Bundesliga

VfB Stuttgart: Staatsanwalt schmettert Strafanzeige ab

Behörde sieht keinen Anfangsverdacht

VfB: Staatsanwalt schmettert Strafanzeige ab

Thema Datenaffäre: Die Staatsanwalt schmetterte eine Strafanzeige ab.

Thema Datenaffäre: Die Staatsanwalt schmetterte eine Strafanzeige ab. imago images

"Ich kann mitteilen, dass bei der Prüfung kein Anfangsverdacht bejaht wurde, das heißt der Anzeige ist keine Folge gegeben worden", schreibt die Behörde auf kicker-Anfrage. Gestellt hatte die Anzeige ein Stuttgarter Rechtsanwalt im Namen eines Mitglieds, das "aus Angst vor Repressalien seitens des VfB" anonym bleiben wollte, so die "Bild"-Zeitung. Dem Blatt zufolge ging es dabei um einen bunten Strauß an Anschuldigungen: Geheimnisverrat, Diskriminierung, Rufschädigung, Bedrohung, Datenschutzverstoß mit Schädigung Dritter und Nötigung.

Bestätigt hat sich aus dieser Vielzahl der Verdachtsmomente offenbar kein einziger. Zumindest sieht die Staatsanwaltschaft keinen Ermittlungsansatz. Doch die Anzeige demonstriert, mit welchen Methoden beim VfB aus dem Hintergrund auch jetzt, wo AG-Chef Thomas Hitzlsperger und e.V.-Präsident Claus Vogt sichtlich um Einigkeit bemüht sind, um die Macht gerungen wird: Nämlich mit Strafanzeigen, die vor Prüfung eines Anfangsverdachts an Medien durchgestochen werden.

Zumal der Verdacht eines Geheimnisverrats mit Blick auf den Bericht der Firma Esecon, die die Datenweitergaben ohne Rechtsgrundlage aus den Jahren 2016 bis 2018 aufklären sollte, sich bereits im Februar als weitgehend luftleer erwies. Damals hatte Präsident Claus Vogt die Staatsanwaltschaft über einen Rechtsanwalt um Prüfung eines entsprechenden Sachverhalts gebeten. Nach wenigen Tagen teilte diese mit: keine Ermittlung nötig.

Benni Hofmann