2. Bundesliga

VfB-Serie reißt in Unterzahl bei der Eintracht

St. Pauli siegt weiter - KSC überrascht 96 - Fürther Derby-Glück

VfB-Serie reißt in Unterzahl bei der Eintracht

Die zwischenzeitliche VfB-Führung: Carlos Mané (li.) zieht ab, Gustav Valsvik kommt zu spät.

Die zwischenzeitliche VfB-Führung: Carlos Mané (li.) zieht ab, Gustav Valsvik kommt zu spät. picture alliance

Braunschweig beendet den VfB-Siegeszug

Nach fünf Siegen in Folge ist der VfB Stuttgart am Montagabend in Braunschweig nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Hernach kam das Remis aber eher einem Punktgewinn gleich, schließlich spielten die Schwaben rund 50 Minuten in Unterzahl. Der VfB begann furios und ging nach 131 Sekunden und einem Aussetzer von Reichel durch Carlos Mané in Front. Stuttgart war Herr der Lage, doch Mitte des ersten Abschnitts fand die Eintracht besser ins Spiel. Zunächst vergab Boland einen Strafstoß, dann traf Reichel vom Punkt, nachdem VfB-Abwehrmann Kaminski Gelb-Rot gesehen hatte. Nach der Pause hatte Braunschweig in Überzahl mehr vom Spiel, kam aber nicht mehr zum Siegtreffer.

2. Bundesliga - 23. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfB Stuttgart VfB Stuttgart
48
2
1. FC Union Berlin 1. FC Union Berlin
44
3
Hannover 96 Hannover 96
42
2. Bundesliga - Torjäger 2016/17
VfB Stuttgart Terodde Simon
15
1. FC Nürnberg Burgstaller Guido
14
Hannover 96 Harnik Martin
12

Zulj lässt das Kleeblatt jubeln

Fünf Änderungen nahm der zuletzt zweimal in Serie erfolglose Club vor dem Derby in Fürth vor, unter anderem durfte Winterneuzugang Ishak erstmals von Beginn an ran. Doch auch der Schwede konnte nicht verhindern, dass es dem 262. Aufeinandertreffen der fränkischen Rivalen lange an Würze fehlte. Einzige Aufreger: ein nicht geahndetes Handspiel von Bulthuis kurz vor der Strafraumgrenze (35.) und ein hartes Einsteigen von Behrens, das mit Gelb geahndet wurde (45.).

Matchwinner im Derby: Robert Zulj (Mitte) traf den FCN ins Herz.

Matchwinner im Derby: Robert Zulj (Mitte) traf den FCN ins Herz. imago

Auch nach der Pause ein ähnliches Bild. Kaum Torszenen, zwischenzeitlich ein wenig Hektik (insgesamt sechs Gelbe Karten). Etwas engagierter wirkte aber das Kleeblatt ab Mitte der zweiten Hälfte: In der 77. Minute zog Zulj aus der Distanz ab, Margreitter fälschte unglücklich ab - 1:0 für Fürth. Der Torschütze hätte beinahe kurz vor Schluss sogar erhöht, scheiterte aber mit einem fulminanten Freistoß aus über 30 Metern an der Latte. Dem Club fehlten indes schlicht die Ideen und das Durchsetzungsvermögen, um etwas Zählbares aus dem Derby mitzunehmen. Lediglich Ishaks Schussversuch aus spitzem Winkel (86.) zwang SpVgg-Keeper Megyeri zum Eingreifen.

Bielefeld: Blitzstart und haarsträubende Fehler

Vorletzter gegen Letzter hieß es beim Duell zwischen Bielefeld und Aue, ausgerechnet vor dem Kellerduell nahm Pavel Dotchev in Aue seinen Hut. So musste Interimscoach Robin Lenk am Spielfeldrand mitverfolgen, wie seine Truppe in Bielefeld einen Fehlstart sondersgleichen erwischte. Ein Eigentor von Kalig (2.) und Börner (4.) stellten die Weichen blitzschnell auf eine Auer Niederlage. Dann allerdings folgte die große Langeweile auf der Alm - bis zur Pause tat sich in den Strafräumen rein gar nichts mehr. Dass Aue danach ins Spiel zurückfand, hatte sich die Arminia in erster Linie selbst zuzuschreiben. Görlitz bugsierte die Kugel ins eigene Tor (57.), Adler nutzte in der 71. Minute einen Patzer von Schuppan zum 2:2-Ausgleich.

Heidenheim holt auf und verpasst knapp den Sieg

Dick kam es auch für Heidenheim in der Anfangsphase gegen Sandhausen. Der zuletzt kritisierte Kosecki (zuletzt nicht mal im Kader) erhielt eine Bewährungschance und war schon in der 2. Minute für den SVS zur Stelle. Für das 2:0 durch Linsmayer (27.) lieferte der Pole die sehenswerte Vorarbeit. Sandhausen wusste auch danach eher zu gefallen, während der FCH nicht ins Spiel fand - und trotzdem noch vor der Pause den Anschlusstreffer erzielte. Feick war nach einer Schnatterer-Ecke in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Kopf erfolgreich. In der 66. Minute bekam Knipping im Strafraum den Ball an den Arm, Schnatterer nutzte das Elfmetergeschenk zum 2:2. Hektik kam in der Nachspielzeit auf: Sandhausens Lukasik und Heidenheims Verhoek sahen Ampelkarten, Thomalla traf den Pfosten und verpasste so einen späten Heidenheimer Sieg.

KSC schubst Hannover von Platz 2

Die bittere 0:5-Pleite beim FC St. Pauli scheint für den Karlsruher SC so was wie ein Weckruf gewesen zu sein: Gegen Aufstiegskandidat Hannover 96 gewann der Klub von Trainer Mirko Slomka am Samstag nicht unverdient mit 2:0. Schon in der 10. Minute gingen die Badener durch den allein auf 96-Keeper Tschauner zulaufenden Mugosa in Führung und hätten vier Minuten später durch Diamantakos sogar auf 2:0 erhöhen können, doch Tschauner rettete für Hannover per Fußabwehr. Die Niedersachsen hatten erst in der 33. Minute eine erst gute Torchance. Kurz vor dem Seitenwechsel gab es noch gute Chancen hüben wie drüben, der KSC brachte aber den knappen Vorsprung über die Zeit. Nach dem Seitenwechsel agierte Hannover weiter viel zu zaghaft, die Badener waren dem zweiten Tor weitaus näher als Hannover dem Ausgleich. Ein von Albornoz verursachter Elfmeter führte schließlich zur Vorentscheidung: Diamantakos verwandelte rechts unten (70.). Hannover rutschte damit auf Rang drei ab, der KSC wittert im Tabellenkeller wieder Morgenluft.

St. Pauli zieht 1860 zurück in den Abstiegskampf

Nach Rückstand kam St. Pauli wieder zurück und gewann in München 2:1.

Nach Rückstand kam St. Pauli wieder zurück und gewann in München 2:1. imago

Nach dem fulminanten Sieg gegen den KSC fuhr St. Pauli motiviert nach München, das Spiel gehörte dort jedoch zunächst den Gastgebern, die durch Lumor in der 27. Minute das 1:0 erzielten. Der Führungstreffer beflügelte die Löwen, die nun erst einmal Oberwasser hatten, es allerdings versäumten, mit dem 2:0 nachzulegen. Das rächte sich in der 35. Minute, als Ba den Ball im eigenen Strafraum unglücklich mit der Hand mitnahm und Schiedsrichterin Steinhaus auf Elfmeter entschied. Sobiech ließ sich diese Chance zum Ausgleich nicht nehmen (36.). In der 41. Minute kam es noch dicker für 1860: Nach einer Flanke von Cenk Sahin köpfte Bouhaddouz zum 1:2 ins Netz. Die Kiezkicker versuchten die Verunsicherung der Münchner zu nutzen, doch der Halbzeitpfiff bewahrte 1860 vor Schlimmeres. Nach der Pause hatten zunächst Amilton (48.) und Olic die Chance zum Ausgleich (50.). Trainer Vitor Pereira wollte seine weiße Heimweste (drei Spiele, drei Siege) behalten und brachte mit Liendl und Gytkjaer sowie später Ribamar neue Offensivträfte. Doch trotz Feldüberlegenheit wollte der Ausgleich nicht mehr gelingen. 1860 München muss damit - auch angesichts der Siege der Konkurrenz - wieder bangen.

Aufsteiger Union?

Vier Siege in Folge, seit sieben Spielen ungeschlagen - Union Berlin ist derzeit nicht zu stoppen im deutschen Unterhaus. Auch nach dem 23. Spieltag bleiben die Segel der Köpenicker auf Kurs Aufstieg gesetzt. Zwar musste die Elf von Trainer Jens Keller am Freitagabend gegen Würzburg einigen Gefahren ausweichen, am Ende aber standen drei Punkte zu Buche. Ohne Stammtorwart Busk (Muskelverletzung) und ab der 44. Minute ohne Puncec (Gelb-Rot) agierten die Eisernen weitestgehend feldüberlegen gegen die Kickers - und gingen nach einem Kopfball von Polter verdient mit 1:0 in Front (21.). Der Aufsteiger, seit nunmehr sechs Partien sieglos (0/2/4), agierte insgesamt zu harmlos, verzeichnete aber eine Großchance durch Taffertshofer. Union-Ersatztorwart Mesenhöler parierte jedoch glänzend (45.). Im zweiten Abschnitt konzentrierten sich die Berliner dann weitestgehend aufs Verwalten. Das mit Erfolg: Kreilach machte den Deckel drauf - 2:0 (82.).

Dynamo kommt stark zurück

Dresden hatte vergangene Woche beim 4:1 im Sachsen-Derby in Aue vor allem in der ersten Hälfte mit vier Toren ordentlich für Furore gesorgt, die Negativserie von drei sieglosen Spielen mit zuletzt zwei Niederlagen beendet und erstmals seit 1996 bei Erzgebirge gewonnen. Nun stand das Heimspiel gegen Kaiserslautern an. Der Abend begann aber denkbar schlecht, denn in einer ausgeglichenen Anfangsphase schlugen die Roten Teufel zweimal eiskalt zu: Glatzel schnürte per Rechtsschuss und via Kopfball einen Doppelpack (19. und 27.). Die Rückschläge dienten der SGD aber eher als Motivationsspritze: Konrad (32.) und Kutschke per selbst herausgeholtem Elfmeter (45.+2) brachte die Sachsen noch vor der Pause zurück - 2:2. Im zweiten Abschnitt führte Dresden sogar mit 3:2 dank Doppelpacker Kutschke (77.). Zu drei Punkten genügte das aber nicht, weil Przybylko noch das 3:3 markierte (87.).

Düsseldorfer Negativserie reißt

Rouwen Hennings (links) und Ihlas Bebou

Jubelstimmung im Fortuna-Lager: Rouwen Hennings (links) und Ihlas Bebou beendeten die Warterei. imago

In Bochum trafen sich derweil zwei Vereine mit entgegengesetzten Serien: Der VfL hatte die Möglichkeit auf den dritten Sieg in Folge, Gegner Düsseldorf ging mit der Hypothek von neun Spieltagen ohne (!) Dreier ins Rennen. Die Fortuna-Warterei sollte nach diesen 90 Minuten enden - und zwar auf dramatische Art und Weise! Denn nach der überraschenden Bochumer Führung durch Mlapa (43.) gelang den Rheinländern zunächst der 1:1-Ausgleich durch Hennings (48.). Der Stürmer traf somit nach 1107 Minuten wieder. Doch nicht nur diese Warterei endete: Dank eines späten Elfmeters, den Bebou in der dritten Minute der Nachspielzeit zum vielumjubelten 2:1-Sieg verwandelte, feierte die Fortuna den ersten Dreier im zehnten Anlauf.

kon