DEL

Viele Wechsel, große Fragezeichen: Im Keller droht die DEL2

DEL-Vorschau: Die Abstiegskandidaten

Viele Wechsel, große Fragezeichen: Im Keller droht die DEL2

Hoffen mit ihren Teams auf den Klassenerhalt: Luke Esposito (Augsburg), Kevin Reich (Iserlohn) und Zach Senyshyn (Schwenningen; v.li.).

Hoffen mit ihren Teams auf den Klassenerhalt: Luke Esposito (Augsburg), Kevin Reich (Iserlohn) und Zach Senyshyn (Schwenningen; v.li.).

Schwenninger Wild Wings

Ausgangslage: Erneut verpasste das Team vom Neckarursprung im vergangenen Jahr die Play-off-Qualifikationsrunde, sodass seit dem Wiederaufstieg 2013 weiterhin nur zwei Quali-Runden-Spiele aus dem Jahr 2018 (0:2 gegen Wolfsburg) für die Süddeutschen zu Buche stehen. Obendrein hörte Coach Harry Kreis mit dem Ende der Saison 2022/23 in Schwenningen auf - und feierte im neuen Job als deutscher Nationaltrainer sensationell WM-Silber. Mit dem bisherigen Münchner Co-Trainer Steve Walker übernimmt ein Novize als Chefcoach in der DEL Kreis' Nachfolge. 

Kader: Manager Stefan Wagner setzte bei den Neuzugängen vor allem auf viel Erfahrung. In der Abwehr kam Ex-Nationalspieler Daryl Boyle (36) mit Walker aus München, der neue Kapitän Thomas Larkin (32) aus Mannheim, sowie Allrounder Ben Marshall (31) von Vizemeister Ingolstadt. Im Sturm kehrte mit Max Görtz (30) ein bekanntes Gesicht nach Schwenningen zurück. International bekanntester Name ist Zach Senyshyn (26), der im NHL Draft 2015 von Boston schon in der ersten Runde (Position 15) ausgewählt worden war, sich anschließend aber nicht in der Eliteliga durchsetzen konnte. 

Stärken & Schwächen: Solide Defensive - nicht zuletzt dank Keeper Joacim Eriksson, aber maue Offensive. So lief es im vergangenen Jahr. Zwar wirkt der Kader in Sachen Abwehr durch die namhaften Neuen vielleicht sogar noch ein wenig kompakter und tiefer als zuletzt. In der Offensive änderte sich indes trotz der Görtz-Rückkehr wenig. Auch in der Vorbereitung hatten die Wild Wings gewaltige Probleme in Sachen Torproduktion. 

Ausblick: Der neue Coach Walker möchte das Münchner Offensiveishockey gerne in Schwenningen implementieren. Hierfür fehlt ihm aber der entsprechende Kader. So dürfte es mit Platz 10 erneut sehr schwer werden. 

Viele neue Gesichter: Die Trainer der DEL-Saison 2023/24

Iserlohn Roosters

Ausgangslage: Das hatte man sich bei den Roosters ganz anders vorgestellt. Mit einem teilweise durchaus namhaft aufgestellten Kader um den lettischen Nationalspieler Kaspars Daugavins ging Iserlohn ambitioniert in die Saison 2022/23, landete aber am Ende deutlich außerhalb der Top-10 auf Rang 13. Coach Kurt Kleinendorst wurde schon im Oktober durch Greg Poss ersetzt, der nun mit verjüngtem und vor allem auf den Importstellen neu formiertem Team einen Neustart wagen soll.  

Kader: Mit Eric Cornel und Hubert Labrie kehrten nur zwei ausländische Akteure zurück. Bekanntester Neuzugang ist Michael Dal Colle (27), der einst - ähnlich wie Senyshyn in Schwenningen - schon sehr früh im NHL Draft (2014) ausgewählt worden war. Überhaupt auffällig: Mit Ausnahme des langjährigen Augsburgers Drew LeBlanc (34) kam kein Neuer, der die 30 Jahre bereits überschritten hat. Jünger, hungriger und schneller soll das Team werden. Im Tor holte man den gebürtigen Iserlohner Kevin Reich (27) von Vizemeister Ingolstadt in die Heimat zurück, der mehr als nur eine Ergänzung zu Routinier Andreas Jenike (35) sein soll. 

Stärken & Schwächen: Sowohl bei erzielten wie kassierten Toren gehörte Iserlohn in der vergangenen Spielzeit zu den schwächsten Teams. Schon in der Testphase vor dem Start war erkennbar, dass es - ganz nach dem Geschmack des ehemaligen Nationaltrainers Poss - nun deutlich rasanter zugehen soll. Fragezeichen in Sachen Kadertiefe und Defensive aber bleiben. 

Ausblick: Deutlich über ein Dutzend Neuzugänge verleihen den Roosters einen runderneuerten Anstrich. Nur jedoch, wenn die Mehrzahl der in Summe weniger namhaften Neuen auch voll einschlägt, dürfen die Sauerländer vielleicht aus der Abstiegszone nach oben schauen. 

Großes Aufrüsten in Mannheim und Berlin

Augsburger Panther

Ausgangslage: Die Panther durchlebten Ende der vergangenen Saison eine missliche Situation, die es so schnell in der DEL wohl nicht mehr geben dürfte. Als Tabellen-14. drohte der Abstieg in die DEL2, der nur deshalb nicht zustande kam, weil mit Ravensburg ein Klub Meister der 2. Liga wurde, der keine Lizenz für die DEL beantragt hatte. Daher hingen die Verantwortlichen bei den Augsburgern lange in der Luft und konnten praktisch nur Neuzugänge holen, die auch für die DEL2 unterschrieben. 

Kader: Nur ganze sieben Spieler aus der vergangenen Saison kehrten zurück. In der Abwehr stehen - auch aufgrund mehrerer bereits verpflichteter deutscher Akteure, die in die DEL2 mitgegangen wären - nur zwei Importspieler. Zu den wenigen Aushängeschildern zählt zweifellos Nationalspieler Samuel Soramies (25), der mit dem DEB-Team im Frühjahr WM-Silber gewann. Der aus Schwenningen gekommene Sportdirektor Christof Kreutzer wird in Doppelfunktion auch als Cheftrainer fungieren.

Sicher kein Nachteil: Ex-NHL-Spieler Matt Puempel (30) läuft künftig mit deutschem Pass auf. Top-Neuzugang ist mit Zack Mitchell (30) ebenfalls ein Stürmer mit NHL-Vergangenheit, der 2022/23 verletzungsbedingt indes fast komplett ausgefallen war. 

Stärken & Schwächen: Der zu weiten Teilen neu formierte Kader ist schwer einzuschätzen. Konstanz herrscht nur im Tor, wo allerdings gerade Routinier Dennis Endras (38), der noch einen gut dotierten Vertrag besitzt, im vergangenen Jahr schwächelte. Mit Justin Volek (21) fällt der bekannteste Akteur aus dem U 23-Kontigent obendrein nach Schulterverletzung in der Vorbereitung wohl für die komplette Saison aus. 

Ausblick: Gerade in der Defensive sind die Fragezeichen enorm groß. Aber auch offensiv fehlen erprobte Scorer in der DEL. Die Panther sind der heißeste Kandidat für Platz 14. 

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jom