Bundesliga

Video-Schiedsrichter entlarvt "Schauspieler" Papadopoulos

HSV-Verteidiger für Schwalbe bestraft

Video-Schiedsrichter entlarvt "Schauspieler" Papadopoulos

Kyriakos Papadopoulos

Phantomschmerzen: Kyriakos Papadopoulos nach Hamburgs Gegentor zum 1:2 in Köln. imago (2)

Er hielt sich die Brust, schrie, schien sich nicht mehr auf den Beinen halten zu können: Was HSV-Verteidiger Kyriakos Papadopoulos kurz nach Kölns Anschlusstor zum 1:2 am Freitagabend aufführte, war ein wahrlich unverfrorenes Schauspiel. Was war passiert?

Als FC-Stürmer Jhon Cordoba den Ball nach Frederik Sörensens Treffer aus dem Netz holen wollte, um das Spiel schnell wieder fortzusetzen, lief er auch an Papadopoulos vorbei. Als er sich bereits wieder einige Meter vom Griechen entfernt hatte, brannten dem plötzlich die Sicherungen durch - er fiel urplötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Rasen, wollte dem Referee mit allen Mitteln eine Tätlichkeit Cordobas vortäuschen.

Sören Storks, der kurz nach der Pause für den verletzten Schiedsrichter Dr. Felix Brych übernommen hatte , hatte die Szene in seinem Rücken nicht sehen können, doch der Video-Assistent schaltete sich ein. Die Folge: Papadopoulos erhielt für seine dreiste Schwalbe die Gelbe Karte, worüber er sich dann auch noch mit großen Augen wunderte. Papadopoulos habe sicherlich nicht zu Boden gehen müssen, kritisierte auch HSV-Coach Markus Gisdol, "das weiß er selber". Derartiges "wollen wir grundsätzlich nicht sehen".

Sammer: "Das ist ein verrückter Spieler"

"Das ist ein verrückter Spieler", kommentierte "Eurosport"-Experte Matthias Sammer. "Er fightet, er kämpft, er weiß, dass es noch mal eng werden kann. Dann nutzt man jede Situation aus." Diese könne man "natürlich nicht gutheißen. Er hat es ja auch nicht nötig."

Doch hätte der Video-Schiedsrichter überhaupt eingreifen dürfen? Schließlich ist sein Einsatz nur bei der Torerzielung, bei Elfmetersituationen, bei Platzverweisen durch eine Rote Karte und bei Spielerverwechslungen bei einer persönlichen Strafe vorgesehen. Die Erklärung in diesem Fall: Storks ließ die Szene wegen Papadopoulos' Verhalten auf eine etwaige Tätlichkeit prüfen - und überführte so den wahren Übeltäter.

jpe

Bilder zur Partie 1. FC Köln - Hamburger SV