Regionalliga

Verdrängt Koczor Berbig auf die Bank?

Jena: Spannende Trainingswoche - Kampf um die letzten Plätze

Verdrängt Koczor Berbig auf die Bank?

Wer am Samstag zur Saisoneröffnung das Jenaer Tor hüten wird, ist noch offen: Tino Berbig (li.) oder Raphael Koczor?

Wer am Samstag zur Saisoneröffnung das Jenaer Tor hüten wird, ist noch offen: Tino Berbig (li.) oder Raphael Koczor? Imago

Die Generalprobe Bei Newport County FC ging in die Hose. Läuferisch waren die Thüringer dabei auf der Höhe - was fehlte, waren die spielerischen Glanzpunkte. "Da hätte ich mir eine Woche vor Punktspielstart mehr erhofft", sagt Jenas Trainer Lothar Kurbjuweit.

Vakant ist beispielsweise noch immer die Position zwischen den Pfosten. Berbig, die alte Nummer 1, hat kräftige Konkurrenz bekommen. Koczor, der Neuzugang von Viktoria Köln, war in der vergangenen Spielzeit zum besten Keeper der Regionalliga West gewählt worden. Er liefert sich seit Beginn der Vorbereitung einen harten Kampf mit Berbig. In Newport durfte Koczor über die gesamte Spielzeit ran. "Er ist ja nicht nach Jena gekommen, um sich auf die Bank zu setzen", sagt Kurbjuweit. Der 25-Jährige überzeugte in Newport mit einigen tollen Paraden - geriet in Ballbesitz nicht in Panik, sondern fand stets den richtigen Mitspieler. Lange Bälle sind für ihn immer die letzte Option. Der Pole interpretiert das Torwartspiel sehr modern. Ob das reicht, um Berbig zu verdrängen, wird in dieser Woche festgelegt. Berbig war bisher immerhin der Kapitän.

Vor allem für ihn war es ein Ausflug in die Vergangenheit. Vor 33 Jahren schoss er mit einem Freistoßtor seine Jenaer gegen Newport ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. Nun reisten fast 1500 Zeiss-Fans zur Neuauflage in die walisische Hafenstadt. Kurbjuweit nahm die Partie sehr ernst. "Wir sind hier, um Fußball zu spielen und uns weiter auf die Regionalliga vorzubereiten", sagte er. Überdies habe er das letzte Vorbereitungsspiel nutzen wollen, um offene Entscheidungen zu treffen.

Eigengewächs Grösch als Kapitän

In Newport durfte das Eigengewächs Marius Grösch die Mannschaft aufs Feld führen. Der 20-Jährige: "Das zeigt das Vertrauen in mich." Er wird wohl gemeinsam mit Christoph Klippel für die innere Sicherheit verantwortlich sein. Auf den Außenverteidigerpositionen dürften Filip Krstic und Florian Giebel das Rennen machen. Krstics Alternative Thomas Ströhl drängte sich in Newport nicht auf. Auch auf anderen Positionen hat Kurbjuweit die große Qual der Wahl. Mit Vitalij Lux, Velimir Jovanovic und Jakub Wiezik stehen drei gelernte Mittelstürmer im Aufgebot. Die letzte Trainingswoche wird also spannend. Und einer missratenen Generalprobe folgt ja meistens eine gelungene Premiere.

Michael Ulbrich