Bundesliga

Virkus: Diesen Fußball soll Borussia Mönchengladbach spielen

Gladbach: Das Anforderungsprofil für den neuen Trainer

Virkus: Diesen Fußball soll Borussia künftig spielen

Dinge aufarbeiten: Gladbachs Sportdirektor Roland Virkus.

Dinge aufarbeiten: Gladbachs Sportdirektor Roland Virkus. IMAGO/Jan Huebner

Für die vielen Gladbacher Fans, die Lucien Favre mit offenen Armen empfangen hätten, platzte am Montagabend der große Traum von einer Rückkehr des Schweizers. Favre, sagte Virkus auf der Mitgliederversammlung, "möchte nicht mehr in Deutschland arbeiten." Eine doch sehr überraschende Wende in der Geschichte, nachdem man sich in den vielen Gesprächen sehr, sehr nah gekommen war und der Klub laut Virkus "alles getan" hätte, um die Verpflichtung des Wunschkandidaten unter Dach und Fach zu bringen. Nun geht die Suche also weiter. Gespräche mit dem früheren Bundesligaprofi Vincent Kompany, der gerade seine zweijährige Trainertätigkeit bei RSC Anderlecht beendet hat, wurden geführt, in der Vergangenheit auch schon Kontakte zu Daniel Farke (zuletzt Krasnodar, davor Norwich City) geknüpft.

Wie der Nachfolger von Adi Hütter heißen wird, bleibt erst einmal offen. Klar ist aber, für welchen Fußball der neue Trainer stehen soll. Virkus sprach am Montag über verschiedene Ansätze, die man sehen möchte. Darunter Themen wie: Defensive Stabilität. Fitness. Und der "borussia-typische" Fußballansatz.

Die Gegentore und das Laufpensum - viel Luft nach oben

"Wenn man 61 Gegentore kassiert, ist das normalerweise abstiegsreif. Wir brauchen wieder defensive Stabilität - und genauso Stabilität, was die physischen Daten angeht. Das ist die Basis von allem", erklärte Virkus. Der häufige Leistungsabfall von der ersten zur zweiten Spielhälfte war auffällig in der vergangenen Saison und die wohl nicht ausreichende Fitness der Mannschaft Gegenstand von Diskussionen. Virkus erklärte gegenüber den Mitgliedern: "Was den Laufumfang angeht, waren wir die zweitschlechteste Mannschaft. Daran gilt es zu arbeiten in der neuen Saison."

Es geht aber auch um den Spielstil ganz generell. Schon unter Marco Rose und noch mehr unter Adi Hütter wurde deutlich, dass die Mannschaft nicht passt zu einem zu radikalen Pressingansatz und einem wilden Rauf und Runter auf dem Platz.

Die Gladbacher DNA und das Thema Aktivität

Virkus sprach in diesem Zusammenhang über das "Selbstverständnis" der Fohlen. "Borussia Mönchengladbach ist - mit einer guten Struktur, einer guten defensiven Stabilität und einer guten Fitness als Basis - eine gute Fußballmannschaft. Mit technisch guten Fußballern, mit viel Ballbesitz und mit einer hohen Spielintelligenz. Das ist Borussia Mönchengladbach." In den vergangenen beiden Spielzeiten seien diese Qualitäten zu kurz gekommen. "Wir mussten feststellen, dass das unsere DNA ist und nicht Aktivität. Aktivität gehört im modernen Fußball dazu, sollte aber niemals das dominante Merkmal sein", erklärte der Sportdirektor und erntete dafür lautstarken Applaus von den Mitgliedern. Virkus kündigte an, den "borussia-typischen" Fußballansatz wieder stärker in den Fokus rücken zu wollen. "Wenn wir uns auf unsere eigenen Stärken besonnen haben, dann hatten wir genügend Qualität und konnten unsere individuelle Klasse zeigen."

Ein Profil, das wie maßgeschneidert für einen Trainer wie Favre wäre. "Es ist doch logisch, dass man auf Lucien Favre kommt und sich mit ihm befasst", so Virkus am Montag. Nun müssen sie in Gladbach einen anderen Kandidaten finden, der mit seiner Philosophie zur Borussia passt.

Jan Lustig

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