Europa League

Bayer Leverkusen, Völler: "Jeder fragt sich: Wo steht man eigentlich?"

Leverkusens Geschäftsführer sieht Pause für deutsche Klubs weder als Vor- noch als Nachteil

Völler: "Jeder fragt sich: Wo steht man eigentlich?"

Rudi Völler

3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel: Rudi Völler und Bayer Leverkusen befinden sich gegen die Rangers in guter Ausgangsposition. getty images

Mitte September startet die neue Saison - dabei ist die alte noch nicht einmal beendet. Auch aus diesem Blickwinkel heraus sagt Rudi Völler vier Tage vor dem Leverkusener Rückspiel im Achtelfinale der Europa League gegen die Glasgow Rangers: "Es wird Zeit, dass es losgeht."

Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz geht mit einem 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel in Ibrox in das Duell mit den Schotten - und mit der Ungewissheit wie nach einer langen Bundesliga- und Pokalsaison der zweite Re-Start gelingt. Seit Donnerstag vergangenen Woche hat der Niederländer seine Profis wieder um sich vereint, doch wie schon Anfang Juni bei der Wiederaufnahme des nationalen Spielbetriebs wird Bayer 04 einen Kaltstart hinlegen.

Keine Tests gegen externe Gegner

Wie damals setzte man auch jetzt auf einen internen Test, verzichtete auf ein Testspiel gegen einen externen Gegner. Eine Einordung des aktuellen Leistungsvermögens bleibt also schwierig. Doch das betrifft nicht nur die Bundesligisten, die ab Mittwoch in Europa bzw. Champion League antreten. Völler, der beobachtet hat, dass zuletzt in den großen Ligen wie in Italien die Klubs aufgrund der hohen Dauerbelastung "auf dem Zahnfleisch" gingen, möchte aus den beiden extrem unterschiedlichen Ausgangspositionen der verschiedenen Europacup-Teilnehmer keine Rückschlüsse auf das mögliche Abschneiden ziehen.

Knapper Rangers-Sieg gegen Aberdeen

"Das gilt für alle. Für Klubs aus den Ländern, die lange gespielt haben, und für die Klubs, die eine lange Pause hatten. Jeder ist irgendwie auf der Suche und fragt sich: Wo steht man eigentlich?", erklärt der 60-Jährige, der selbst miterleben musste, wie Bayer 04 zum Ende der Bundesligasaison der Sprit ausging. Was wiegt also mehr? Fehlender Spielrhythmus oder mangelnde Frische? Völlers Antwort: "Es gibt keinen Vor- oder Nachteil. Das kommt aufs Selbe raus."

Mit Donnerstag-Gegner Glasgow Rangers könnte es allerdings vielleicht doch einen Klub geben, dem der ungewöhnliche Spieltermin in die Karten spielt. Schließlich gehen die Rangers nach einer kompletten Vorbereitung mit diversen Testspielen und einem 1:0-Sieg beim FC Aberdeen am Samstag zum Auftakt der neuen Saison in der Scottish Premiership in das Rückspiel in Leverkusen. Doch nach Bayers 3:1-Sieg im Hinspiel würde Völler auch dies im Falle eines Leverkusener Misserfolgs wohl nicht als Ausrede gelten lassen.

Stephan von Nocks

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