Bundesliga

Stuttgarts Präsidentschaftskandidaten: Vogt/Steiger wollen Fairness

Präsidentschaftskandidaten wollen fairen Wahlkampf

VfB: Vogt und Steiger verpflichten sich der Fairness

Stuttgarter Kandidaten für Präsidentenamt: Amtsinhaber Claus Vogt (li.) und Herausforderer Pierre-Enric Steiger.

Stuttgarter Kandidaten für Präsidentenamt: Amtsinhaber Claus Vogt (li.) und Herausforderer Pierre-Enric Steiger. VfB Stuttgart

Aus fünf Kandidaten, aus denen letztlich nur vier in Frage kamen, siebte der Vereinsbeirat die beiden Kontrahenten aus, die keine Kontrahenten sein wollen. Steiger, der Präsident der nach seinem Bruder benannten Björn-Steiger-Stiftung, betont, er wolle "keinen Wahlkampf gegen Claus Vogt. Das wäre der falsche Ansatz. Ich nenne es Wahlphase, bewerbe mich um ein Amt und versuche darzustellen, was ich mir an Konzepten vorstellen könnte". Es gehe ihm vorrangig "um das Wir".

Steiger: Noch nicht mal Kandidat und schon Hacker-Angriffe

Ein Wort, dass auch bei Vogt Priorität genießt. Der aktuelle Präsident, den nicht erst seit der Schlammschlacht im Zuge des Brandbriefs von Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger zum Jahreswechsel 2020/21 ein nicht unbeträchtlicher Teil der Sympathien der VfB-Anhänger zufliegt, wünscht sich ebenfalls, "dass es keinen Wahlkampf, keine Kampagnen gibt". Derer habe es in jüngster Vergangenheit genügend gegeben, weiß nicht nur Vogt mit Blick auf den jüngsten Machtkampf mit Hitzlsperger zu berichten. Auch Steiger wurde bereits Opfer von Attacken. Er sei noch nicht mal als Kandidat zugelassen gewesen, "da gab es bereits Hackerangriffe auf meine Facebook- und Instagram-Accounts. Ich bin ja einiges gewohnt, aber das hat mich dann schon überrascht".

Vom 14. Mai bis 17. Juli will Steiger in rund 150 Videokonferenzen und anderen Terminen den Mitarbeitern und Anhängern des VfB, dessen Freundeskreis er schon lange angehört, Rede und Antwort stehen. Dann werde er auch über Ziele und Vorstellungen sprechen. "Mein Zukunftspapier steht aber noch nicht fest. Ich möchte mit den richtigen Argumenten überzeugen."

Mein Zukunftspapier steht aber noch nicht fest. Ich möchte mit den richtigen Argumenten überzeugen.

Pierre-Enric Steiger

"Fast geschockt" über Budgets des e.V.

Ein Thema, das verrät Steiger, liege ihm besonders am Herzen. "Ich war fast geschockt, als ich die Budgetgrößen der Abteilungen im VfB e.V. gesehen habe", die alle zusammen bei rund 285.000 Euro liegen. Ein Tropfen im EURO-See, auf dem die Fußballer segeln, denen er allerdings nichts streitig machen will. "Ich will nicht an die Töpfe der Profis ran", erklärt Steiger, dem die Entwicklung neuer Sponsoring-Strategien für die anderen Abteilungen vorschweben.

Ein Gedanke, der auch Vogt gefällt. "Dem kann ich nur beipflichten", sagt der Amtsinhaber, der um seinen Rückhalt bei den Mitgliedern weiß, und betont, man müsse "ein Gesamtvermarktungskonzept für alle Abteilungen erarbeiten, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen." Außerdem wolle er den VfB e.V. "stärken und professionalisieren. Das wird aber mehr als eine Amtsperiode brauchen".

Vereinsbeirat als Schiedsrichter

Die Wahlphase ist eröffnet, erste Positionen abgesteckt. Darauf, dass es bis zum Wahlabend bei der Mitgliederversammlung am 18. Juli weiterhin gesittet zugeht, will der Vereinsbeirat besonders achten. "In dieser Phase wird der Vereinsbeirat zum Schiedsrichter", erklärt Rainer Weninger, der Vorsitzende. "Falls es aus dem Ufer gerät, werden wir uns nicht scheuen, eine Karte zu ziehen."

George Moissidis

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