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Vor Clasico: Piqué vergleicht die Köpfe der neuen Generation

Beendet Barcelona die schwarze Serie?

"Vinicius schneller, Ansu abschlussstärker": Piqué vergleicht die Köpfe der neuen Clasico-Generation

Zwei, die für die neue Clasico-Generation stehen: Vinicius Junior (li.) und Ansu Fati.

Zwei, die für die neue Clasico-Generation stehen: Vinicius Junior (li.) und Ansu Fati. picture alliance / PRO SHOTS

45-mal waren Messi und Ramos bei Clasicos dabei, das ist Rekord. Von den aktuell noch bei den ewigen Rivalen aktiven Spielern ist Barça-Profi Sergi Busquets Spitze (40). Bis dahin ist’s noch ein weiter Weg für zwei Youngster, die gerade in aller Munde sind: Ansu Fati (18) und Vinicius (21).

Piqué, der mit seinen 34 Jahren wohl auch nicht mehr viele Schlachten zwischen Katalanen und Königlichen auf dem Platz erleben wird, traut den beiden zu, Ären prägen zu können. "Klubs wie Barça oder Madrid brauchen immer die Figur eines entscheidenden Spielers an der Spitze, der Tore schießt, besonders wenn der wichtigste Spieler der Geschichte wie Leo Messi gegangen ist“, sagt der Abwehrchef. Aber man müsse auch realistisch bleiben. Ansu Fati sei 18 Jahre alt, "und wir können ihn nicht mit so einer Verantwortung belasten. Es wäre weder gut für ihn noch für den Verein."

Depay? Coutinho? Aguero? Ansu Fati!

Doch über wen sonst reden bei Barcelona? Memphis Depay? Der Niederländer hat zwar viermal in acht Ligaspielen getroffen, aber eben auch seit fünf Spielen nicht mehr aus dem Feld - und in der Königsklasse noch gar nicht. Klar, dass er die Klasse hat, ein großes Spiel zu entscheiden. Doch die aktuelle Form, zumindest im Vereinstrikot, spricht eher dagegen.

Oder über Philippe Coutinho? Der Brasilianer pendelt irgendwo zwischen Bank und Startelf, war zumindest gegen Valencia (3:1) erstmals in dieser Saison erfolgreich. Beim 1:0-Sieg gegen Kiew blieb er nach seiner Einwechslung zur Pause allerdings wie so oft blass. Auch der lange verletzte Sergio Aguero, in den beiden genannten Spielen jeweils in der Schlussphase eingewechselt, erweckt (noch) nicht den Eindruck, das Zünglein an der Waage sein zu können. Nachwuchshoffnung Gavi (17) ist noch gar nicht als Torschütze in Erscheinung getreten, genauso wenig wie Pedri (18), der aber ohnehin verletzt fehlt.

Nein, die Hoffnungen ruhen nun mal am ehesten auf Ansu Fati, der seinen Vertrag unlängst bis 2027 verlängert hat. Trainer Ronald Koeman hatte schon vor dem Kiew-Spiel gesagt, der zuvor lange verletzt gewesene Hoffnungsträger könne nicht drei Partien in einer Woche durchspielen. Koeman ließ auch ihn erst nach der Pause ran - ein klares Zeichen, dass er Ansu Fati am Sonntag (16.15 Uhr, LIVE! bei kicker.de) möglichst lange auf dem Feld sehen will. "Barcelona braucht solche Spieler, Torschützen", sagt Piqué, der mit der Erfahrung von 37 Clasicos spricht. Bei seinem ersten Spiel nach der monatelangen Verletzungspause traf Ansu Fati  zehn Minuten nach seiner Einwechslung gegen Levante (3:0), genauso beim 3:1 gegen Valencia.

Vinicius und Ansu Fati kennen das Gefühl eines Clasico-Treffers

Doch auf der anderen Seite steht eben auch "solch ein Spieler", einer aus der Kategorie "hungriger Youngster". Ansu Fati gegen Vinicius, das ist das Duell der neuen Clasico-Generation. Beide haben ja auch schon mal getroffen im Spiel der Spiele: Vinicius in der Rückrunde 2019/20 (2:0 für Real) im Alter von 19 Jahren und 233 Tagen, Ansu Fati im Alter von 17 Jahren und 359 Tagen beim 1:3 im Camp Nou 2020/21. Kein Wunder also, dass Piqué sagt: "Sie können die Gegenwart und die Zukunft sein."

Und im Direktvergleich? "Vinicius ist schneller, spannungsgeladener, er ist eher ein reiner Flügelspieler", so Ur-Katalane Piqué. "Ansu ist talentiert im Abschluss und kann als Stürmer spielen. Ich würde sagen: Ansu trifft mehr und der andere ist im Eins-gegen-eins einer der besten der Welt." Die Tor-Statistik gibt Piqué übrigens recht. In puncto Torquote liegt Ansu Fati bei 0,38 pro Spiel, Vinicius bei 0,14.

Der Druck lastet aber generell eher auf Barcelona, das zwei Zähler weniger als Real geholt hat, zuhause spielt - und das gegen Kiew nur wenig enthusiastische Publikum nun besänftigen muss. Zumal in den jüngsten Clasicos rein gar nichts mehr zu holen war. Die vergangenen drei Duelle gewann allesamt Real.

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