Bundesliga

Verbeek: "Ich habe Mühe, erfreut zu sein"

Nürnberg: Schäfer sorgt für Big Points für den Club

Verbeek: "Ich habe Mühe, erfreut zu sein"

Der Held des Tages in Nürnberg: FCN-Keeper Raphael Schäfer.

Der Held des Tages in Nürnberg: FCN-Keeper Raphael Schäfer. Getty Images

Mutig und forsch war Braunschweig in die Partie beim Abstiegskonkurrenten Nürnberg gestartet, das Forechecking des Aufsteigers schmeckte dem Altmeister so gar nicht. Während der Club vergeblich nach Struktur suchte, schien das Schicksal seinen Lauf zu nehmen: Nach Platzverweis gegen Per Nilsson machte der umtriebige Domi Kumbela die Doppelbestrafung für die Franken bereit und nickte zur Führung ein (34.).

Die Eintracht hatte alles im Griff - bis zur 41. Minute, die eine Art Wende darstellen sollte: Schäfer foulte Kumbela, Elfmeter Braunschweig! Der Torschütze trat selbst an, doch der Club-Kapitän parierte und so ging es mit dem knappen Rückstand in die Kabine.

Spielersteckbrief R. Schäfer
R. Schäfer

Schäfer Raphael

Spielersteckbrief Pekhart
Pekhart

Pekhart Tomas

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Kumbela

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Bicakcic

Bicakcic Ermin

Trainersteckbrief Verbeek
Verbeek

Verbeek Gertjan

Trainersteckbrief Lieberknecht
Lieberknecht

Lieberknecht Torsten

Super-Joker Pekhart - und ein tragischer Held

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem taktischen Schachzug von FCN-Coach Gertjan Verbeek, der Pekhart für den blassen Adam Hlousek brachte und damit ein glückliches Händchen bewies.

Nach Doppelschlag zum 2:1 war es eine Abwehrschlacht, die vor allem immer wieder Schäfer auf den Plan rief. Der Routinier hielt einfach alles und mutierte endgültig zum Helden, als er auch seinen zweiten Elfmeter gegen Ermin Bicakcic parierte (63.). Nachdem der Schlussmann den Schützen bislang nicht gerade den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hatte, scheint er im Herbst seiner Karriere nun zum Elfmetertöter zu mutieren. Drei Elfmeter hat Schäfer in der Bundesliga gehalten - alle drei in dieser Saison. "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Da war alles drin, was das Fußball-Herz begehrt. Emotionen, Tore, gehaltene Elfmeter - das war Werbung für den Fußball", so der 35-Jährige.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Vorentscheidung gefallen, Braunschweig hatte nach dem Doppel- einen zweiten Tiefschlag erhalten und war nicht mehr in der Lage, mit Nachdruck auf den Ausgleich zu drängen.

Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet.

Gertjan Verbeeck nach dem Zittersieg gegen Braunschweig

Da fiel es für Nürnberg letztlich auch nicht mehr ins Gewicht, dass auch Schäfers Gegenüber Marian Petkovic sein Team im Spiel hielt, als er gegen Club-Regisseur Kiyotake vom Punkt ebenfalls parierte (68.) - drei gehaltene Elfmeter in einem Spiel sind übrigens Bundesliga-Rekord.

Im Duell der Traditionsvereine erstickte der FCN mit aufopferungsvoller Abwehrarbeit auch die letzten Zuckungen des Kontrahenten und freute sich am Ende auch aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz über einen ganz wichtigen 2:1-Erfolg - echte Big Points im Abstiegskampf.

Verbeek sieht viel Redebedarf

Über den Sieg kann sich Verbeek nach eigener Aussage gar nicht so richtig freuen. "Es gibt viel zu besprechen. Ich hoffe, dass meine Spieler dann wacher sind und nicht so schlafen wie in der ersten Halbzeit. Das war schrecklich. So geht es nicht. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass es geht, wenn die Einstellung stimmt. Natürlich bin ich glücklich über den Sieg, aber ich habe Mühe, erfreut zu sein."

Echte Depression sieht wohl aber anders aus - die ist eher in Braunschweig angebracht, das vom Club acht Punkte distanziert wurde. Lieberknecht: "Das war Werbung für den Fußball, aber eine sehr bittere Niederlage für uns."

Bilder zur Partie 1. FC Nürnberg - Eintracht Braunschweig