Bundesliga

"Viele haben Angst! Der Druck kann einen kaputtmachen"

Werders Robert Bauer über Tabus im Fußball

"Viele haben Angst! Der Druck kann einen kaputtmachen"

Offener Gesprächspartner: Werders Profi Robert Bauer.

Offener Gesprächspartner: Werders Profi Robert Bauer. Getty Images

Als Robert Bauer von der Anfrage hört, mit dem kicker über den Umgang mit Druck und seelischen Problemen im Fußball zu reden, ist er sofort Feuer und Flamme.

Als junger und noch aktiver Profi spricht er nun so offen wie selten zuvor jemand über dieses Thema. "Natürlich sind wir privilegiert. Wir verdienen viel Geld, wahrscheinlich viel zu viel", erklärt er, aber "auch wir müssen erst mal mit gewissen Situationen klarkommen und lernen, damit umzugehen. Das bringt uns ja keiner bei."

Die öffentlichen Reaktionen nach schlechten Spielen, der Umgang mit Bewertungen, Sorgen um die eigene Familie. Bauer weiß: "Dieser Druck kann einen kaputt machen. Charaktere, die etwas sensibler, nicht so gestärkt sind, haben definitiv große Probleme in diesem Umfeld."

Bauer: "Den Spielern sieht man das meist nicht an"

Der 23-Jährige ist sich sicher, dass es dem Großteil der Profis so geht. "Den Spielern sieht man das aber meist nicht an. Man gibt sich selbstbewusst, doch innen sieht es anders aus", weiß der Bremer.

Er spricht über die Rolle des angehimmelten Fußballstars, die Schattenseite des Geschäfts und die psychologische Hilfe der Vereine, um mit dem Druck umgehen zu können. Die ist seiner Meinung nach absolut notwendig, denn: "Unter den Spielern ist es kein Problem, darüber zu reden. Viele haben einfach nur Angst, damit an die Öffentlichkeit zu gehen - weil sie Angst vor den Reaktionen haben."

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In der kicker-Montagsausgabe erklärt Robert Bauer zudem, warum er selbst nun den Weg aus der Anonymität wählt, wie viel Prozent der Spieler unter Selbstzweifeln leiden, und weshalb Fans weiterhin schimpfen und fluchen sollen.

Das Interview mit Robert Bauer ist ein Komplex des Reports über Druck und Angst. Der kicker geht in seiner Montagsausgabe gemeinsam mit einem Psychiater, einem Mental-Coach und einem Sportpsychologen zudem der Frage nach, was sich in den vergangenen Jahren in der psychischen Betreuung im Fußball getan hat. Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VDV, zum Beispiel mahnt: "Im Profibereicht machen viele Vereine dahingehend gar nichts."