Bundesliga

Vier Punkte, an denen es bei Bayern hakt

Auch Thiagos Abgang macht sich mehr und mehr bemerkbar

Vier Punkte, an denen es bei Bayern hakt

Er wird im Mittelfeld gebraucht: Joshua Kimmich.

Er wird im Mittelfeld gebraucht: Joshua Kimmich. imago images

Dem 3:3 gegen Arminia Bielefeld - nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand - folgte nun am Samstag die 1:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt. Diesmal gelang es den Münchnern nicht mehr, nach 0:2 noch einen oder drei Zähler mitzunehmen. Woran hakt es derzeit?

Mangelndes Pressing und fehlende Abstimmung in der Defensive: Wo die Bayern in der Vorsaison noch höchst aggressiv den Ball und Gegner jagten, die Abstände zwischen den Linien und die Abdeckung der Räume stimmten, überlässt der Triple-Champion dem Kontrahenten momentan zu viel Platz, weil die Bayern vielleicht unterbewusst einen Schritt weniger machen. So kommt es, dass Lücken entstehen oder Bälle leichtfertig - wie vor dem 0:1 - verloren werden (Niklas Süle).

Chancenverwertung: Neun Chancen gegenüber vier waren es am Montag gegen Bielefeld; 9:5 waren es am Samstag in Frankfurt. Jeweils zu Gunsten des FCB. Und doch gelang es den Münchnern nicht, mehr Tore als der Gegner zu erzielen. Heißt: Der Offensivvortrag funktioniert weitgehend gut, auch bis zur letzten Station, wenngleich Alphonso Davies die Präzision bei seinen Hereingaben fehlt. Aktuell aber lässt der mit 61 Treffern beste Angriff der Liga aber zu viele Hochkaräter liegen.

Substanzverlust: Thiago weg, Ivan Perisic weg, Philippe Coutinho weg. Diese drei Spieler, abgesehen von Leroy Sané, konnte der FC Bayern nicht ersetzen. Die Bank, vorige Saison gewiss einer der Gründe für die großen Erfolge, hat an Qualität verloren. Der Kroate und der Brasilianer waren zwar keine definitiven Startelf-Kandidaten, aber wenn sie gebraucht wurden, wusste man beim FCB, was man von ihnen bekommt. Unter anderem auch Torbeteiligungen. Hinzu kommt, dass gerade jetzt mit den verletzten Serge Gnabry, Douglas Costa, Corentin Tolisso, Tanguy Nianzou und den jüngst positiv auf Corona getesteten Leon Goretzka, Javi Martinez, Thomas Müller und Benjamin Pavard viele Alternativen wegbrachen, die auch der Rekordmeister qualitativ wie quantitativ nicht so einfach auffangen kann.

Flexibilität: Hatte Trainer Hansi Flick in der Vorsaison noch mit Thiago einen Fixpunkt im Mittelfeld, ergänzt mit Joshua Kimmich oder Leon Goretzka, fiel dem FCB-Coach in dieser Saison die Alternative weg. Kimmich ist als Sechser gesetzt, ja, er fängt den Abgang Thiagos zweifelsfrei top auf, aber es nimmt den Münchnern die Variabilität, um auf eine Formschwäche oder etwaige Verletzungen der Rechtsverteidiger zu reagieren. Wie beim Champions-League-Turnier in Lissabon, als Kimmich für Benjamin Pavard rechts hinten verteidigte, Thiago und Goretzka das Mittelfeldzentrum besetzten. Marc Roca und der nun bis zum Saisonende verletzt ausfallende Corentin Tolisso konnten diese Lücke nicht füllen.

Georg Holzner

kicker.tv - Trainerstimme

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