Champions League

Völler: "...und dann rief mich Totti an"

Leverkusens Sportdirektor freut sich auf die Rückkehr nach Rom

Völler: "...und dann rief mich Totti an"

Könnte mit einem Punkt im Stadio Olimpico gut leben: Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler.

Könnte mit einem Punkt im Stadio Olimpico gut leben: Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. Getty Images

Was war das für ein verrücktes Spiel in Leverkusen vor zwei Wochen. 2:0, 2:4, 4:4 - am Ende einer wilden Achterbahnfahrt konnte sich der Bundesligist ein wenig wie der Sieger fühlen. "Ich bin jetzt schon ein paar Jahre im Fußball tätig und habe eigentlich alles gesehen, aber das war ein verrücktes Spiel, eine Show für die Fans", sagte Völler in einem Interview mit der "Gazzetta dello Sport" wenige Tage vor der Rückkehr ins Stadio Olimpico. Dort ging Völler von 1987 bis 1992 selbst im Roma-Dress auf Torejagd. Das war auch der Grund dafür, dass die Lazio-Anhänger beim Play-off-Duell mit Leverkusen Mitte August lautstark buhten, als Bayers Sportdirektor auf der Anzeigetafel eingeblendet wurde. Im römischen Fußballgedächtnis ist und bleibt Völler ein Giallorosso.

"Die Roma kann Meister werden"

In dieser Saison räumt der 55-Jährige seiner alten Liebe, die am Wochenende im Topspiel bei Inter Mailand mit 0:1 unterlag und die Tabellenführung in der Serie A vorerst abgeben musste, alle Chancen ein, um in der Liga am Ende ganz vorne zu landen und den Scudetto zu holen: "Sie haben gezeigt, dass sie gut spielen und die Besten in Italien sein können. Die Roma kann Meister werden."

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Champions League - Tabelle - Gruppe E
Pl. Verein Punkte
1
FC Barcelona FC Barcelona
10
2
AS Rom AS Rom
5
3
Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen
4

In der Champions League ist hinter Tabellenführer FC Barcelona in der Gruppe E aber wohl nur noch ein Achtelfinal-Ticket zu vergeben - und das soll natürlich nach Leverkusen gehen: "Wenn wir im Olimpico nicht verlieren, haben wir einen kleinen Vorteil, uns zu qualifizieren, aber es wird ein schweres Match." Mit nur zwei Punkten ist die Roma nach drei Spielen Schlusslicht der Gruppe E und damit mächtig unter Zugzwang. Bayer liegt mit vier Zählern knapp vor BATE Baryssau (3). "Es ist nicht gesagt, dass es diesmal vorsichtiger zugehen wird", meinte Völler: "Die Dynamik eines Fußballspiels lässt sich nicht vorhersagen."

Rudi Völler

Ein Bild aus alten Tagen: Rudi Völler im gelbroten Roma-Trikot. imago

An seine Zeit in Rom, wo ihn die Curva Sud im Olimpico als "den Deutschen, der fliegt" besang und vor allem für einen Siegtreffer im Derby gegen Lazio im März 1990 feierte, denkt Völler gerne zurück - auch wenn seine Rückkehr als Trainer im Sommer 2004 ein einmonatiges Intermezzo blieb. Seinerzeit hatte Völler nach der erfolgslosen EURO in Portugal gerade erst seinen Posten als DFB-Teamchef niederlegt, als ihn der Hilferuf aus der "Ewigen Stadt" erreichte. Der spätere Nationaltrainer Cesare Prandelli war als Trainer zurückgetreten, um sich um seine schwerkranke Frau zu kümmern. Völler sprang ein, "um Freunden zu helfen", wie er selbst angab. Eine Bauchentscheidung, die nach hinten losging.

"Dass es 2004 nicht gut ausgegangen ist, war mein Fehler"

"Ich hatte gerade erst die Nationalmannschaft verlassen und wollte eigentlich aufhören, als Trainer zu arbeiten, und entspannen. Nur zwei Teams hätten meine Entscheidung ändern können: Leverkusen und die Roma", berichtete Völler der "Gazzetta": "Dann riefen mich Francesco Totti und Franco Baldini (damals Sportdirektor, d.Red.) an. Ich musste schnell eine Entscheidung treffen, konnte keinen deutschen Assistenten mitbringen und war zu wenig auf den italienischen Fußball vorbereitet, der sich in 17 Jahren sehr verändert hatte. Dass es nicht gut ausgegangen ist, war mein Fehler. Ich war die falsche Person zur falschen Zeit."

"In Rom habe ich gelernt, was der Ausdruck Derby bedeuten kann"

In seiner Zeit als Spieler habe er in Rom vor allem eins gelernt: "Die römische Bedeutung des Ausdrucks Derby. Wenn wir mit Bremen gegen unseren Rivalen HSV verloren haben, gab es Enttäuschung und sonst nichts. In Rom dagegen haben wir nach einem Tor von Paolo di Canio gegen Lazio verloren und mussten unter Polizeischutz trainieren."

Ob er die Serie A um irgendetwas beneide, wurde Völler von der "Gazzetta" auch noch gefragt. Seine Antwort: "Darauf, dass ihr euch nicht mit Bayern München auseinandersetzen müsst."

ski

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