hall of Fame berufen wurden:

Männer, Jahrgang 2018 (Gründungself): Sepp Maier; Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Andreas Brehme; Günter Netzer, Lothar Matthäus, Fritz Walter, Matthias Sammer; Uwe Seeler, Gerd Müller, Helmut Rahn; Sepp Herberger

Frauen, Jahrgang 2019 (Gründungself): Silke Rottenberg; Steffi Jones, Doris Fitschen, Nia Künzer; Renate Lingor, Silvia Neid, Martina Voss-Tecklenburg, Bettina Wiegmann; Inka Grings, Birgit Prinz, Heidi Mohr; Tina Theune

Männer, Jahrgang 2019: Oliver Kahn, Hans-Jürgen Dörner, Wolfgang Overath, Jürgen Klinsmann, Helmut Schön

Männer, Jahrgang 2020: Berti Vogts, Michael Ballack, Andreas Möller, Klaus Fischer, Rudi Völler

Die Jury bilden:

Dirk Adam (FOCUS), Frederik Ahrens (Hamburger Morgenpost), Gernot Bauer (Eurosport), Michael Bracher (DAZN), Gianni Costa (Rheinische Post), Alfred Draxler (BILD), Ralph Durry (SID), Stefan Frommann (WELT), Thomas Fuhrmann (ZDF), Pit Gottschalk (Sport1), Anno Hecker (FAZ), Christian Hollmann (dpa), Jörg Jakob (kicker), Sascha Klaverkamp (Ruhr Nachrichten), Erich Laaser (VDS), Alexander Laux (Hamburger Abendblatt), Christian Löer (Kölner Stadt-Anzeiger), Manfred Loppe (RTL), Tino Meyer (Sächsische Zeitung), Peter Müller (FUNKE Sport), Mario Nauen (Sky), Manuel Neukirchner (Deutsches Fußballmuseum), Heiko Ostendorp (RND), Dirk Preiß (Stuttgarter Zeitung), Katrin Schulze (Der Tagesspiegel), Dirc Seemann (Sport1), Steffen Simon (WDR/ARD-Fernsehen), Sabine Töpperwien (WDR-Hörfunk), Martin Volkmar (SPOX, Goal), Mark Weishaupt (Saarbrücker Zeitung)

Matthias Dersch

Die 27 Legenden in der Hall of Fame