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"Verschwundener" Jan Hojer kündigt Comeback für 2023 an

DAV-Athlet nahm sich eine Auszeit nach Olympia

"Verschwundener" Jan Hojer kündigt Comeback für 2023 an

Tauchte wieder auf: Jan Hojer, der noch immer beste DAV-Sportkletterer.

Tauchte wieder auf: Jan Hojer, der noch immer beste DAV-Sportkletterer. imago images/AFLOSPORT

Jan Hojer war nicht nur einer von zwei deutschen Olympioniken, die beim Debüt des Sportkletterns auf der größtmöglichen Bühne um Medaillen kämpfte - der 30-jährige aus Frechen (Nordrhein-Westfalen) ist immer noch einer, wenn nicht der erfolgreichste Sportkletterer des DAV.

Seit 2008 ist er auf der Wettkampfbühne bei den Herren vertreten, holte in seinem Premierenjahr die deutsche Meisterschaft im Lead. 2014 gewann er Bronze bei der Boulder-WM in München und den Gesamtweltcup - damals bestehend aus Bouldern und Lead.  Es folgte 2015 der EM-Titel im Bouldern und als 2017 das Speedklettern in den Dreikampf des "Olympic Combined" aufgenommen wurde, war es Hojer, der in diesem Kombinationswettkampf ebenfalls Europameister wurde.

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Olympia 2020, das wegen der Corona-Pandemie dann 2021 abgehalten werden musste, war Hojers größter Wettkampf und der Routinier sowie sein DAV-Kollege Alex Megos hatten sich durchaus etwas ausgerechnet. "Jan Hojer ist ein brutaler Wettkampftyp, der sich auf den Moment total fokussieren kann", sagte der damalige Bundestrainer Urs Stöcker im Vorfeld der Spiele.

Noch kein Wettkampf in 2022 - aber eine Ankündigung

Der ganz große Wurf blieb Hojer in Tokio mit dem hauchdünnen Verpassen des Finals der besten Acht verwehrt. Am Ende landet er auf Platz 12, ehe es immer ruhiger wurde um den Routinier. 2022 nahm er an noch keinem Wettkampf teil - wie so manch anderer, der einige Jahre und ein zusätzliches in die Qualifikation, Vorbereitung und Teilnahme an den Olympischen Spielen reingesteckt hatte, war das Loch nach diesem Mammut-Event zu groß. Fast-Olympiasieger Adam Ondra oder Goldmedaillengewinnerin Janja Garnbret nahmen sich fast halbjährige Auszeiten, bei Hojer wird die Pause noch etwas länger dauern.

Jan Hojer

Will das Trikot des "Team Germany" wieder anziehen: Jan Hojer. picture alliance/dpa

Doch immerhin hat er von der Wettkampfbühne noch nicht genug, auch wenn das Gegenteil zwischenzeitlich wahrscheinlicher schien. "Ich habe im Februar entschieden, eine Pause einzulegen und hatte keine Ahnung, wie lange diese dauern würde", schrieb Hojer jetzt auf seinem Instagram-Account. "Ich wusste auch nicht, ob ich eines Morgens aufwache und wieder Lust auf hartes Training und Wettkämpfe verspüren würde."

Ondra: "Yeees Jan! Legend will be back"

Auf dem häuslichen Sofa kam dann diese Lust zurück - als er sich die Weltcups der laufenden Saison anschaute. "Da wusste ich schnell: Ich war noch nicht fertig, wollte aber mir so viel Zeit wie nötig lassen, um wieder die Leidenschaft für den Wettkampf in mir zu spüren, die ich immer hatte."

Seine Pläne für das restliche Wettkampfjahr wisse er noch nicht, aber für 2023 verspricht er: "Ich bin bereit fürs Comeback." Der allererste Kommentar nach Hojers Ankündigung: "Yeees Jan! Legend will be back." Absender war Adam Ondra.

bst