2. Bundesliga

VfL Bochum beurlaubt Dutt mit sofortiger Wirkung

Nachdem sich der Trainer selbst infrage gestellt hatte

VfL Bochum beurlaubt Dutt mit sofortiger Wirkung

Robin Dutt

Zwei Punkte nach vier Spieltagen: Robin Dutt. picture alliance

Nachdem Bochum am Samstag gegen Aufsteiger Wehen Wiesbaden einen 0:3-Rückstand aufgeholt und noch ein 3:3-Remis gerettet hatte, hatte sich Dutt auf der Pressekonferenz selbst infrage gestellt. "Dieser Verein kann nicht mit einem angezählten Trainer in die nächsten Wochen gehen", hatte er unter anderem gesagt. Er wolle "nicht rumeiern und warten, bis das typische Szenario losgeht".

Laut VfL-Meldung vom Montag habe Dutt diese Aussagen am Sonntag, nachdem er das Training geleitet hatte, im Austausch mit der VfL-Geschäftsführung und dem Vorstandsvorsitzenden Hans-Peter Villis noch einmal bekräftigt.

Für ein Gespräch mit dem Präsidium stand Dutt nicht zur Verfügung

Der Verein wollte dem Entwicklungsprozess nach dem Umbruch im Sommer die nötige Zeit einräumen, Dutt habe von Vereinsseite immer das Vertrauen gehabt. Weil sich der Trainer nach nur vier Spieltagen aber "völlig überraschend selbst derart öffentlich infrage gestellt" habe, hieß es weiter, seien persönliche Gespräche erforderlich gewesen. Nicht nur mit der Geschäftsführung und dem Vorstandvorsitzenden, sondern auch mit dem Präsidium. Für ein solches Gespräch habe Dutt am Montagvormittag aber nicht zur Verfügung gestanden.

Im Gesamtzusammenhang kommt der VfL zu dem Ergebnis, dass die Mannschaft dem Trainer nach den Vorgängen des Wochenendes und seinem öffentlichen Statement nicht mehr vorbehaltlos gefolgt wäre.

Aus der Erklärung des VfL Bochum

"Mussten uns zusammensetzen"

So sei man "im Gesamtzusammenhang" zu dem Schluss gekommen, "dass die Mannschaft dem Trainer nach den Vorgängen des Wochenendes und seinem öffentlichen Statement nicht mehr weiterhin vorbehaltlos gefolgt wäre. An dem Punkt ist der VfL zu der Überzeugung gekommen, dass das Team einen neuen Impuls braucht." Ab Dienstag werden Heiko Butscher, Peter Greiber und Oliver Barth die Mannschaft auf das Spiel in Stuttgart (Montag, 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) vorbereiten. "Uns war klar, dass es auch holprig werden könnte. Der Start war nicht gut. Aber wir wollten uns Zeit für den Umbruch nehmen. Aber nach den Aussagen von Robin, in denen er sich selbst infrage stellte, mussten wir uns zusammensetzen und haben entschieden", sagt Sportvorstand Sebastian Schindzielorz.

Dutt hatte das Traineramt beim VfL im Februar 2018, als der Klub auf Rang 14 lag, übernommen und das Team zum Klassenerhalt geführt. In der vergangenen Saison landete Bochum auf Rang elf. Dutts Vertrag lief noch bis Sommer 2020.

jpe/ski

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