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Vilzing holt Topspiel - Bamberg und Ansbach siegen

Bayernliga Nord - 12. Spieltag

Vilzing holt das Topspiel - Bamberg und Ansbach erledigen Pflichtaufgaben

Fabian Trettenbach DJK Vilzing

Fabian Trettenbach DJK Vilzing imago images/Zink

SV Seligenporten - SpVgg Ansbach 0:3 (0:1)

Bill Murray ist nicht erst mit seinem brillanten Auftritt neben Dan Akroyd in Ghostbusters eine schauspielerische Glanzleistung gelungen, auch in "Täglich grüßt das Murmeltier" lieferte der heute 70-jährige US-Amerikaner eine starke Figur ab. Ähnlich fühlt man sich derzeit auch beim SV Seligenporten. Allerdings nur in Hinsicht auf den Filmtitel. Wie Murray, der in seiner Rolle als Wetterexperte, der den Murmeltiertag in Punxsutawney (Pennsylvania) kommentieren soll, immer wieder belächelt, aber oft auch bemitleidet wird, geht es wohl auch SVS-Trainer Gerd Klaus. Wieder hat sein junges runderneuertes Team am Freitagabend eine für seine Verhältnisse ordentliche Partie abgeliefert. Aber das reicht eben nicht in der Bayernliga Nord. Auch nicht gegen eine technisch und spielerisch starke SpVgg Ansbach, die dank des frühen Treffers von Patrick Kroiß (9.) zur Pause zwar nur mit 1:0 aber insgesamt verdient führte. Mit etwas mehr Zielsicherheit hätten die Residenzstädter schon in den ersten 45 Minuten eine deutlich höheren Vorsprung gegen aufopferungsvoll kämpfende, aber alles in allem glücklose Hausherren erzielen können. Nach dem Wiederanpfiff setzte sich dieses Bild dann weiter fort. Die Hausherren waren bemüht, aber letztlich chancenlos. Dank der Tore von Niklas Seefried (59.) und Maximilian Takacs (80.) erhöhten die Gäste noch auf 3:0. In beiden Fällen war Torjäger Patrick Kroiß (bislang 13 Tore) als Vorbereiter in Erscheinung getreten. Die Ansbacher kletterten auf Rang zwei der Tabelle. Seligenporten ist dagegen weiterhin Träger der rote Laterne.

FC Eintracht Bamberg - SV Vatan Spor Aschaffenburg 2:0 (0:0)

Sie "schraubten" wieder an einer kleinen Überraschung. Über eine Stunde hielt der Aufsteiger beim Klassenprimus richtig toll mit. Selbst in Unterzahl - Torhüter Tobias Aulbach hatte nach nur fünf Minuten wegen eines Handspieles außerhalb des Strafraumes die rote Karte gesehen - war ein Zähler durchaus drin für die Elf vom kleinen Schönbusch. Die favorisierten Hausherren taten sich lange schwer. Julian Kolbeck hatte noch vor einer Woche nur wenige Minuten nach dem Sieg in Ammerthal vor den Unterfranken gewarnt. Und Bamberg hatte selbst nach dem Platzverweis erst einmal Glück, als eine Aktion von Christopher Kettler an Baris Eren nicht mit einem Strafstoß geahndet wurde. Nur kurz darauf scheiterte Emre Kayakiran mit seinem Seitfallzieher an Schlussmann Fabian Dellermann. Der 23-jährige Keeper rotierte wieder für Jan Griebel zwischen die Pfosten und hatte dann zumindest in der ersten Halbzeit nur noch wenig zu tun. Auch die Hausherren kamen zunächst trotz zunehmend mehr Ballbesitz nicht wirklich gefährlich vor das Tor der Gäste, das inzwischen von Alpay Sevim gehütet wurde. Lediglich einmal ging ein Raunen durch den Fuchspark, als Jakob Tranziska aber lediglich den Pfosten getroffen hatte (38.). Am Gesamtbild änderte sich auch nach der Pause nicht viel. Bamberg hatte zwar mehr Spielkontrolle, aber nur selten die Mitteln, um die gut gestaffelte Deckung der Gäste in Verlegenheit zu bringen. Dann nach über einer Stunde doch die Erlösung, als Armend Elshani im Getümmel die Übersicht behielt und aus kurzer Distanz zur umjubelten Führung traf (61.). Jetzt wurde es dann doch leichter für die Hausherren, weil Vatan Spor nun gezwungenermaßen offensiver wurde. Auf den erlösenden Treffer zum 2:0 mussten die rund 400 Zuschauer aber bis kurz vor dem Ende warten. Jakob Transziska mit seinem 14. Saisontreffer beendete das Zittern des Tabellenführers und sicherte seinem Team einen am Ende schwer erkämpften Arbeitssieg. Daher will Bambergs Trainer Julian Kolbeck auch ganz schnell "einen Haken unter das Spiel machen. Denn wir haben insgesamt kein gutes Spiel gemacht. Die frühe rote Karte hat uns nicht geholfen. Da wurde es für uns schon zu einer Kopfgeschichte, die wir nicht hinbekommen haben. Einstellung und Laufbereitschaft war einfach nicht wie sonst. Aber die drei Punkte nehmen wir mit."

ASV Neumarkt - DJK Vilzing 1:3 (1:2)

Am Ende kam er irgendwie nicht mehr aus dem Lächeln heraus. Andreas Jünger - der "Neuner" der DJK Vilzing - konnte auf eine richtig, richtig gute Partie zurückblicken. Seine DJK hatte gerade mit 3:1 das Spitzenduell beim bislang zuhause ungeschlagenen ASV Neumarkt gewonnen. Ihm selbst waren nicht nur zahlreiche gute Aktionen sondern auch der Führungstreffer zum 1:0 gelungen. Und anscheinend hatte er auf der Tribüne seinen eigenen Fanclub dabei. Die nämlich feierten ihn immer wieder mit Sprechchören. Gut, das machten sie dann je näher das Spielende rückte mit fast jedem im Verbund der Huthgarten-Kicker. Da kam selbst mancher Betreuer in den Genuss des verbalen Supports. Grund zum Feiern hatten sie allemal, die Leistung der Mannschaft von Josef Eibl war nach der kleinen Mini-Krise eine der wirklich eindrucksvollen Art. Allerdings hätte es beinahe noch einmal spannend werden können. Knapp eine Viertelstunde vor dem Ende visierte Neumarkts Daniel Haubner aus rund acht Metern Torentfernung nur den Pfosten an. Den Nachschuss wehrte DJK-Schlussmann Maximilian Putz mit einem Klassereflex zur Ecke ab. Zu diesem Zeitpunkt führte Vilzing bereits mit 3:1 und der Anschluss hätte möglicherweise noch einmal eine turbulente Schlussphase einläuten können. Hat er aber nicht, denn insgesamt war diese Doppelchance in der 77. Minute, die einzig wirklich gefährliche Offensivaktion der Hausherren im zweiten Durchgang. Entsprechend zufrieden war hinterher auch DJK-Trainer Josef Eibl. "Das war eine sehr gute Mannschaftsleistung mit einem am Ende auch verdienten Sieg. Wir wussten um die Stärke der Neumarkter, das hat man im ersten Durchgang auch gesehen. Da war das ein offener Schlagabtausch. Dennoch führen wir nicht ganz unverdient zur Pause mit 2:1. Wir haben dann ein wenig in der Halbzeit umgestellt, um das ganze etwas defensiver anzugehen." Tatsächlich waren die zweiten 45 Minuten schon eine kleine Demonstration der Stärke der Gäste. Die mussten zwar weiterhin auf Andre Luge verzichten, konnten aber zumindest Ben Kouame wieder in der Startelf einsetzen. Auch Ivan Milicevic und Kapitän Fabian Trettenbach standen wieder von Beginn an auf dem Platz. Zum Auftakt der Partie sahen die rund 350 Zuschauer am Deininger Weg ein munteres Hin und Her beider Teams. Schon nach wenigen Minuten hatten die Gäste die erste Gelegenheit durch Andreas Jünger. Doch der starke Aufsteiger versteckte sich keineswegs. Fast im Gegenzug deren erste Möglichkeit durch den Kopfball von Alexander Braun nach einer Ecke. Kurz darauf vergab Daniel Haubner die ganz große Möglichkeit freistehend vor dem praktisch leeren Tor. Es blieb ein offener Schlagabtausch. Kaum hatten die Außenstehenden die eine Szene verarbeitet, wurde es auf der Gegenseite schon wieder spannend.

Erstmals Zählbares schaffte dann der Tabellenvierte. Mit einem langen Ball von Ben Kouame, der sich schön durchsetzen konnte, brachte er den am zweiten Pfosten lauernden Andreas Jünger ins Spiel. Der musste nur noch einschieben (24.). Die Antwort der Hausherren allerdings folgte erwartungsgemäß schnell. Nach einem Zweikampf zwischen Andreas Kufner und Selim Mjaki ging der Neumarkter im Sechzehner zu Boden. Den fälligen Strafstoß verwandelte Jonas Marx sicher zum 1:1-Ausgleich nach 28 Minuten. Die Begegnung blieb auf hohem Niveau und Tempo - Pause absolute Fehlanzeige. Mit schnellem und oft sehenswert direktem Spiel wussten beide Seiten in dieser Phase absolut zu begeistern. Allerdings sollte die nächste gute Einschussmöglichkeit wieder ein ruhender Ball sein. Per Freistoß zielte Vilzings Kapitän Fabian Trettenbach aber knapp über das Tor. Die Gäste kamen zum Ende der ersten Hälfte aber zu einem leichten Übergewicht. Und schlugen prompt noch einmal zu. Mit einem sehenswerten Schlenzer halblinks von der Strafraumgrenze krönte Jim-Patrick Müller seine ebenfalls überragende Leistung zunächst mit der erneuten Führung für die Gäste (40.). Allein dieser Treffer war schon sein Eintrittsgeld wert. Überhaupt, drückte Müller wie auch Jünger dem Spiel absolut seinen Stempel auf. Das brachte auch ASV-Trainer Jürgen Schmid zum Schwärmen. "Da stehen in einem hervorragenden Kader auch echte Spieler, die noch einmal zusätzlich den Unterschied ausmachen können." Dieses Übergewicht setzte sich trotz der nun etwas defensiveren Ausrichtung auch nach dem Wechsel fort. Jetzt kontrollierten die Gäste noch deutlicher das Geschehen und bogen nach 66 Minuten dann endgültig auf die Siegerstraße ein. Und wieder hieß der Torschütze Jim-Patrick Müller, der mit seinem Flachschuss nach schönem Zuspiel von Andreas Jünger seinen siebten Saisontreffer und zugleich den 3:1-Endstand besorgte. In der vereinsinternen Torjägerliste zog Müller jetzt mit Jünger (ebenfalls sieben Treffer) gleich. Doch die Gäste blieben weiterhin hungrig und hätten bei der ein oder anderen Möglichkeit vielleicht sogar noch weiter erhöhen können.

SpVgg Bayern Hof - DJK Gebenbach 3:1 (2:1)

Den Gästen fehlten wie schon zuletzt gegen Sand zahlreiche Leistungsträger. Doch in Gebenbach hält man bekanntlich zusammen. Da macht nicht nur der Jugendleiter Jörg Lütje auch mal den Stadionsprecher beziehungsweise den Moderator einer kurzweiligen Pressekonferenz oder Hauptsponsor Franz Wittich steigt auf den Traktor und mäht den Rasen des A-Platzes. Am Samstag nahm DJK-Trainer Franz Koller auch wieder den ein oder anderen Akteur aus der eigenen U 19 mit auf die Grüne Au nach Hof. Das wird in Oberfranken auch schon in den letzten Jahren durchaus mit Erfolg praktiziert. Nach einem gehörigen Umbruch in den vergangenen zwei Jahren besteht die Elf der Hofer Bayern zu einem großen Teil aus Spielern des eigenen Nachwuchsleistungszentrums - allerdings auch mit  ein paar erfahrenen Akteuren als wichtige Korsettstangen. Matej Kyndl ist einer davon. Im Sommer 2017 wechselte der 28-Jährige vom tschechischen FK Tachov zu den Oberfranken und gehört dort seither zu den Leistungsträgern. Und am Samstag war er es, der mit seinem Treffer in der 36. Minute das Spiel zu Gunsten der Gelb-Schwarzen gedreht hatte. Mit diesem Treffer gewannen die Hofer Bayern das erhoffte Übergewicht und auch Selbstvertrauen zurück. Zuvor nämlich waren die Gäste auf dem besten Weg, endlich ihren ersten Auswärtssieg einzufahren. Dabei konnten sie sich einmal mehr auf Michael Jonczy verlassen, der die DJK nach gerade einmal elf Minuten in Führung brachte. Plötzlich war von der zuletzt so gerühmten Effektivität der Hofer nicht viel zu sehen. Doch die Gäste verpassten es nachzulegen und nach rund einer halben Stunde kam die Elf von Roman Pribyl zurück ins Spiel. Dennoch kam der Ausgleichstreffer von Andreas Knoll zu diesem Zeitpunkt etwas überraschend. Knoll war es dann auch, der rund eine Viertelstunde vor dem Ende mit seinem Treffer zum 3:1 vor knapp 400 Zuschauern die endgültige aber zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Entscheidung erzwang.

TSV Abtswind - Würzburger FV 3:0 (1:0)

Seit Freitagabend ist eines klar: der Würzburger FV heißt künftig wieder FV 04 Würzburg. An der Zellerau hat man sich also wieder für den Namen des 1981 wegen Insolvenz aufgelösten Vereines entschieden. Möglich wurde das durch zwei Mitgliederversammlungen des WFV und dem Fußballförderverein 04, die dem Verschmelzungsvertrag der beiden Vereine und der Namensänderung zugestimmt haben. Obwohl die Änderung noch einer gerichtlichen Bestätigung im Vereinsregister aussteht, an der elektronischen Anzeigetafel der Kräutermix-Arena in Abtswind stand schon der neue (traditionelle) Name FV 04 Würzburg. Doch damit hatten die Hausherren schon genug der Gastfreundschaft für den Traditionsverein und großen Nachbarn geleistet. Denn aus rein sportlicher Sicht wollte man schon aus Eigeninteresse keine Geschenke an die Würzburger verteilen. So wich schon nach knapp einer halben Stunde die Aufbruchsstimmung bei den Würzburgern der ersten Skepsis. Ferdinand Hansel war endlich einmal der Gästeabwehr entwischt und traf per Kopf zum 1:0 im Derby (26.). Es war aber nicht nur ein Derby, es war auch ein Duell Vater gegen Sohn. TSV-Trainer Claudiu Bozesan (55) traf dabei auf seinen Sohn Fabio Bozesan (20). Und der Filius des Abtswinder Übungsleiters hätte vor der Halbzeit das ganze noch einmal egalisieren können. Der hatte sich da schön durchgesetzt, doch sein Lupfer ging zwar an Felix Wilms aber auch um wenige Zentimeter am Tor vorbei (43.). So ging es mit der knappen Führung der Hausherren in die Kabinen. "Das hätte uns noch einmal beflügeln können", so Würzburgs Coach Harald Funsch. "Aber wir haben weiterhin kaum Zweikämpfe gewonnen und auch viele zweite Bälle dem Gegner überlassen. Und daher am Ende auch verdient verloren." Nach Wiederanpfiff waren dann die Abtswinder das deutlich stärkere und vor allem entschlossenere Team. Es blieb aber noch aus zwei Gründen spannend. Einmal weil Lukas Huscher erst am Pfosten und später an Andre Koop im Würzburger Kasten scheiterte. Den Gästen dagegen fehlten weiterhin die großen Einfälle gegen die Hausherren. Die Entscheidung fiel eine Viertelstunde vor dem Ende, als Severo Sturm mit seiner kompromisslosen wie sehenswerten Direktabnahme das 2:0 besorgte. Dieser Treffer freute auch TSV-Trainer Claudio Bozesan. "Heute waren wir von Beginn an richtig gut im Spiel. Vom Kopf und vom Auftreten immer aggressiv und präsent." Kevin Steinmann legte fünf Minuten vor dem Ende sogar noch das 3:0 oben drauf. Die Gäste dagegen vollzogen zwar keinen krassen Wechsel von Aufbruchs- zu Untergangsstimmung, doch nach Schlusspfiff überwogen doch die nachdenklichen Mienen bei den Würzburgern. An der Zellerau wird man sich wohl lange auf den Verbleib im Tabellenkeller der Bayernliga einstellen müssen.

1. FC Sand - ATSV Erlangen 0:2 (0:1)

Sie mühten sich, sie ackerten, aber am Ende blieb die "Korbmacher-Elf" einmal mehr glücklos. Gegen einen starken ATSV Erlangen lieferten die Hausherren nach zuletzt zwei deutlichen Niederlagen allerdings eine echte Leistungssteigerung hin. Zuletzt hatten sie zweimal 0:4 verloren, doch geht es nach FC-Trainer Matthias Strätz, waren es da schon trotz des identischen Resultates zwei völlig unterschiedliche Niederlagen. Daher war die Hauptaufgabe des Übungsleiters unter der Woche erst einmal der Frustabbau unter den Spielern. "Wir sind alle unzufrieden mit der Situation, aber da kommen wir nur gemeinsam raus. Wir haben viel geredet in den Einheiten. Das war wichtig, um einfach den Kopf freizubekommen". Allerdings fehlten Strätz dabei wie schon in Gebenbach wieder zahlreiche Akteure. Sven Wieczorek und Maximilian Zang konnten ihre beruflichen Verpflichtungen nicht tauschen, dann fiel auch noch Luca Zeiß aus. Ein großes Fragezeichen blieb nach der letzten Einheit am Donnerstag auch hinter Johannes Bechmann, Marc Fischer und Christian Knoblach. Die meldeten sich dann zwar vor Spielbeginn zum Dienst, doch bei letzteren ging es nach der Pause dann doch nicht weiter. Da hatten die Hausherren zwar läuferisch und kämpferisch viel investiert, waren insgesamt aber ohne Fortune geblieben. Und lagen schon früh zurück. Nach einer Viertelstunde verpasste Burak Ayvaz den Bemühungen und Hoffnungen der Hausherren den ersten Dämpfer. Auch in der Folgezeit war die Mannschaft von Fabian Adelmann die technisch stärkere Elf, die allerdings einen möglichen zweiten Treffer verpasste. Dabei blieb es auch nach dem Seitenwechsel. Der FC bemüht und phasenweise nicht zwingend das schlechtere Team. Doch nach dem siebten Saisontor von Nico Geyer zum 0:2 war für die Hausherren praktisch die Luft aus den Reifen. Die Unistädter ließen nun nichts mehr anbrennen und spielten den Vorsprung locker ins Ziel.

TSV Großbardorf - ASV Cham 5:1 (4:0)

Bei den "Galliern" kehrte zuletzt wieder richtig Leben zurück. Die guten Resultate vor eigenem Publikum und endlich der erste Auswärtssieg am vergangenen Wochenende haben die Stimmung rund um die Mannschaft von Trainer Andreas Brendler wieder deutlich angehoben. Und der TSV machte am Samstag gegen den ASV Cham dort weiter, wo man zuletzt aufgehört hatte. Die Begegnung war eigentlich dann auch schon vor der Halbzeit entschieden. Die Chamer fanden überhaupt nicht ins Spiel und lagen schon nach fünf Minuten durch den Treffer von Florian Dietz mit 0:1 hinten. Die Hausherren blieben weiterhin im Vorwärtsgang und überrollten die Oberpfälzer regelrecht bis zur Pause. Das 2:0 von Lukas Illig nach 21 Minuten war schon die erste Vorentscheidung gegen einen nur hinterherlaufenden ASV Cham. Sertan Sener (34.) und Tim Strohmenger (38.) erhöhten sogar noch auf 4:0 vor der Pause. Auch nach Wiederanpfiff machten die "Gallier" weiter ordentlich Druck und nach dem 5:0 von Dietz (55.) steuerten die Rot-Weißen dem nächsten Debakel entgegen. Dann allerdings hatten die Hausherren ein wenig Nachsehen mit den Gästen, schalteten deutlich einen Gang zurück und wechselten noch einmal ordentlich durch. So konnte Johannes Bierlmeier zumindest noch den Ehrentreffer für seine Farben in die Statistiken bringen.

DJK Don Bosco Bamberg - DJK Ammerthal 4:1 (1:1).

"Um hier etwas zu holen", warnte Ammerthals Coach Michael Hutzler schon vor dem Spiel, "musst du ein hohes Tempo gehen und immer voll konzentriert sein." Die Tatsache, das seine Elf auf eher ungewohnten Kunstrasen spielen musste, störte den Übungsleiter der Oberpfälzer nur bedingt: "Das erfordert aber natürlich erst etwas Eingewöhnung". Das allerdings galt nicht für wichtige Akteure der Gäste. Marco Kaiser brummte noch seine Sperre wegen der roten Karte in Neumarkt ab, Martin Popp musste am letzten Wochenende in der Halbzeitpause verletzungsbedingt raus und konnte nicht trainieren. Die Diagnose: Der Knöchel hat etwas abbekommen. Der fünffache Torschütze der DJK Ammerthal wird daher wohl noch etwas länger ausfallen. Auch Mittelfeldakteur Matthias Graf fehlte wegen Knieproblemen. Das alles wollte der Trainer der DJK Don Bosco, Andreas Baumer, aber nicht an sich heran lassen: "Wir wissen dennoch, was da auf uns zukommt. Auch ohne diese Spieler hat Ammerthal eine tolle Grundidee, Fußball zu spielen." Und schob auch gleich noch reichlich Vorschusslorbeeren für seinen Trainerkollegen und Lokalrivalen der letzten Jahre hinterher: "Dank Michael Hutzler haben sie diese Idee sehr schnell verinnerlicht und schon viele Punkte gesammelt. Aber auch wir haben gutes Potenzial, mit dem wir entsprechend dagegen halten können."

Einen großen Unterschied erkannte man tatsächlich nicht im Spiel des Tabellenzwölften gegen den -fünften. Einmal freilich wurden die Hausherren dann aber nach 21 Minuten überrascht. Nach einem Einwurf von der linken Seite durch Daniel Gömmel und dem folgenden Doppelpass mit Dennis Weidner fand die scharfe Hereingabe von der Grundlinie im Zentrum Raffael Kobrowski als Abnehmer, der frei vor Keeper Julian Glos traf. Der Rückstand schockte die Hausherren aber nur kurz. "Kopf hoch, konzentriert bleiben", schallte es immer wieder von der Trainerbank, und die Bamberger blieben gut im Spiel. Wirklich gefährlich wurden sie aber wie auch die auf Konter lauernden Gäste zunächst kaum. Einmal freilich jubelten die Bamberger dann doch noch vor der Pause. Aber der Treffer von Sayko Trawally nach dem schnellen Angriff über links wurde wegen der vermeintlichen Abseitsposition des Schützen die Anerkennung durch den Unparteiischen verweigert (40.). Vier Minuten später aber dann doch der Ausgleich. Nach Ecke von rechts traf Marc Eckstein per Kopf zum 1:1 (44.). Kurz zuvor hatten die Gäste bei einem Konter die große Möglichkeit zum 0:2 liegen lassen.

Das ordentliche Tempo sahen die Zuschauer auch nach dem Seitenwechsel, wenngleich die erste Gelegenheit wieder aus einem Eckball entstand. Die Hereingabe von rechts fand den im Rückraum postierten Sayko Trawally, der aus 18 Metern einfach mal volles Risiko ging. Doch seine Direktabnahme landete nur auf dem Tornetz der Gäste (49.). Don Bosco kam nun sogar zu einem leichten Übergewicht. Und schnupperten dank Dominik Sperlein nach 68 Minuten an der Führung. Doch seinen Abschluss lenkte Christopher Sommerer noch um den Pfosten. Der Kopfball der folgenden Ecke ging noch knapp drüber, weitere 60 Sekunden später aber hatten die Hausherren das Spiel gedreht. Sayko Trawally belohnte sich für seinen unermüdlichen Einsatz zum 2:1. Erneut Marc Eckstein nach 78 Minuten besorgte dann sogar noch das 3:1. Den Schlusspunkt einer richtig guten zweiten Halbzeit setzte dann wieder Sayko Trawally mit dem 4:1 in der letzten Minute der regulären Spielzeit. Die Oberpfälzer stagnieren damit auf Rang fünf und empfangen nächsten Samstag den FC Sand. Die Oberfranken klettern um einen Platz nach oben auf Rang elf und sind am kommenden Spieltag bei Vatan Spor Aschaffenburg zu Gast.

TSV Karlburg - 1.SC Feucht 0:2 (0:2)

Einmal mehr mit großen Personalsorgen musste sich vor dieser Partie SC-Trainer Florian Schlicker herumschlagen. Zumindest aber sein "Arbeitstier" Stephan König meldete sich unter der Woche wieder gesund. Allerdings staunte mancher nicht schlecht, als er den Übungsleiter der Feuchter vor dem Spiel in Trikot und Fussballschuhen erblickte. Und mit Freigabe des Spielberichtsbogen war dann tatsächlich klar: Schlicker hatte sich für die Mittelfranken auch noch als Ergänzungsspieler aufgestellt. Aber auch bei den Remis-Königen der Liga (schon fünfmal Unentschieden - so viel wie kein anderes Team der Bayernliga) musste sich deren Trainer Michael Köhler wieder ein paar Kniffe in Sachen Aufstellung einfallen lassen. Schmerzlich vor allem der Ausfall auf den Außenbahnen mit Steffen Bachmann und Paul Karle. Zudem drückte den Unterfranken auch ergebnistechnisch der Schuh, ganze zwei magere Punkte gab es aus den letzten fünf Spielen. Anders dagegen die Feuchter, die immerhin drei der letzten fünf Spiele gewinnen konnten.

Und denen gelang ein perfekter Start. Nach einer langen Hereingabe von der rechten Seite traf Stephan König (inzwischen wieder ohne Turban) per Kopf zur Gästeführung (7.). Und die erhöhten nur zehn Minuten später sogar auf 2:0. Diesmal aber nicht mit Köpfchen sondern einem sehr feinen rechten Fuß. Sehenswert per Direktabnahme aus 20 Metern hatte erneut König getroffen. Es sah also nicht so aus, als müsste Florian Schlicker seinen grauen Hoodie mit einem Trikot tauschen. Seine Schützlinge hatten das Geschehen auf dem Platz gut im Griff. Anders dagegen Markus König bei den Hausherren, der deutlich hörbar "endlich mehr Lauf- und Zweikampfbereitschaft" von den seinen einforderte. Das wurde aber auch im Anschluss nur unwesentlich besser. Die Gäste bekamen noch immer reichlich Raum für ihr Spiel. Allerdings ließ man jetzt nicht mehr so viele gefährliche Aktionen der Gäste zu. Ausnahmen waren ein Kopfball von Nico Wessner (32.) oder der Schuss von Marco Weber (35.). Eigene Offensivaktionen? Nun, zumindest eine wäre dann doch erwähnenswert. Ein Kopfball von Marco Kunzmann, der aber über die Querlatte ging. Gespielt waren da aber bereits 40 Minuten.

Die Suche nach der eigenen Ordnung bei Karlburg dauerte auch nach Wiederanpfiff noch an. Karlburg wurde jetzt aktiver, die Spielkontrolle lag aber weiter bei den Gästen. Doch die waren jetzt lange nicht mehr so gefährlich wie zu Beginn des Spieles, und so keimte wieder Hoffnung auf beim TSV. Der verzeichnete zwar nach 70 Minuten durch den Freistoß von Marco Kunzmann endlich einen echten Aufreger, doch Andreas Sponsel brachte die Finger an den Ball und lenkte diesen über die Latte. Das Spiel lebte dann weiter von einer latenten Spannung, der Anschlusstreffer, der das Geschehen aber noch einmal hätte anzünden können, fiel aber nicht. Allerdings ließen auch die Gäste die eine oder andere Gelegenheit zur Entscheidung liegen.

Richard Nösel