Bundesliga

Vier Faktoren: Wo die Werkself jetzt schon "spitze" ist

Tolle Dribbler, hohe Effizienz, ganz wenig Fouls

Vier Faktoren: Wo die Werkself jetzt schon "spitze" ist

Bayer-Trainer Gerardo Seoane peilt die Tabellenspitze an. In manchen Bereichen ist sein Team bereits führend.

Bayer-Trainer Gerardo Seoane peilt die Tabellenspitze an. In manchen Bereichen ist sein Team bereits führend. imago images/Ulrich Hufnagel

In der BayArena treffen sich am Sonntag die beiden Teams, die sich in der Nähe des gegnerischen Tores als besonders zielstrebig erweisen. Leverkusen benötigte in dieser Saison im Schnitt nur 4,8 Torschüsse pro Treffer, Bayern 5,4. Kein anderes Bundesligteam weist eine so gute Quote auf wie die beiden Spitzenklubs.

Beim Topspiel in Leverkusen treffen sich auch die beiden bisher herausragenden Solokünstler der Liga, die am häufigsten das Dribbling suchen. Leverkusens Moussa Diaby startete bisher 43 Alleingänge, Alphonso Davis 40. Die Erfolgsquote des Leverkuseners liegt bei 51 Prozent, die des Bayern-Profis bei starken 75 Prozent.

Die beiden Top-Teams der Liga sind auch spitze, was die Anzahl der Minuten betrifft, in denen sie in der aktuellen Saison in Führung lagen. In diesem Gebiet hat die Werkself sogar den Branchenprimus überflügelt. Bayer Leverkusen lag in dieser Saison 410 Minuten vorne, das ist der beste Weg der Liga, dahinter folgt Bayern mit 349 Minuten.

Und so ganz nebenbei treffen in Leverkusen auch die beiden Mannschaften aufeinander, die bisher am wenigsten foul spielten: Die Bayern kommen momentan auf 57 Fouls, Leverkusen auf 62. Dazu noch eine kuriose Bestmarke: Bayer Leverkusen bestritt bisher die wenigsten Zweikämpfe der Liga, nämlich nur 701.

Historie: Bayer gelang 24 Jahre kein Sieg in einem "Top-Spiel"

Gerne erinnert man sich bei Bayer natürlich an besonders spektakuläre Siege über den alten Widersacher, wie zum Beispiel an den 1. November 1986, als Christian Hausmann in München das Spiel seines Lebens machte. Der pfeilschnelle Stürmer setzte den Bayern enorm zu und traf zum 2:0, Falko Götz hatte zuvor die Führung erzielt und war auch für den 3:0-Endstand verantwortlich. "Das", jubelte Hausmann damals, "war ein Sahnetag von uns allen."

Am 9. März 1997 erlebte ein anderer Leverkusener einen sensationellen Tag und schenkte dem deutschen Rekordmeister sogar drei Tore ein. Trainer Christoph Daum beorderte Markus Feldhoff überraschend in die Startelf, und der Stürmer erlebte seine persönliche Sternstunde mit drei Toren beim 5:2. Damit sorgte Leverkusen für die einzige Niederlage der Bayern 1996/97, aber die Meisterschale ging dennoch nach München.

Dies war allerdings der bisher letzte Erfolg der Werkself über die Bayern, wenn beide unter den Top-Drei der Liga standen. Diese Sternstunde ist 24 Jahre her, seitdem siegten die Leverkusener nie gegen die Bayern, wenn beide Teams auf den ersten drei Plätzen standen.

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Zé Roberto lobt Leverkusen - und tippt eher auf Bayern

Und wer ist diesmal Favorit? "Keine der beiden Mannschaften", findet Zé Roberto, der früher für beide Klubs spielte. Der Brasilianer tippt auf "Remis oder einen Bayern-Sieg", lobt aber Leverkusen in höchsten Tönen: "Mir gefällt Leverkusens mutiges, schnelles, offensives Spiel. Mir macht Bayer wirklich Spaß, und das liegt auch an Trainer Seoane, der mutig aufspielen lässt", so Zé Roberto im Gespräch mit dem kicker (Donnerstag-Ausgabe).

Zum Abschluss noch mal ein Blick auf die Zahlen: In der vorigen Saison gab es dieses Duell Erster gegen Zweiter in umgekehrter Reihenfolge. Bayern siegte am 13. Spieltag beim ungeschlagenen Tabellenführer Leverkusen 2:1 und übernahm die Spitze. Leverkusen kam leicht ins Rutschen und beendete die Saison auf Platz 6.

Oliver Bitter