Bundesliga

VfB will ihn abgeben: Wahid Faghir und die Frage des Geldes

Kopenhagen und Bröndby suchen einen Stürmer

VfB will ihn abgeben: Faghir und die Frage des Geldes

Er könnte den VfB noch in diesem Sommer verlassen: Wahid Faghir.

Er könnte den VfB noch in diesem Sommer verlassen: Wahid Faghir. imago images

Kurz vor Toreschluss, genau am 31. August 2021, vermeldeten die Schwaben die Verpflichtung des dänischen U-21-Nationalstürmers von Vejle BK. Für eine Ablösesumme, die nach kicker-Informationen bei 3,5 Millionen Euro liegt, gerüchteweise aber sogar mit rund 4,5 Millionen Euro taxiert wird, und heute zum Problem werden könnte. Bisher fand sich kein Abnehmer, der bereit beziehungsweise in der Lage wäre, diese von den Schwaben geleistete Zahlung auszugleichen.

Die Erwartungen an den damals 18-Jährigen waren immens. Zwar sollte er den gerade wegen einer Schulterverletzung vor einer monatelangen Ausfallzeit stehenden Sasa Kalajdzic nicht eins zu eins ersetzen, aber zumindest helfen, die weggebrochenen Qualitäten des österreichischen Torjägers und dessen Trefferquote ein wenig zu kompensieren. Ein großes Ziel. Ein zu großes, wie sich herausstellen sollte.

An der Fitness wurde monatelang gearbeitet

Faghir, dessen Abschlussqualitäten vor dem Tor nicht zu übersehen sind, kam mit einer für die Bundesliga unzureichenden Fitness nach Stuttgart. Wochen-, sogar monatelang wurde daran gearbeitet, den Dänen, der zu den größten Talenten seiner Heimat zählt, an das geforderte Niveau heranzuführen. Doch auch wenn das Gewicht nach unten und die Fitnesswerte nach oben gingen: Spielverständnis, Durchsetzungsvermögen und Intensität ließen weiter zu wünschen übrig.

Zu mehr als zu einem Pokaleinsatz und sechs Bundesligaspielen, allesamt Einwechslungen, reichte es schließlich nicht. Sein Treffer in der Nachspielzeit zum 1:1 gegen Union Berlin am 9. Spieltag sollte nicht mehr als ein trügerischer Hoffnungsschimmer sein, aber letztlich daran auch nichts ändern.

Und die neue Saison sollte für Faghir nicht besser beginnen, als die alte aufgehört hatte, in der er zumindest in acht Regionalligaeinsätzen für den VfB II vier Treffer erzielt hatte. Erst erwischte ihn das Coronavirus, aktuell plagen ihn Beschwerden im Adduktoren- und Bauchmuskelbereich.

Am liebsten zurück in die Heimat

Während sich die Mannschaft von Pellegrino Matarazzo immer mehr zueinanderfindet. Faghir spielt momentan keinerlei Rolle in den Gedankenspielen des Trainers und dürfte den VfB verlassen. Am liebsten würde der Stürmer zurück in die Heimat wechseln, wo er sich einer gewissen Wertschätzung sicher sein kann.

Doch selbst renommierte Klubs wie Bröndby IF oder der FC Kopenhagen, mit denen Faghir in diesen Tagen in Verbindung gebracht wird, können oder wollen die im Raum stehenden 3,5 bis 4,5 Millionen an Ablöse nicht aufbringen. Allenfalls ein Leihgeschäft käme für sie in Frage. Wenn sie sich denn wirklich für eine Verpflichtung des Talents entschieden. Stuttgart wartet und wäre sicher gesprächsbereit.

George Moissidis

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