Bundesliga

Datenaffäre VfB Stuttgart: Noch fehlen Angaben

"In Kontakt mit Esecon"

VfB-Datenaffäre: Noch fehlen Angaben

Vom VfB Stuttgart wurden weitere Unterlagen und Angaben angefordert.

Vom VfB Stuttgart wurden weitere Unterlagen und Angaben angefordert. imago images

Zumindest erklärte Stefan Brink, der Landesdatenschutzbeauftragte, gegenüber dem kicker: "Wir sind in Kontakt mit Esecon, man will uns von dort auch Ergebnisse zur Verfügung stellen." Das Berliner Unternehmen Esecon war vom VfB mandatiert worden, nachdem der kicker Ende September die Weitergabe von Mitgliederdaten aufgedeckt hatte. Unmittelbar nach der Berichterstattung hatte der Landesdatenschützer Brink ein sogenanntes Auskunftsverfahren eingeleitet gegen den Bundesligisten. An diesem Montag reichte der Klub Unterlagen ein. Doch offenbar gibt es weiteren Klärungsbedarf. Zumindest forderte Brink mit Frist bis zur zweiten Novemberwoche weitere Unterlagen und Angaben an. Dies soll damit zusammenhängen, dass zum einen Auskünfte aus der ausgegliederten Profifußball-AG benötigt werden, zum anderen Informationen aus dem eingetragenen Verein.

Esecon wollte die Frage, ob das Unternehmen seine Ergebnisse auch dem Datenschutzbeauftragten zur Verfügung stellen wird, mit Verweis auf das Mandatsgeheimnis gegenüber dem kicker nicht kommentieren. Brink begrüßt den Aufarbeitungsauftrag an die weitverzweigte Firma, die geführt wird vom ehemaligen Büroleiter des 2016 verstorbenen Ex-Außenminister Guido Westerwelle (FDP), Kai Feigenbutz. Üblich seien parallel laufende Ermittlungen zwar nicht, sagte Brink, aber: "Das ist für den VfB Stuttgart eine gute Grundlage, um nicht nur den Sachverhalt aufzuarbeiten, sondern auch Verbesserungen durchzuführen."

Neben dem Job beim VfB hält Esecon derzeit ein weiteres, schlagzeilenträchtiges Mandat im deutschen Fußball: Die Firma durchleuchtet den DFB in einer Generalinventur, an deren Idealvorstellung am Ende Licht ins Dunkel um die WM-Affäre und die ominösen Millionen-Schiebereien der Jahre 2002 und 2005 kommen soll. Zudem untersuchte sie für den Verband den Sekundenklau bei der Bandenwerbung, der - nicht ohne öffentliches Getöse und Durchstechereien - zunächst zur vorzeitigen Kündigung eines Vermarktungsvertrags mit Infront führte und später in einen Vergleich mündete.

Benni Hofmann