Nationalelf

"Vielleicht gibt's ja zukünftig kleine Innenverteidiger"

Gomez trainiert - Bierhoff skeptisch bezüglich eines Einsatzes

"Vielleicht gibt's ja zukünftig kleine Innenverteidiger"

Gibt die Richtung vor: Bundestrainer Joachim Löw.

Gibt die Richtung vor: Bundestrainer Joachim Löw. getty images

Wieder heißt der Gegner Kasachstan, wieder sind drei Punkte gegen den Fußballzwerg Pflicht. Oder spielt der DFB-Elf die Müdigkeit nach dem Spiel am Freitag und dem anschließenden Rückflug einen Streich? Davon will Löw nichts wissen. "Die Spieler haben sich von den Reisestrapazen erholt. Es geht um drei Punkte, die wollen wir holen." Wie schon am Vortag wiederholte Löw seine Kritik an der Leistung seiner Truppe in der zweiten Halbzeit. Es habe Phasen gegeben, da war seine Elf "weniger konzentriert, da hatten wir auch Probleme". Man müsse die "Seriösität hochhalten".

Bleibt die Frage, in welchem System. Wieder mit einer sogenannten falschen Neun, also ohne einen echten Stoßstürmer à la Mario Gomez? Löw zeigte recht deutlich, dass ihm die Debatte "Stürmer ja oder nein" langsam zuwider wird und fühlte sich missverstanden. "Wir spielen natürlich mit einem Stürmer. Die ganze Diskussion geht mir in die falsche Richtung. Die Entwicklung ist ganz klar zu sehen. Die kleineren Mannschaften haben ihren Fokus auf die Defensive gelegt, die Räume werden immer enger." Man brauche, so Löw, immer einen Stürmertyp, der ganz vorne arbeitet. "Wir haben diese Stürmer, mit Gomez und mit Klose, es können aber auch mal kleinere Spieler wie Götze oder Reus sein. Jetzt heißt es, der Löw will den Stürmer abschaffen. So etwas ist ja schwachsinnig." Dann versuchte sich Löw sogar als Prophet: "In der Entwicklung des Fußballs gibt es Anpassungen. Vielleicht gibt es auch in der Zukunft mal ganz kleine Innenverteidiger, um einen Messi zu bekämpfen.

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Titel 2014? "Fur uns ist es auch mal gut, etwas Demut zu zeigen"

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Eine Prognose stellte auch Oliver Bierhoff am Sonntag - und zwar keine allzu positive. Der Nationalmannschaftsmanager erklärte hinsichtlich der WM 2014 in Brasilien, dass es für Europäer eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sei, dort zu gewinnen. Ein Wort strich Löw dabei deutlich heraus. "Bierhoff hat 'eigentlich' gesagt. Das heißt ja nicht, dass wir mit weniger Akribie, Nachdruck oder Konzentration die Aufgabe angehen. Griechenland hat 2004 auch die EM gewonnen. Für uns ist es auch mal gut, etwas Demut zu zeigen." Es sei außerdem vermessen, jetzt darüber zu reden, was in eineinhalb Jahren sein wird. "Aber nach menschlichem Ermessen ist es einfach wahnsinnig schwer, in Südamerika einen Titel zu gewinnen. Wir müssen uns jetzt entwickeln."

Gündogan spielt - Gomez beim Abschlusstraining dabei

Der nächste Schritt soll also morgen gegen Kasachstan gemacht werden. Löw forderte für die Partie in Nürnberg, dass seine Mannschaft die gleiche Vehemenz zeige wie in der ersten Halbzeit in Kasachstan. Die Taktik: Tempo hochhalten, den Kasachen Freude und Luft nehmen, die Konzentration hochhalten, schnelle Ballpassagen eine gute Raumaufteilung.

Wir sind da auch Bayern München gegenüber verpflichtet, Mario Gomez nicht zu gefärden.

Oliver Bierhoff

Dabei soll Ilkay Gündogan mithelfen. Löw verriet, dass der Dortmunder auf jeden Fall den Platz von Bastian Schweinsteiger einnehmen werde. Das Gesicht der Mannschaft wird sich aber nicht nur auf dieser Position verändern. "Es wird nicht nur eine, sondern zwei oder drei Änderungen geben in unserem Spiel", erklärte Löw. Ob der angeschlagene Mario Gomez (muskuläre Probleme im Oberschenkel) eine Chance bekommt, steht noch nicht fest. Ebenso wie der Schalker Benedikt Höwedes konnte der Münchner zwar am Abschlusstraining teilnehmen. Ein Einsatz am Dienstag bleibt dennoch fraglich. Löw stellte klar, man werde auf jeden Fall "kein Risiko" eingehen. Bierhoff erklärte am Abend, er sei "nicht ganz so optimistisch". Er verwies auch auf die Interessen von Gomez' Klub: "Wir sind da auch Bayern München gegenüber verpflichtet, Mario Gomez nicht zu gefärden."

Abschlusstraining in Fürth

Das Abschlusstraining mit allen 22 Akteuren wurde aufgrund des erneuten Schneefalls im Frankenland von Nürnberg nach Fürth verlegt. "Wir wollten den Platz nicht ramponieren, sonst haben wir morgen keine guten Bedingungen", erklärte Bundestrainer Joachim Löw den kurzfristigen Umzug in die Arena des Bundesligisten SpVgg Greuther Fürth. Durch das Winterwetter war der Rasen in der Grundig-Arena bereits aufgeweicht.

Jansen als Ersatzmann für Schmelzer - Lob für Herrmann

Die beiden kürzlich nachnominierten Marcell Jansen und Patrick Herrmann werden wie erwartet vorerst auf der Bank Platz nehmen. Marcel Schmelzer sei auf links gesetzt, Jansen sei allerdings als "Ersatzmann prädestiniert". Auch zu Herrmann äußerte sich Löw. Er sei ein Spieler, der auf verschiedenen Positionen in der Offensive spielen kann, zudem sei er schnell, beweglich und vielseitig. Zudem sei er, so Löw, "fußballerisch sehr sehr gut".